Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Kali im Toten Meer
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 499 (sequence 4)
- Language
- German
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499; zum Rückzug zwingen. Nur die oberen Leiter der Fabrik, die nur an besonders kühlen Tagen in bequemen Autos zur Kontrolle von Jerusalem hinab- und hinauffahren, werden sich leichter durchschlagen. Aber auch sie müssen vorsichtig sein, «ich mit guten Gummireifen und allen nötigen Ersatzteilen reichlich versehen. Denn in der Hitze löst sich der Gummi leichter und eine Panne auf dem Wege mitten in der Wüste kann gefährlich werden. Man wird einwenden: Die moderne Industrie dringt doch überall in der Welt vor, auch in die Wüste. So liegen doch auch die Salpeteroffizinen von Chile mitten in der trostlosen Wüste Atacama noch näher zum Aequator, wo es gar keine Niederschläge, kein trinkbares Wasser und keine Spur von Vegetation gibt, und dort müssen die europäischen Chemiker und Ingenieure auch aushalten neben ihren Arbeitern. Gewiß, hier ist die Luft noch trockener als am Toten Meer, aber die mittlere Jahrestemperatur ist doch bedeutend niedriger infolge der starken Seewinde, So hat z. B. Arica unter 18%° südlicher Breite nur 19.7° Mitteltemperatur, also soviel wie Gaza, Beerseba in Palästina. IV. Ein für die richtige Beurteilung der Frage nicht zu unterschätzender Umstand ist der doch relativ geringe Gehalt an dem gesuchten Chlorkalium im Wasser des Toten Meeres. Vergleicht man die verschiedenen chemischen, Analysen, so zeigt sich, daß das Kaliumsalz unter den „festen Bestandteilen" des Toten-Meer-Wassers nur den einundzwanzigsten bis höchstens vierzehnten Teil einnimmt, während z. B. das am meisten vorherrschende, aber unbrauchbare Chlormagnesium die Hälfte oder über die Hälfte des Salzgehaltes ausmacht. Um also große Mengen des Chlorkalium herauszuziehen, muß man schon wirklich recht viel Wasser verdunsten lassen und verarbeiten. Die moderne fortschreitende Chemie bringt freilich alles, was man will, zustande, und sie wird das Chlorkalium dort schließlich noch etwas billiger erzeugen als in Deutschland. Aber seine Menge wird aus den angeführten Gründen immer gering bleiben, so daß nur ein ganz kleiner Teil des iWeltbedarfes an Kalisalzen damit gedeckt werden könnte. Es kann also dem europäischen Kalimarkt nur ein unerheblicher Teil seines Absatzgebietes entzogen werden und es liegt für die deutsche Kaliindustrie kaum Grund zu dauernder Beunruhigung vor. DieYTerrains der Haifa-Bay im Besitz des Keren Kajemeth. Der Keren Kajemeth teilt soeben mit, daß er die Option auf Erwerbung von 22.000 Dunam des Terrains der »Haifa-Bay«-Gesellschaft erlangt hat. Da der Kerea Kajemeth schon im Jahre 1926 11.000 Dunam dieses Geländes erworben hat, wird sein gesamter Grundbesitz an dieser Stelle nach Ausübung der Option, die außer Zweifel steht, 33.000 Dunam betragen. Wir haben in Heft 4/5 1927 eine ausführliche Darstellung des Haifa-Bay-Territoriums gegeben, aus der wir die Karte nochmals abdrucken. Die Terrains (»Djidro« genannt) werden im Südwesten durch den Unterlauf des Kischon, im Nordosten vom Namen, der nahe Akko mündet, begrenzt. Wir bemerken hiezu, daß von dem Gesamtgelände von 60.000 Dunam ein Teil von 12.000 auf Dünengebiet entfällt, das auf 99 Jahre von der Haifa-Bay-Gesellschaft von der Regierung in Pacht genommen worden war. Von den restlichen fest gekauften zirka 48.000 Dunam hatte der KKL. 11.000 Dunam