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Palästina · 1929-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1929) · p. Seite 2

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1929)
Article
Die Rinderzucht in Palästina
Date
1929-02-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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ganz anderer Wirtschaftsform wie sein arabischer Nachbar fußend, verfolgt nicht nur seine spezifischen Methoden bei der Rinderzucht, sondern bildet sich durch die Einführung neuer Rassen sogar schon an der Wurzel der Produktion seine eigene differenzierte Grundlage für diese. Und auf der anderen Seite findet er seinen Abnehmer für die Produkte seiner Zucht ausschließlich in den jüdischen Bevölkerungskreisen der Städte, die nicht nur aus nationaler Vorliebe, sondern wirtschaftlicher Erwägungen halber die gesamte Produktion aufnehmen. Sie sind aber auch besonders darauf angewiesen, denn infolge ihrer europäischen Bedürfnisse benötigen sie Rindfleisch und Kuhmilch in weit größerem Maßstab wie der Araber. Die arabische Landwirtschaft könnte diese Bedürfnisse nur notdürftig decken. Tabelle I. Der Rindviehbestand Palästinas. Milchvieh Arbeitsvieh Schlacht- Stiere Kühe Kälber zus. Stiere Kühe Kälber Ochsen zus. vieh zus. Bericht des Department for Agriculture 1926 .... 3.707 37.062 18.456 59.225 26.899 39.226 24.299 28.224 120.790 1.208 181.221 davon in jüdischen Wirtschaften (1927) . . .total 500 6.300 4.691 11.531 411 11.942 in % 13 5 17-7 25*5 19 5 0 3 6.6 In Tabelle I sind die Zahlen des Rindviehbestandes angeführt, welche das Department of Agriculture der Palästina-Regierung für das Jahr 1926 über den Rindviehbestand des Landes veröffentlichte. Und diesen gegenübergestellt sind die Ergebnisse einer Zählung in den jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen, durchgeführt vom statistischen Amt der Zionistischen Exekutive im April 1927. (Siehe auch unseren Hinweis auf diese Ziffern und ihren Vergleich in Nr. 5/7 1928, S. 308. — Die Red.) Trotzdem Palästina ein Land extensiver Landwirtschaft ist und ein beträchtlicher Teil seiner Einwohnerschaft, nämlich die nomadisierenden Beduinen, ausschließlich Tierzüchter sind, ist der Bestand an Rindvieh relativ gering. Es entfielen auf je 1000 Einwanderer an Rindern in: Deutschland (1925) ......... 265 Oesterreich (1923)........... 346 Holland (1925)............. 391 Ver. Staaten (1924) .......... 631 Brit. Indien (1921)........... 508 Dänemark (1925) ........... 2618 Demgegenüber hatte Palästina im Jahre 1926 auf je 1000 Einwohner einen Rindviehstand von 215 Stück. Und will man den jüdischen Jischuw als ein wirtschaftlich autonomes Gebilde ins Auge fassen, so zeigt es sich, daß auf je 1000 jüdische Einwohner nur 79 Rinder entfallen, die in jüdischen landwirtschaftlichen Betrieben gehalten werden. Dabei ist natürlich festzustellen, daß der Wert solcher Vergleichszahlen nur ein relativer ist, da die Qualität des Viehschlages in jedem einzelnen Lande nicht in Rechnung gesetzt ist. Und daß auch bei einer Betrachtung von diesem Standpunkt aus Palästina nicht besser wegkommt, wird sich bei der Besprechung der heimischen Zucht noch ergeben. (Hingegen wird aus ihfr hervorgehen, daß die niedrige Zahl des Viehstandes in den jüdischen Betrieben gegenüber dem allgemeinen Landesdurchschnitt durch bessere Qualität der Zucht einigermaßen wettgemacht wird.)

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