Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Haifa und seine ökonomische Bedeutung
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
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unterbindende Anlagen (insbesondere Bahnstrecken). Die unbedingte Forderung nach größtmöglicher Elastizität würde durch eine solche sektorenförmige Anlage am besten erfüllt, die zentrifugale Wachstumstendenz gewahrt. Das pulsierende Leben der Stadt, ihr Verkehr, würde vom Kern ausstrahlend ungehindert nach der Peripherie, den Außen- und Ferngebieten, gelangen können und die Stadt allmählich organisch und unbehindert in Sektoren wachsen können. Wenn auch einige städtische Gebiete, wie z. B. die Industriegebiete, weit nach Osten hin vorgeschoben werden müßten, so wäre dies kein Nachteil, da eine weitere Entfernung für dieses Gewerbe nicht schädlich, für die Stadt dagegen günstig wäre. Die dazwischen liegenden Gebiete könnten alsdann der Geschäftsbebauung und der sogenannten gemischten Bauweise erschlossen werden, und es würde außerdem genügend Platz geschaffen, freiliegende Flächen bis zu ihrer endgültigen Verbauung als Lagerplätze zu verwenden, die in einer Verkehrsstadt in großer Anzahl vorhanden sein müssen. Auf jeden Fall ist eine weitere und flachere Bebauung heute das Ziel jeder modernen städtebaulichen Entwicklung, und sie ist insbesondere angezeigt in heißen Klimaten wie dem unsrigen. Daß mit dieser Anordnung naturgemäß die organische Zonung aller Stadtgebiete (zoning) Hand in Hand gehen muß, ist selbstverständlich und in allem Obigen schon enthalten. Ein sehr wesentlicher Teil dieser Zonung ist eine gesunde Grünpolitik, die organische Einfügung eines Netzes von Grünadern, Grünflächen und „recreation grounds", die, wie die Verkehrswege das Blutadernsystem des Stadtorganismus, als dessen Atmungs- und Lungensystem bezeichnet werden könnten. Da die Außengebiete der Stadt, insbesondere diejenigen nach Norden hin, infolge der äußerst wasserreichen Kurdani-Quelle in ausgiebigem Maße bewässert werden können und infolge ihrer Nähe zu der Stadt als günstigem Markt aller Wahrscheinlichkeit nach in mehr oder weniger intensive gärtnerische Anwesen aufgeteilt werden, wird auch in diesem Gebiet eine grundlegende siedlungstechiiisehe Bearbeitung notwendig werden. Auch sollte die städtebauliche Entwicklung des nahen Akkos bald in geregelte Bahnen geleitet werden, einerseits um das schöne, alte Akko zu erhalten, anderseits um dem neuen Akko günstige Entwickiungsgrundlagen zu geben. Stellt man zu alledem noch in Rechnung die bedeutenden Verkehrslinien (Straßen und Bahnen), die dieses Gebiet Haifa-Akko durchziehen werden, das große Aerodrom, das in diesem Gebiete geplant ist, die Entwicklung eines Badestrandes an der Küste, die mögliche Einmüdung der Mossul-Öllinie, so erscheint es schon durch all das Erwähnte gegeben, dies ganze Gebiet als Gebiet intensiver, zukünftiger Entwicklung