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Palästina · 1929-01-01 · Heft 1 (Januar 1929) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 1 (Januar 1929)
Article
Das Problem des Arbeitslohnes in Palästina
Date
1929-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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morgen möglich. Hier bestehen Möglichkeiten in der Verbesserung der Absatzbedingungen, Einschränkung des Zwischenhandels usw. Der exorbitante Milchpreis z. B. ist eine Folge der Zwischenhandelsverteuerung. Eine gesunde Gewerbepolitik müßte hier einsetzen. 5. Einschneidender sind die Möglichkeiten einer Einwirkung auf dem Wohnungsmarkt. Jede Siedlungspolitik am Rande der Stadt, die bei der großen Zahl der Barackenbewohner auch sonst dringend notwendig ist, muß zugleich mit Verbreiterung der landwirtschaftlichen Anbaufläche (durch Anlage von Vorgärten usw.) zu einer Hebung des Reallohnes führen. Die Vernachlässigung einer solchen, mit verhältnismäßig geringen Mitteln durchführbaren Siedlungspolitik seitens der Zionistischen Organisation, rächt sich auf vielfache Weise und schädigt die Massen der Bevölkerung sowie indirekt auch die Industrie und Landwirtschaft (durch Minderung der Kaufkraft der Bevölkerung). 6. Von großer Bedeutung ist die Änderung der Zoll- und Steuerpolitik der Regierung, die, statt rein fiskalisch eingestellt zu sein, nicht nur die Interessen der Industrie, sondern vor allem auch die der arbeitenden Massen zu berücksichtigen hat. Progressivst der Steuern, Senkung der Zölle auf notwendigste Lebensinittel (Zucker!) usw. sind die Wege zu diesem Ziel. 7. Produktive Lohnpolitik in diesem Sinne, für die ein weites Feld vorhanden ist, ist allein imstande, an Stelle von sonst unvermeidlichen Arbeitslohnkämpfen zu treten, da bei der Situation des palästinensischen Arbeiters formale Regelungen allein nicht ausreichen. Hier liegt ein Feld gemeinsamer Interessen von Arbeitgebern und Arbeitern für lange Zeit hinaus vor. In diesem Sinne ist das Lohnproblem in Palästina als eine Frage zu betrachten, die bei verständnisvoller Behandlung der wirklichen Situation einer schrittweisen Lösung fähig ist. Die Steuerlast auf den Konsum in Palästina- Von David Horowitz, Tel-Aviv. Für die Beurteilung der Wirtschaftspolitik der palästinensischen Regierung ist es wichtig, zu untersuchen, auf welcher Basis ihre Auffassung von der Entwicklungsrichtung und den Perspektiven des Landes beruht. Völlig andere Gesichtspunkte sind für ein Kolonisationsals für ein Kolonialland von Bedeutung; das Problem der Bevorzugung der einen der beiden Wirtschaftstendenzen hat eine nicht geringe praktische wirtschaftspolitische Bedeutung. In Palästina stoßen die beiden Tendenzen, die koloniale und koloni-

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