Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 32 (sequence 3)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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Seitdem sind 38 Jahre vergangen. Während dieser Zeit gingen über unser Volk viele Nöte, Verfolgungen und Verleumdungen hin. Ganze Ströme Blutes hat es in den vielen Ländern der Galuth vergossen. Zu Spott und Schimpf wurden wir in den Augen der Völker, und selbst unsere alten Ideale, in unser Land zurückzukehren, es aufzubauen und ein normales Volksleben auf dem Boden unserer Väter aufs neue zu ermöglichen — wie viele Kübel von Spott und Hohn haben die Neunmalweisen unter uns auf sie herabgegossen! — Heute aber, nachdem dieses Tal, das Tal Haifa-Akko, für alle Zeiten in den Besitz des jüdischen Volkes übergegangen ist, durch Vermittlung seines Bodenfonds zur Erlösung des Landes, des Keren Kayemeth Leisrael — heute ist die Stunde gekommen, um eine kleine Bilanz von dem zu geben, was wir im Laufe dieser 38 Jahre erreicht haben. Da ist das kleine und arme Haifa von damals inzwischen zu einer großen und wichtigen Stadt innerhalb unseres Siedlungswerkes geworden, und die Zahl seiner jüdischen Einwohner hat sich seit jener Zeit verzehnfacht. Karmel und Hadar Hakarmel, die damals wüst und kahl waren, sind von vielen jüdischen Siedlungen bebaut: „Hadar Hakarmel'4, „Jechieli44, „Nachala44 usw. Selbst die höchste Spitze des Karmel mußte einen großen Teil ihres Bodens an jüdische Hände abgeben, und dort legt man dauernd neue Felder und Weingärten an. Auf dem roten Karmel, diesem Felsennest, leuchtet heute die Siedlung „Neweh Schaanan44. Bis zum Meeresstrande zieht sich die schöne Siedlung „Bath Galim44: die „Tochter der Wellen44! In Haifa selbst konzentriert sich heute die Großindustrie des Landes, die ganz und gar, zu 100%, von Juden geschaffen wurde: die Zementfabrik „Nescher44, die ölfabrik „Schemen4*, die großen Mühlen, die elektrische Station Rutenbergs und noch manches andere. Auf dem Karmel erhebt sich in seiner Pracht ein wissenschaftliches Institut ersten Ranges, das einzige im ganzen Orient, dessen Absicht es ist, Praktiker für die industrielle Erschließung Palästinas und der anderen Länder des Ostens auszubilden und bereitzustellen: das hebräische Technikum. Und das große Hinterland, vom Meere bis Beth Schaan! Zum größten Teile ist es in jüdischen Händen, zu einem wichtigen Teile wurde es durch den Keren Kayemeth Leisrael ausgelöst, zu einem kleineren auch durch private Gesellschaften. Dieses ganze Tal ist bedeckt von Getreidefeldern, Weinbergen und Gemüseland; es strahlt von der Freude des Aufbaues und von der Lust der Arbeit. Die einstigen Sümpfe sind ausgetrocknet und die furchtbaren Malariaherde sind in gesunde und fruchtbare Siedlungen verwandelt. Auch im Tal Haifa-Akko selbst haben die Juden schon mit Vorbereitungsarbeiten begonnen;