Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 30 (sequence 1)
- Language
- German
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IL DIE ROLLE DES KEREN KAJEMETH BEI ENTWICKLUNG DER HAIFA-BAL Der Wille des Volkes. Von M. Ussischkin, Jerusalem. Es war am 26. Adar 5661 (4. Mai 1891), als eine kleine Reiterkarawane durch das Kischontal zog, um die große Ebene zu erforschen, die sich von Haifa nach Akko hinzieht. Diese jungen Leute waren: Ein junger Schrif tsteller aus Odessa, Ascher G i n s b e r g, der später als „Achad Haam" berühmt und ein Lehrer seiner Generation wurde. Der zweite war ein junger Mann aus Moskau, der soeben die rechtswissenschaftliche Fakultät absolviert hatte, M a s e, der sich später als Oberrabbiner der Moskauer jüdischen Gemeinde einen Namen machte. Der dritte war ein junger Ingenieur aus Elisabethgrad in der Ukraine und hieß T e m k i n, der eben erst ins Land gekommen war, um dem Ausschuß der Chowewe-Zion vorzustehen. Der vierte war ein junger Litauer: Eisenstadt, später als jüdischer Schriftsteller unter dem Namen „Barsilai" bekannt. Und der fünfte war ich, der Schreiber dieser Zeilen, der eben erst sein Studium in Moskau als Ingenieur beendet hatte, und die sechste Person war meine Frau. Uns schloß sich ein Bauer aus Petach Tikwah, ein gewisser Katz an, um uns als Sohn des Landes, der die öden Wege und Straßen kannte, auf unserem Zuge zu begleiten. Unser Ziel war, dieses große Tal zu besichtigen und mit den Besitzern in Verkaufsverhandlungen einzutreten, denn wir dachten ernsthaft daran, es für die Zwecke der jüdischen Kolonisation zu erwerben. Öde und Verlassenheit, die hier schon seit Generationen währten, lagerten rings um uns. In diesem ganzen großen und weiten Tale war kaum ein Mensch zu sehen. Nur hie und da trafen wir irgendein vereinzeltes Beduinenzelt. Ringsum dehnten sich Sümpfe oder Sandsteppen, Wüstensträucher, Dornen, Gestrüpp. Und dem Auge bot sich immer nur dieser eine einzige Anblick: Weit in der Ferne der öde und nackte Karmel, ohne Grün, ohne Baum und Strauch, ohne irgendein Zeichen menschlicher Siedlung; die Stadt Haifa selbst war klein und arm, voll \on Unrat und Schmutz. Nur eine einzige Kolonie in ihrer Umgebung zog unseren Blick durch ihre Schönheit auf sich: es war die deutsche Siedlung „Karmel", die sich damals zu entwickeln begann.