Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Haifa und seine ökonomische Bedeutung
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
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wenn auch ih mehr oder weniger elastische Bahnen zu lenken, fehlt uns leider hier fast vollständig und erschwert die Aufgabe unendlich. Um so stärker ist die Forderung, diese Entwicklung nicht von Zufall und Willkür abhängig zu machen und sie in solche Bahnen zu leiten, die bei größter Elastizität organische Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Da man die Möglichkeiten der Entwicklung selbst heute kaum voraussehen kann, so müßte man versuchen, möglichst einer idealen Gestaltung nahezukommen, die eine Entwicklung in großem Ausmaß erlaubt, ohne jedoch auch eine mögliche Entwicklung in kleinerem Maßstabe zu beeinträchtigen. Das beste Beispiel für eine solche Art der Gestaltung wird vielleicht ein Kristall geben, der von seinem Kernpunkt aus radikal wächst und der dennoch in jedem Stadium eines Wachstums seinen einheitlichen Organismus beibehält. Auf die städtebauliche Entwicklung der Stadt Haifa angewandt, würde dieses bedeuten, daß, ausgehend vi>n wesentlichen Verkehrs- und Wirtschaftzentren, der Stadt die Möglichkeit des organischen Wachstums nach außen hin gegeben wird. Daß eine solche Gestaltung in absolut idealer Form nicht zu erreichen war, noch weniger heute zu erreichen sein wird, liegt auf der Hand. Doch ist es Aufgabe des Städtebauers und der verantwortlichen Stellen, eine solche Entwicklung nach bester Möglichkeit zielbewußt vorzusehen und durchzuführen. Wenn so die Unmöglichkeit, mehr oder weniger bestimmte Annahmen zukünftiger Entwicklung nach Art und Umfang der städtebaulichen Planung zugrunde zu legen, eine ungeheure Erschwerung der Planung mit sich bringt, so kann anderseits doch mit Genugtuung betont werden, daß die von der Natur gegebenen Bedingungen dennoch mehr oder weniger zwangsläufig die städtebauliche Gestaltung beeinflussen konnten, und heute, soweit es noch möglich ist, die Planung beeinflussen müssen. Die Tendenz der zentrifugalen Entwicklung für die Wirtschaftsgebiete der Stadt in dem radialen Sektor nach Osten hin ist von der Natur aus gegeben. Die Anlage der günstigsten Wohnviertel auf dem Karmel, durch dessen bevorzugte Lage bedingt, die Anlage weiterer Wohnviertel, insbesondere Arbeiter-, resp. Kleinwohnungssiedlungen, die den Arbeitsstätten nahe sein müssen, auf dem hierfür günstigen Hügellande der Dünen, ist gleichfalls von Natur aus gegeben. Von wesentlicher Bedeutung erscheint hierbei, daß die hauptsächlichen Land-Verkehrslinien, das heißt vor allem Straßen und Bahnen, sowie die Grünadern der Stadt (green belts) möglichst in radialer Richtung von dem bestehenden Stadtkern aus in das Erweiterungsgebiet hin verlaufen, möglichst unbehindert durch ringförmige, die kontinuierliche Entwicklung (expansion)