Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Fragen der Industrie
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 61 (sequence 3)
- Language
- German
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£ 300. Aber es fehlt noch immer eine Institution, die eine sehr wichtige Kreditart gewähren würde: den Betriebskredit. Fast kein Unternehmen der Welt ist imstande, nach allen Investitionen das nötige Betriebskapital aus eigenem aufzutreiben. Und da ist es für ein gesundes Unternehmen nicht so schwer, von Banken zu günstigen Bedingungen die notwendigen Summen zu erhalten. Hier im Lande ist jedoch nur der Diskontkredit entwickelt. In den letzten Tagen hat nun eine Aussprache stattgefunden, in der die Vertreter der Industriellen dem Direktor der A. P. C, Herrn Hoofien, ihre Forderungen mitteilten. Es sind dies hauptsächlich Solokredit, Kredit auf offene Buchforderungen und Exportkredit. Aber es gilt nicht nur, den berechtigsten Anspruch der bestehenden Industrie zu befriedigen. Es gibt noch viele Möglichkeiten zu entwickeln. So Papier-, Karton-, Zuckerfabriken, Baumwollspinnereien usw. Bestehende Betriebe erfordern Erneuerung der Maschinen, Erweiterung usw. Das erfordert jedoch eine spezielle Bank, die vielleicht mit Hilfe der Jewish Agency geschaffen werden, vielleicht auch die 6chon in Gründung begriffene Industriebank sein wird. Die Leder- und Schuhwirtschaft. Von Kurt Löwenstein, Berlin. Wenn man die wirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas in den letzten Jahren und in der Gegenwart bis in ihre feineren Verzweigungen hinein verfolgt, stößt man z. B. auf Gebiete, die nicht gerade sehr bekannt sind, aber doch große Beachtung verdienen, da ein gut Teil alles realen Lebens im Lande sich aus ihnen zusammensetzt. Ein derartiges Wirtschaftsgebiet ist die Leder- und Schuh Wirtschaft Palästinas. Sie ist heute schon ein nicht unwichtiges Glied in der weltwirtschaftlichen Verflechtung des Landes und hat auch für die Handelsbeziehungen mit Deutschland erhebliche Bedeutung. So wurden schon im Jahre 1925, für welches die letzte zusammenfassende Ubersicht seitens der Regierung vorliegt, 84.212 Kisten mit Büffelfeilen im Werte von 6428 ägyptischen Pfund eingeführt. Die Hauptlieferanten hierfür sind Indien und die Malayenstaaten. Ferner wurden 2162 kg Schaf- und Ziegenhäute im Werte von £ 201 sowie 2019 kg andere Häute im Werte von £ 223 importiert. Hiervon lieferte Deutschland 406 kg im Werte von £ 31.—. An Leder betrug die Einfuhr in Unterleder 256.688 kg im Wertbetrage von £ 33.518. Hauptlieferanten sind Ägypten und Frankreich. Deutschland lieferte 1913 kg für £ 371. An Oberleder wurden 55.934 kg im Werte von £ 29.118 importiert, in erster Linie aus den Vereinigten Staaten, Ägypten und Frankreich. Deutschland war hieran mit 7572 kg und £ 3443 beteiligt. Von anderen Ledern wurden 20.830 kg für £ 3279 in erster Linie aus Syrien eingeführt. Deutschland lieferte davon 842 kg für £ 251. Die Einfuhr fertiger Schuhe ergab eine Wertsumme von £ 60.852. Hauptlieferanten sind Syrien, in erster Linie für arabisches Schuhwerk, Deutschlands welches für £ 13.461 lieferte, die Vereinigten Staaten, die Tschechoslowakei und Frankreich. Ks gab auch eine gewisse Lederausfuhr aus dem Lande, die infolge des Entstehens einer Gerbereiindustrie anwächst. 1925 wurde für £ 3160 Leder ausgeführt, 1926 für £ 5300, 1927 für £ 11.200, hauptsächlich nach Syrien und Ägypten. Auf Häute und Leder, mit Ausnahme von Pelzfellen, liegt nach dem seit dem