Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 92 (sequence 2)
- Language
- German
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rotgebänderten Flammkalk des Santons, Schreibkreide des Campans, das heißt Kreidemergel, and bunte, zum Teil bituminöse Kalke, Übergangsschichten vom Danien zum Untereozän im Westen von Nazareth und am Nebi Dahi in Gestalt von Plattenkalk mit Feuersteinbänken und Knollen, Mitteleozän, das heißt Nummulitenkalk, auf den höchsten Höhen, rote und grüne Tone des Unterpliozäns im Untergrund der Tiefebene erbohrt. (Als Vertreter dieses Miopliozäns erscheinen am Wadi Öschsche und bei Melhamije am westlichen Jordantalrand gipsführende Mergel und Gips, die auf marine Entstehung und Eindringen des Mittelmeeres hinweisen.) Als Mittelpliozän folgen über diesen Tonen Süßwasserkalk mit kleinen Schnecken (Hydrobia Fraasi) bei Djebatta oder gebänderte Brackwasserkalke und -mergel, dann ein Wechsel von Süßwasseroolithkalk, Kalksandstein, quarzitführendem Konglomerat mit eingelagerten Basalttuffen, endlich Grieß- und Grobkalk mit marinen Fossilien (Foraminiferen, Leda pella, Lucina leucoma usw.). Im Djaludgebiet beobachtete Picard im Jahre 1927 bei Kumieh im Wadi el-Harrijeh unweit der Bahnstation Schatta schon unter dem Meeresspiegel einen Schichtenkomplex aus brackischen (?) Mergelkalken und Plattenkalk, darüber löchrigen Kalk und hellen Kalksandstein, in deren Proben Referent bestimmen konnte: Lucina leucoma und Cerithium conicum, beide bekannt besonders aus den mittelpliozänen Cucullataschichten des Wadi Natrun in Unterägypten. (Der vom Verfasser in seiner ersten Arbeit — auch auf der Karte — als Oberpliozän ausgeschiedene Kalksandstein und Grobkalk der Jesreelebene wurde infolgedessen später noch als marines Mittelpliozän aufgefaßt.) Zwei diluviale Schotterterrassen umsäumen den alluvialen Talgrund, der von rotbraunem bis schwarzem Lehm bis 40 m stark bedeckt ist. Eruptivgesteine wurden beobachtet besonders auf älteren (miopliozänen) Brnchlinien in SO-NW-Richtung und jüngeren (mittel-oberpliozänen) in O-W-Richtung, und zwar außer vorherrschenden Plagioklasbasalten auch Nephelinite (am Nebi Dahi) und Basanit (bei Merchawja). II. Die Haifa-Ebene. Vom Karmel ist nur dessen nordöstlicher Rand zwischen den Ortschaften Beled-esch Scheich und Usufja untersucht. Er setzt sich nach dem Verfasser wesentlich aus Schichten des Cenoman zusammen, zuunterst mächtigen, steil abfallenden Dolomiten, dann kreideartigen Kalken, die den einzigen Quellenhorizont liefern, einer schwächeren Steilstufe aus Dolomitkalk mit einer Austernbank von Gryphaea vesiculosa und dem Seeigel Hemiaster batnensis, weißgrauem KalkT dem Melekeh wie in Jerusalem, der als bester Baustein unterirdisch abgebai.t wird, mit Gryphaeen, Rudisten und Nerineen, mergeligem Kreidekalk, reich an Fossilien, namentlich Ammoniten (wie Crioceras [Ancyloceras] cf. Nicoleti P. et C, Crioceras sp.), Austern, Protocardien, Orbitolina conica, zuletzt grauem Kalk mit Orbitolina cf. concava. Die dann nachfolgenden obersten feuersteinführenden Kreide- und Plattenkalke mit Acanthoceras, meridionale cf, africana Perv. könnten allenfalls dem Turon zugewiesen werden, das ja im südlichen Karmel bei Igzim und nordwestlich Sichron Jakob sicher vertreten ist. Das im Norden des Karmel gegenüberliegende niedrige, flache Bergland von Schef a- Amr, das sich vom Kischon bei Teil el-Kassis nach N parallel der Küste hinzieht, besteht aus versteinerungsarmem Plattenkalk und Kreidekalk, Übergangsschichten vom Danien, der obersten Kreidectage, zum Eozän. Die am Süd- und Westrand des Berglandes von Schefa-Amr zungenförmig in die Küstenebene hineinragenden Hügel bestehen aus oberpliozänen marinen Kalksandsteinen und Kalken mit Foraminiferen und Kalkalgen.