Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 91 (sequence 5)
- Language
- German
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verdrängt. Er ist Herr Arabiens vom Roten Meer bis zum persischen Meerbusen und nicht ohne Mühe ist es England im November 1925 gelungen, ihn zu entsprechenden Grenzregulierungen an der transjordanisch-mesopotamischen Grenze zu bewegen. In Transjordanien, dem kleinen, aber strategisch wichtigen Landstreifen zwischen dem Jordan und der syrischen Wüste, ist bekanntlich König Husseins älterer Sohn Abdullah, in Mesopotamien, das ist im Königreiche Irak, dessen Bruder Feisal Herrscher unter britischer Mandatshoheit. Die Schlußabschnitte über „Das Erwachen Indiens" (S. 274 bis 306) und „Das neue Bewußtsein in Indien" (Indiens Nationalismus, S. 307 bis 338) bilden vielleicht den interessantesten Teil des ganzen Buches, doch müssen wir es uns aus Raumgründen versagen, hier darüber zu berichten. Wir konnten im vorstehenden nur einen schwachen Begriff davon geben, welche Fülle von Tatsachen, übersichtlich gruppiert und von großen Leitgedanken getragen, in dem ganz ungewöhnlich reichen Buche geboten wird. Der Verfasser hat sich damit in die erste Reihe zeitgenössischer Geschichtsforscher gestellt und es ist lebhaft zu wünschen, daß sein treffliches Werk, dessen Brauchbarkeit durch viele Kartenskizzen, reiche Literaturangaben und ein sorgfältiges Register noch erhöht wird, über den Kreis der Fachgelehrten hinaus gebührende Beachtung finde und eifrig studiert werde. Dr. Edmund Jerusalem, Wien. Picard Leo. Zur Geologie der Kischonebene. Mit 2 geologischen Karten nebst Profilen, 4 Textfiguren und 4 Landschaftsbildern. Zeitschrift des Deutschen Palästinavereines. Leipzig 1928. Bd. 51, S. 5 bis 72, Taf. 1 bis 6. Picard L. Über die Verbreitung des Pliocäns im nördlichen Palästina. Mit 1 Skizze. Zentralblatt für Mineralogie usw. 1928. Bd. 5, S. 326 bis 335. Der Verfasser machte 1924/25 anläßlich geologisch-hydrologischer Gutachten für die zionistische Organisation eine vollständige geologisch-kartographische Aufnahme der Jesreel- und Haifa-Ebene, deren Ergebnisse auf zwei geologischen Karten im Maßstab 1 : 75.000 mit 16 Farben aufgetragen sind. Dies ist seit des Referenten geologischer Kartierung des Untergrundes und der näheren Umgebung von Jerusalem im Maßstab 1 :10.000 (Z. d. D. P. V. 1905) die erste genaue geologische Spezialaufnahme, die gerade für die hochinteressante, aber geologisch wenig bekannte Jesreelebene besonders erwünscht war. Verfasser hat diese bei den verwickelten tektonischen Verhältnissen schwierige Aufgabe glänzend gelöst und gibt jetzt ein befriedigendes Bild von dem geologischen Aufbau der Gegend, wobei auch der paläontologische Gehalt der vorkommenden Sedimente und die verschiedenen Eruptivgesteine nach ihrem mikroskopischen Befund gebührend besprochen werden. Dabei ergaben sich mancherlei Überraschungen, namentlich bezüglich der Pliozänformation, die in der zweiten Veröffentlichung nach weiteren im Jahre 1927 vorgenommenen Studien des Verfassers im Osten der Afuleh-Wasserscheide am Nähr Djalud und Wadi öschsche, Zuflüsse des Jordans, eingehender besprochen wird. Die beiden Schriften beweisen, daß gerade durch geologische Spezialaufnahmen auf dem Boden Palästinas besonders rein wissenschaftlich noch recht viel geleistet und Neues entdeckt werden kann. Derartige Aufnahmen verdienen auch im Interesse des Landes selbst gefördert zu werden. Die erste größere Abhandlung zerfällt in fünf Teile: I. Die Jesreelebene und Umgebung, das dreieckige Gebiet zwischen Nazareth im Norden, dem Nebi Dahi und Zerin im Osten und dem Kisehonfruß im Süden, weist folgende Formationen auf: Dolomit der Kreidestufe des Turons am Abhang des Gebirges südlich Nazareth,