Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1929)
- Article
- Das Memorandum Louis Marshalls [Nachricht]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 3)
- Language
- German
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daß ein solcher Schritt die Festlegung und Ausführung wirksamer konstruktiver Maßnahmen stören und unvermeidlich dazu führen würde, die Verwirklichung der Ziele zu verzögern, die den Bemühungen um die Erweiterung der Jewish Agency Antrieb gegeben hatten. Im Laufe der Debatte stellte es sich heraus, daß die Zionistische Organisation es für notwendig hielt, für den Fall einer etwaigen Wiederauflösung der erweiterten Jewish Agency Vorsorge zu treffen, und zwar im Hinblick auf die rechtliche "Wirkung einer solchen Wiederauflösung auf Artikel 4 des Mandats für Palästina in der vom Völkerbundrat am 16. September 1922 genehmigten Fassung. In Anerkennung der Berechtigung dieser Vorsichtsmaßnahmen wurde beschlossen: 1. Um allen Fragen vorzubeugen, die im Falle der Wiederauflösung der erweiterten Jewish Agency auftauchen könnten, und um für jeden Fall die Fortdauer einer Jewish Agency gemäß Artikel 4 sicherzustellen, sollen geeignete Maßnahmen getroffen werden zur Erlangung der Zustimmung der Mandatarmacht oder einer anderen etwa zuständigen Instanz zu dem Plan der Erweiterung der Jewish Agency in Verbindung mit einer Klausel, wonach im Falle einer zukünftigen Wiederauflösung der erweiterten Jewish Agency alle Rechte und Privilegien, die jetzt der Zionistischen Organisation in Übereinstimmung mit Artikel 4 des Mandats zustehen, an sie uneingeschränkt zurückfallen sollen. 2. Der zionistische Kongreß soll ersucht werden, nach Be werk Stellung des oben bezeichneten Arrangements, seine oben erwähnte Resolution wieder aufzuheben. New York, 20. November 1928. Louis Marshall. Die Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees. Diese fand vom 20. bis 25. Dezember in Berlin statt. Prof. Weizmann legte das obige Memorandum Marshalls vor. Das Aktionskomitee faßte in bezug auf die Erweiterung der Jewish Agency folgende Beschlüsse: Das Aktionskomitee spricht seine Befriedigung aus über den Verlauf der Konferenz von Vertretern des amerikanischen Judentums in New York am 20. und 21. Oktober 1928, die sich für den Eintritt der amerikanischen Judenheit in die Jewish Agency, die gemäß dem Palästinamandat berufen ist, an der Schaffung des jüdischen nationalen Heims mitzuwirken, erklärt hat. Nachdem die auf Grund der Beschlüsse des Aktionskomitees vom Juli 1928 in Berlin geführten New Yorker Verhandlungen ihren Abschluß gefunden haben, ermächtigt das Aktionskomitee nach Kenntnisnahme der Memoranden, die dem Briefe des Mr. Marshall vom 20. November 1928 beigeschlossen waren, die Exekutive der Zionistischen Organisation, in der Erwägung, daß diese Verhandlungen den Berliner Beschlüssen weitgehend Rechnung tragen, und in der Erwägung, daß die Ergebnisse der Verhandlungen einen entscheidenden Schritt zur Vereinigung der gesamten Judenheit innerhalb der erweiterten Jewish Agency für den Aufbau von Erez Israel bedeuten, Mr. Marshail mitzuteilen, daß die Zionistische Organisation bereit ist, im Ein' klang mit den in den Memoranden enthaltenen Vorschlägen vorzugehen. Das Aktionskomitee erwartet, daß die Exekutive alle notwendigen Maßnahmen ergreifen wird, um die Errichtung des Council der erweiterten Jewish Agency und dessen Einberufung, zum frühestmöglichen Termin nach dem 16. Kongreß sicherzustellen.