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Palästina · 1929-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1929) · p. Seite 93

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1929)
Article
[Rezension]
Date
1929-02-01
Page
Seite 93 (sequence 3)
Language
German
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Am Fuße des Karmel herrschen zwischen el-Jadjur und Beled esch-Scheich komplizierte tektonische Verhältnisse. Hier liegt an der Kreuzung der großen Randverwerfung und der Querverwerfung des Wadi et-Tabl eine kleine Senonschale aus weißen, kreideartigen, plattigen Kalken und Feuerstein, die von Versteinerungen nur Globigerinen führt. Dicht dabei gibt es auch marines Mittelpliozän, weiche Kalke und Grobkalkbrekzie, welche enthalten Foraminiferen (Polystomella c r i s p a), Pecten flexuosus, P. benedictus (?), Leda pella, Gryphaea Cochlea r, Lucina leucoma usw. Ein ähnlicher Grobkalk mit Foraminiferen soll sich auch auf der Höhe des Karmel bei 400 m und im Süden des Karmel bei Sichron Jakob finden. Der alluviale Lehm der Haifa-Ebene wird von alluvialem (?) oder pliozänem (?) blauem Ton mit Brackwasserfauna unterteuft. Die Dünen im Nordosten von Haifa sind ebenfalls alluvialen Alters, da sie über dem Ton liegen. III. Interessant sind die paleogeographischen Schlußfolgerungen betreffend die geologische Entstehungsgeschichte der untersuchten Gebiete. Neues ergibt sich besonders bezüglich des Pliozäns. Gegen Anfang desselben, im sogenannten Miopliozän, verschaffte ein großer grabenartiger Einbruch in erythräischer NW-SO-Richtung (parallel zum Roten Meere), der den Karmel von den Bergländern von Schefa-Amr und Nazareth trennte, dem Mittelmeer vorübergehend Eintritt bis in die gleichzeitig gebildete südnördliche Jordantalsenke. Bei der alsbald folgenden Absperrung und Eindampfung dieser Meeresbucht entstanden die unterpliozänen Gipse von Melhamije und Wadi öschsche, in der Jesreelebene die roten und grünen Tone. Darauf folgten im Mittelpliozän erst brackische und Süßwasserabsätze mit Hydrobien, Melanien bei Djebatta, Melhamije usw. und weiter bei abermaligem Meereseinbruch die marinen Grobkalke, Kreidekalke und Kalksandsteine von Jadjur, auf dem Karmel und bei Kumijeh gleichzeitig mit vulkanischen Eruptionen. Diese letzte Meerestransgression fiel in die Zeit, als die Gucullatastufe das untere Niltal heimsuchte. Im Oberpliozän fand infolge endgültigen Aufstieges der Wasserscheide Trennung vom Ghor und Erhebung des Karmel als Gebirge statt. Zu Beginn des Diluviums war die letzte bedeutende, mit basaltischen und basanitischen Ergüssen verbundene Gebirgsbewegung. Der Nordflügel des Je?reelgrabens brach damals an mehreren Brüchen in O-W-Richtung ein, wodurch der Graben sich hier zur Taborsenke erweiterte mit dem scharfen Nordrand des Nazarethgebirges und es teilweise zu stufenförmigen Absenkungen kam. IV. Technisch ausgenützt werden die weichen Pliozänkalke von el-Jadjur und der Lehm zur Zementbereitung und die blauen und braunen Tone zu Ziegeln (Haifa). Als Bausteine dienen besonders der Melekeh am Wadi et-Tabl und die Eozänkalke des Nebi Dahi. Für die Wasserbeschaffung ist das Auffinden der Pliozänschicht von Bedeutung, indem aus dieser Formation ganze Quellinien austreten. In den älteren Formationen fehlen durchgehende wasserführende Schichten, mit einer Ausnahme am Karmel, und die Quellen haben mehr tektonische Ursachen. V. Die vorgeschichtliche Zeit. Die vom Verfasser gemachten Oberüächenfunde von Feuersteinwerkzeugen der menschlichen Vorzeit hat er nach deren Klassifizierung durch Prof. Breuil in Paris auf einer Kartenskizze eingetragen mit der Unterscheidung von Chelleen-Acheuleen, Mousterien, Jungpaläolithikum (Capsien), Campignicn, Hochneolithikum, Spätneolithikum, Bronze. Prof. Dr. M. Blanckenhorn (Marburg a. d. L.). Schluß des redaktionellen Teiles.

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