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Palästina · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 537

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Der Bericht der Regierung an den Völkerbund für 1927 [Nachricht]
Date
1928-11-01
Page
Seite 537 (sequence 1)
Language
German
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537 Landwirtschaft und Kolonisation. Der Bericht der Regierung an den Völkerbund für 1927. Nachdem wir die meisten Ziffern und Daten dieses Berichtes schon in anderem Zusammenhang mitgeteilt haben, heben wir aus ihm nur einige interessante Details her ans: Ueber die »Centraibank für Kooperativen« (s. Nr. 1/2, S. 76) spricht sich der Bericht lobend aus. Sie hat durch langfristige Darlehen zu mäßigen Zinsen dazu beigetragen, die Frage des Agrarkredits zu lösen, Sie hat auch bereits einige arabische Klienten. Die Notwendigkeit der Aufforstung wird stark betönt. Das gesamte Waldareal ist 300.000 Acres (zirka 1.2 Millionen Dunam). . Der Eucalyptus, der vor 50 Jahren eingeführt wurde (von der Rothschild Verwaltung in Chedera' zur Austrocknung der Sümpfe. — Die Red,), ist von unschätzbarem Werte. Bisher hat man das Holz des rasch wachsenden Baumes als Feuerungsmaterial benützt, jetzt wird es auch als Bauholz verwendet. Die Zündhölzchenfabriken verwenden jetzt ausländisches Papr pelholz, aber die einheimische Pappel ist eine sehr gute Sorte und ihre Pflanzung wird sich gut rentieren. Ueber den Fischfang sagt der Bericht, daß unbefriedigende Markteinrichtungen und schlechte Methoden, die kraftvergeudend wirken, den Fortschritt der Fischindustrie hindern. (Siehe darüber den Artikel von J. Bojewski in Nr. 5/7, — Die Red.) Infolgedessen nimmt die Einfuhr von frischen und konservierten Fischen noch immer zu. Der Durchschnittsverkaufspreis per 1 kg blieb 65 Müs. Die Schwämme-Industrie belebt sich. Der Export von Schellfischen nach Aegypten hat begonnen. 700 neue Bienenstöcke sind 1927 eingerichtet worden, Die Honigernte war im Norddistrikt sehr gut,, wo im Durchschnitt 50 kg in den modernen Stöcken gewonnen wurden. Im Süden war der Ertrag infolge schlechterer klimatischer Verhältnisse geringer, Die Marktlage war günstig, man zahlte per 1 kg 80 Müs für Orangenblütenhonig, 60 Müs für andere Sorten. Ein großer Teil wurde exportiert. Die Geflügelzucht machte große Fortschritte und rentierte sich. 100 moderne Geflügelhäuser und 60 Inkubatoren kamen 1927 neu dazu, abgesehen von der Modernisierung bestehender Einrichtungen. Geflügelzucht wird vielfach gemeinsam mit Gartenkultur betrieben, für die der Geflügeldünger gut ist, indes die Vögel den Garten von schädlichen Insekten und Unkraut befreien, wodurch die Kosten verringert werden. Der Preis frischer Eier ist 45—60 Müs per Dutzend im Sommer und 120 Müs im Winter, Tafelgeflügel kostet 120—150 Müs per kg Lebendgewicht. Die Ernte 1927. Der obenerwähnte Regierungsbericht gibt folgende Ziffern nach der Zehentsteuerschätzung: 1926 1927 Winterfrucht Tonnen Weizen 99.023 99.406 Gerste 69.358 44,524 Linsen 3.321 3.155 Kersenneh 8.014 6.414 Bohnen 2.691 1,859 Erbsen 1.134 948 insgesamt 183.541 156.306 Sommerfrucht Tonnen Durrha 23.914 37.441 Sesam 1.817 5.831 Oliven 2,093 1.866 Olivenöl 4.650 3.737 Melonen 25,572 37.926 Trauben 6.733 7.190 Feigen 7.275 8.302 Mandeln 302 411 andere Früchte 3.905 4.138 Gemüse 15.827 19.148 insgesamt 92.088 125.990 Anmerkung. Die Zehentschätzung im Norden bei Oliven wird meist nach dem Oelvertrag vorgenommen, im Süden nach Oliven. (Nachbemerkung der Red.: Die Ernteziffern der Jahre 1921/25 sind von uns in Nr. 4/5 1927, S. 189, angegeben worden. Siehe auch Nr. 5/7 1928, S. 307/8.)

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