Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Politik. Von Dr. Ernst Simon. Jerusalem.
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 57 (sequence 6)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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vertritt. Neuerdings haben allerdings Verhandlungen mit den Kreisen der Agudath Jisrael stattgefunden, die auf Initiative dieser separatistisch orthodoxen Organisation hin eingeleitet wurden. Sie sind gescheitert, wie sie scheitern mußten, war doch ihr Hauptbeweggrund der, daß die maßlose und vor keinem Mittel zurückschreckende Trennungsagitation der Aguda (zum Austritt aus der gesamtjüdischen Organisation, der Knesseth Israel) nur minimale Erfolge gezeitigt hatte. Interessant zu beobachten war, daß die linken Kreise des Jischuw zu größerem Entgegenkommen bereit waren als die religiös mehr rechts stehenden, die von der Einwirkung der Aguda nicht mit Unrecht eine Schwächung des offiziellen Oberrabbinatcs erwarten mußten. Nunmehr wird wohl bald die Wahl zu der neuen „Assefath Haniwcharim" (gewählten Delegiertenversamralung) stattfinden, an der sich, laut dem Ergebnis der ausgelegten Listen, die ganz überwältigende Mehrheit des Jischuw, einschließlich der Frauen, beteiligen dürften. Nur das Wahlalter hat man, auf Drängen des Misrachi, von ursprünglich 18 wieder auf 21 Jahre herausgesetzt; die passive Wählbarkeit ist an die palästinensische Staatsbürgerschaft oder doch an den Nachweis gebunden, daß ein Antrag zu ihrer Erlangung eingereicht ist. Die gleiche Beschränkung gilt auch für die Wahlfähigkeit und Wählbarkeit zu den Stadtverwaltungen, aus welchem Grunde die Juden z. B. in Jerusalem, wo sie an sich die Majorität bilden, nur eine Minderheitsvertretung erlangen konnten. Deren Zusammenarbeit mit der Mehrheit war teilweise so wenig gut, daß sogar der völlig unsinnige Plan einer rein jüdischen Jerusalemer Kommunalverwahung auftauchen konnte, freilich bald wieder in der Versenkung verschwand. Daß solche Mißstände kein Beweis gegen die Möglichkeit jüdisch-arabischer Zusammenarbeit sind, zeigt Haifa, wo beide Gruppen fruchtbar miteinander wirken. Das gleiche gilt für Jaffa; als dort neulich einer der beiden jüdischen Beigeordneten wegen eines Konfliktes mit dem Rabbiner zurücktrat, bat ihn der arabische Bürgermeister in einem überaus herzlichen und seine Verdienste warm würdigenden Brief, die Demission zurückzunehmen. Bei dieser Sachlage war um so weniger Grund für die (noch unter der alten Stadtverwaltung erfolgte) Weigerung Tel-Avivs, an einer interkommunalen Beratung der palästinensischen Städte teilzunehmen, zu welcher der arabische Bürgermeister Haifas natürlich auch die jüdische Stadt eingeladen hatte. Hoffen wir, daß die neue, die 5. A1 i a h, deren erste Vorboten gerade in diesen Tagen mit großer Freude uberall empfangen werden, wo sie sich zeigen, dem Jischuw nicht nur eine quantitative, sondern auch eine qualitative Stärkung bringen: nämlich Menschen, die wissen und gelernt haben, daß Palästina nur durch die Zusammenarbeit der beiden Völker, die es Heimat nennen, aufgebaut werden kann, im großen und im kleinen. Landwirtschaft: Zuckerrübenbau. Von Agr. B. Kapuller, Mikweh-Israel. (Nachstehendes ist ein Auszug aus einem Vortrag, den der Verfasser kürzlich im Verein der Agronomen in Tel-Aviv gehalten hat.) Die Zuckerrübe ist eine ausgezeichnete Hackfrucht und eine vorzügliche Bodenverbesserin. Es fehlt in Palästina an einer geeigneten Hackfrucht. Von den Schmetterlingsblütlern ist nur der Klee noch eine passende Vorfrucht für das Getreide, dessen Anbau jedoch ist nur in Verbindung mit Viehzucht rentabel, was jedoch vielfach seine Schwierigkeiten hat. Hingegen ist die Zuckerrübe überall eine besonders gute Vorfrucht für das Getreide, welches nach ihr eine um 25 bis 30% höhere Ernte