Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Die hebräische Presse in Palästina
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 51 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Presse alle Gebiete des Lebens und der Wissenschaft und kann sich an Niveau mit jeder europäischen Presse, die in reichhaltigerer Sprache geschrieben ist, messen. Die hebräische Presse in Palästina spiegelt das bürgerliche und öffentliche Leben der jüdischen Bevölkerung wider und ihre Entwicklung kann für jede wiedererstehende Sprache zum Beispiel dienen. Schließlich muß auch erwähnt werden, daß sich nach der Statistik gegenwärtig 300 hebräische Schriftsteller und Journalisten in Palästina befinden, von denen natürlich nur ein Teil von diesen Berufen lebt. Mit der Entwicklung des Journalismus ist auch die Buchdruckerei in Palästina gewachsen. Es bestehen heute zirka zehn Druckereien, unter welchen manche ultramodern sind, mit Rotationsmaschinen, lithographischen und zinkographischen Pressen usw. Die Tagesblätter „Haarez" und „Doar Hajom" besitzen ihre eigenen Gebäude und Druckereien. Sie erscheinen in vier Seiten Großformat, jenem der amerikanischen und französischen Blätter. Freitag und am Vorabend der Feste publizieren die drei Tagesblätter literarische Beilagen. Einige hunderte Familien leben von diesen Druckereien, die heute einen der größten Industriezweige Palästinas darstellen. Zum Lohn- und Teuerungsproblem in Palästina. Eine Entgegnung von Dr. Alfred Bonne, Jerusalem. In seinem Artikel „Das Problem des Arbeitslohnes in Palästina" in Heft 1, 1929, dieser Zeitschrift schreibt der Verfasser Dr. W. Preuß auf Seite 8 (unter Bezugnahme auf meinen Aufsatz im Heft 3/4 des Jahrganges 1928 über das Teuerungsproblem in Palästina): „... Ich kann daher der Feststellung von Dr. Bonne in dem erwähnten Artikel, daß die Lebensmittelpreise, außer Milchprodukten, in Palästina nicht höher sind als im Ausland (Seite 111), nicht zustimmen; in der von ihm gebrachten Tabelle fehlt ein so ausschlaggebendes Produkt wie Brot, trotzdem es im Durchschnitt doppelt so teuer ist als im Auslände, infolge des großen Verbrauches von Weißbrot im Lande. Außerdem sind auch nach seiner Tabelle nicht nur Milchprodukte, sondern auch Fleisch, Kartoffeln, Reis und sogar Eier teurer als in fast allen anderen Ländern." Es ist mir unverständlich, wie Preuß diese Sätze niederschreiben konnte, da fast jeder von ihnen unrichtig ist. Zunächst einmal das Zitat aus meinem Aufsatz, das Preuß in Anführungszeichen bringt! Ich will demgegenüber nur das zitieren, was ich wirklich geschrieben habe: „Auch diese letzte Gegenüberstellung zeigt uns, daß die Preise für Lebensmittel in Palästina zwar für einzelne Nahrungsmittel, darunter allerdings die wichtigen Milchprodukte, Fleisch und Kartoffeln, erheblich höher sind als in einer mittelteuren Großstadt Deutschlands, sie zeigt uns aber auch, daß die große Reihe der übrigen Artikel, wie Eier, Mehl, Brot, Reis, Zucker, Petroleum (als Ersatz für Gas und Kohlen), kaum teurer, sondern teilweise sogar erheblich billiger sind .. ." (Sperrungen von mir.) Ich glaube nicht, daß ich dieser Gegenüberstellung viel hinzuzufügen habe. Gerade das, was Preuß gegenüber meiner angeblichen Äußerung behauptet, betone ich klar und deutlich genug seihst. Nun zu der zweiten Behauptung, daß ich ein so ausschlaggebendes Produkt wie Brot nicht berücksichtigt habe. Es scheint, daß Preuß meine Ausführungen wirklich