Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1929-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1929) · p. Seite 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1929)
Article
Die Versorgung der Juden Palästinas mit Spitälern und Polikliniken
Date
1929-02-01
Page
Seite 20 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2379786-2379874-2379877-2388554--08529-2388787
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

2© Mannigfache Gründe erklären die große Anzahl kleiner Spitäkr. Nebst dem geringen Bedarfe einer kleinen oder mittelgroßen Stadt, ist die geringe Leistungsfähigkeit der Inhaber maßgebend. EHe in die Spitaler investierten relativ großen Werte sind infolge dieser Zersplitterimg nicht genügend ausgenützt. Es gilt dies für die nichtjüdischen Unternehmungen noch mehr als für die jüdischen und hängt mit dem System zusammen, bei dem nicht die zu versorgenden, sondern der Versorgenwollende in erster Reihe zur Geltung kommt. D) Spitalsbedarf und Befriedigung. Der Bedarf einer gewissen Bevölkerungsmenge ist Funktion einer Faktorenreihe, die nach Ort und Zeit variiert. Generalisierunß und Nivellierung ist unmöglich. Klima und Anpassung an dasselbe, Bodenbeschaffenheit und Zustand der Assanierung. Häufigkeit endemischer und epidemischer Krankheiten, Wohlstand und Wohnungsverhältnisse, Krankheitseinsicht, Einschätzung der Gesundheit und des Lebens der Angehörigen, insbesondere der Kinder, Geneigtheit zu Hospitalisierung, dies und anderes noch beeinflußt den Bedarf so sehr, daß sich starre Regeln nicht aufstellen lassen. Insbesondere gilt das für Länder wie Palästina, mit dem Nebeneinander vieler Kulturen, grundverschiedener Verhältnisse und Bedingungen. Der bedürfnislose Nomade wie der arabische Fellache, dessen Nachkommenschaft in ungeheurem Prozentsatz in Kleinkindesalter den Ted findet, ohne daß Arzt und Spital in Anspruch genommen würden, ist weder ein empfehlenswertes Beispiel noch ein Maßstab für den Bedarf der anderen Bevölkerungsgruppen, speziell der Juden. Dier viel größere Bedarf der letzteren ist kein Zeichen physischer Minderwertigkeit, Es nützt den Fellachen in gesundheitlicher Hinsicht nicht, wenn die viel höheren Bedürfnisse der anderen nicht befriedigt werden, ebensowenig würde ihnen heute damit gedient sein, wenn ihnen jetzt an Zahl und Standard Spitäler zur Verfügung stünden, wie sie die Juden haben und brauchen. In Palästina hat in den Jahren 1922—1926 die Vermehrung der Bettenzahl mit der Vermehrung der Bevölkerung nicht gleichen Schritt gehalten. Die Bevölkerung hat sich rascher vermehrt. Im Jahre 1922 gab es pro 1000 Einwohner (exkl. Beduinen) 2.6, im Jahre 1926 nur 2.35 Betten fohne Irrenanstalt) — obwohl in dieser Zeit der Bevölkerungszuwachs Palästinas zu % aus eingewanderten Europäern bestand, deren Spitalsbedürfnisse größer sind als die der autochtonen Bevölkerung. Beide Ziffern sind im Vergleich mit den Ziffern in zentral- und westeuropäischen Kulturländern oder mit Nordamerika niedrig; (Vereinigte Staaten 4,1°/A0, Dänemark 4.4, Deutschland 5.3), im Vergleich mit Osteuropa hoch fz. B. Bulgarien 1.2, Rußland 1.2, Polen 1.60/Oo). Die Spitäler sind in Palästina ungleich über das Land verteilt. Zahl der staatlichen, städtischen und Volontären Spitäler im Jahre 1926s 0rt Spifäler" ' d letten Bemerkungen Jerusalem1) ... 10 728 (darunter 1 staatlich) Jaffa ..... 4 207 (darunter 1 städtisch) Haifa ......5 162 (darunter 1 staatlich) Fürtrag 19 1097 *) Ohne Lepraheim, ohne Irrenanstalten und ohne Privatsanatorien, wie auch oh«ie Erholungsheim der Kupat Cholim in Moza,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.