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Palästina · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 520

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Die Fragen des Mandates vor dem Plenum des Völkerbundes [Nachricht]
Date
1928-11-01
Page
Seite 520 (sequence 3)
Language
German
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520 Parität gefördert werden und daß die .Mandatarmächte alle darüber angeforderten Auskünfte erteilen werden. Die Versammlung wünscht, daß das Studium der Frage des Handels mit Spirituosen, mit Hilfe der Mandatarmächte zu wirksamen Resultaten führen soll. Die Versammlung ist der Ansicht, es sei wünschenswert, daß die Mandatarmächte alle Angaben machen und ä jour halten, die notwendig sind, um die bereits durch das Sekretariat angelegten statistischen Tabellen fertigzustellen." Die Einbürgerung. Im Laufe des Monats September wurden in Tel-Aviv 111, in Jerusalem 321 Personen als palästinensische Staatsbürger neu eingebürgert. Die Kommunisten und der Balfour-Tag, Aus Anlaß des Jahrestages der Balfourdeklaration veröffentlichten! die jüdischen Kommunisten Palästinas eine Proklamation, in der die Bevölkerung aufgefordert wird, die britische Macht zu stürzen. In einer zweiten Proklamation bezeichnen die Kommunisten den jüdischen Anspruch auf die Klagemauer als einen „Raubanspruch". Araber und Juden sollen sich gegen England wenden und eine demokratische Regierung bilden. Entdeckung einer kommunistischen Zentrale in Palästina. Wie die „Ita" meldet„ wurde in der Kolonie Neß Ziona eine kommunistische Zentrale, mit der eine Druckerei verbunden war, aufgedeckt. 8 Juden und 2 Araber wurden im Zusammenhang hiemit verhaftet. Neue Zerwürfnisse im arabischen Lager. Der als Kenner der Verhältnisse geschätzte Michael Assaf gibt im ,,Dawar" vom 12. Oktober eine Uebersicht über die Entwicklung im palästinensischen Arabertum seit dem 7. arabischen Kongreß bis jetzt. (Siehe über diesen Kongreß unseren Bericht -in Nr. 8/10, S. 422. — Die Red,} Das Stattfinden des 7. arabischen Kongresses, nach so vielen vergeblichen Versuchen,, und der harmonische Verlauf des Kongresses habe seinerzeit auch die Kenner der arabischen Bewegung überrascht. Nicht nur sei die Konferenz selbst zielbewußt geleitet und durchgeführt worden, sondern sie habe auch, obwohl sie im ganzen nur 8 Stunden gedauert habe, viele Verbindungen zwischen bisher feindlichen Gruppen im palästinensischen Arabertum angeknüpft. In der Forderung nach einem Parlament habe es in der Tat eine Einheitlichkeit in allen arabischen Gruppen gegeben. Inzwischen aber sei klar geworden, daß die Einigkeit dieses Kongresses eine künstlich herbeigeführte war und daß jetzt, wo sich herausstelle, daß die Frage des Parlaments nicht aktuell sei, schnell wieder die alten Gegensätze in aller Schärfe sich herausbildeten. Die wichtigen aktuellen Angelegenheiten, wie die Zusammensetzung des obersten mohammedanischen Rates, die Gegensätze zwischen den einheimischen und fremden Christen in den christlichen Verbänden, das Verhältnis der Mohammedaner zu den Christen, die Beziehungen! der Fellachen zu den Effendis und das Verhältnis zur Mandatsregierung seien auf dem Kongreß überhaupt nicht in Erscheinung getreten. Die arabische Exekutive, die auf diesem Kongreß gewählt wurde, sei in der Zwischenzeit ein oder zweimal zusammengetreten und jetzt völlig von der Oberfläche verschwunden. Der neu entbrannte Kampf zwischen den Husseinis und der mohammedanischen. Opposition spiele sich außerhalb der arabischen Exekutive ab. Das sei der erste Beweis ihres Scheiterns gewesen. Noch ein deutlicherer Beweis seien die Vorgänge bei der Einweihung der restaurierten El Aksa-Moschee gewesen, wo man in der Oeffentlichkeit die Husseinis der Unterschlagung der für diesen Zweck gesammelten Gelder beschuldigt habe. Aber, am deutlichsten sei das Wiederaufleben der alten Gegensätze im arabischen Lager im Zusammenhang, mit der Klagemauerangelegenheit deutlich geworden. Die arabische Exekutive-sei in dieser ganzen Angelegenheit überhaupt nicht hervorgetreten. Die der Opposition nahestehenden Zeitungen wie „tMaret El Schark" und „Carmel" hätten die Klagemauerangelegenheit beinahe überhaupt nicht erwähnt und der „Palestine* habe zwar einen Artikel gegen die Juden geschrieben, in einem zweiten Artikel aber zum Ausdruck gebracht, daß der Sieg der Juden, den die, Zeitung in dem Gelingen der Demonstration zu erblicken glaubt, die völlige Niederlage der arabischen Exekutive erweise. Nur die den Husseinis nahestehenden Zeitungen hetzten gegen die Juden. Der Oberste mohammedanische Rat habe es nicht gewagt, unter seinem Namen den Kampf gegen die Juden zu organisieren, sondern sich dazu der neuen Firma „Committee zur Verteidigung der Mauer" bedient, offenbar weil er gefürchtet habe, daß seine eigene Firma im Lande zu unbeliebt sei. Aber dieser Versuch, sich unter einem neutralen Namen zu verbergen, sei, wie das Verhalten der Opposition erweise, mißlungen. Die Opposition, so sehr sie geneigt sei, sich jeder gegen die Juden gerichteten Hetze anzuschließen, habe doch verstanden, daß die Vorgänge an der Klagemauer Wasser auf die Mühle der Husseinis gewesen seien und daß, wenn man sich von ihnen in den Kampf gegen die Juden hineinreißen lasse, man nur dazu beitragen werde, die Husseinis in den Augen des Islam als Helden erscheinen zu lassen.

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