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Palästina · 1929-04-01 · Heft 4-5 (April 1929) · p. Seite 34

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 4-5 (April 1929)
Article
Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
Date
1929-04-01
Page
Seite 34 (sequence 5)
Language
German
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Boden ungehindert auswirken. Sie äußerte sich in einer raschen Verteuerung des Bodens; die Preise der Grundstücke in und um Tel-Aviv waren in einem geradezu schwindelnden Tempo gestiegen. Gleichzeitig trat auch eine bedeutende Erhöhung der Baukosten ein. Das alles führte zu einer sehr wesentlichen Steigerung der Mieten. Es gab eine Zeit, in der die Mieten in Tel-Aviv eine Höhe erreicht hatten, die auch in den Hauptstädten Europas unbekannt ist. Die Folge davon war, daß Hunderttausende von Pfunden seitens der jüdischen Einwanderer im volkswirtschaftlichen wie zum großen Teil auch im privatwirtschaftlichen Sinne nutzlos ausgegeben wurden. Alle diese Umstände schwächten die ökonomische Lage Tel-Avivs. In keiner Stadt des Landes wurde die Krise so schwer empfunden, nirgends hat sie so schädlich gewirkt wie in Tel-Aviv, denn sie ist zu einem beträchtlichen Teil auf die ungünstige Gestaltung der Bodenverhältnisse in dieser Stadt zurückzuführen. Es hat sich bitter gerächt, daß man nicht rechtzeitig für die Schaffung einer Bodenreserve gesorgt hat, die in Berücksichtigung der Ausdehnungsmöglichkeiten der Stadt billiges Land in genügendem Ausmaß vorbereitet hätte. Es ist letzten Endes der Mangel einer Bodenreserve, welcher die Steigerung der Bodenpreise, die starke Bodenspekulation usw. verursachte. Die wirtschaftliche Krise hat gezeigt, inwieweit die jüdische Siedlungsarbeit darunter leidet, daß sie hauptsächlich auf die momentanen Erfordernisse eingestellt ist, und daß an die zukünftige Entwicklung nur sehr wenig oder überhaupt nicht gedacht wird. Man konnte in allen Städten des Landes, vor allem aber in Tel-Aviv feststellen, in welchem Maße das Vorhandensein einer Bodenreserve die Überwindung der Krise erleichtern könnte. Es wäre möglich gewesen, vorstädtische Siedlungen zu gründen, wo die durch die Krise betroffenen Städter während der schweren Zeit einen Rückhalt in ihren kleinen Wirtschaften gefunden hätten. Für diesen Zweck hätte billiger Boden an der Peripherie der Städte zur Verfügung stehen müssen. Dieser war aber nicht vorhanden. Es war nicht rechtzeitig für eine Bodenreserve vorgesorgt worden, und nunmehr war Land nur zu unerschwinglichen Preisen zu bekommen. Eine ähnliche Situation ist in den Pflanzenkolonien entstanden, das Aufblühen dieser Siedlungen in den letzten Jahren brachte eine wesentliche Vermehrung der Bevölkerung mit sich. Auch hier ließ sich das Fehlen einer Bodenreserve sehr stark fühlen, und viele Arbeiter. Handwerker, kleine Pflanzer usw. wurden der Möglichkeit beraubt, sich eine selbständige Existenz auf einem eigenen Stückchen Boden zu schaffen. In allen diesen Fällen konnte man deutlich sehen, wie schwer sich der Mangel an einer weitblickenden Bodenpolitik auswirkt. Überall, wo

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