Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Die Ansiedlung der Koloniearbeiter
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 483 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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483 worden ist. Aus dem sehr reichhaltigen und sorgfältig gesammelten und geordneten Material sehen wir, daß die in den landwirtschaftlichen Siedlungspunkten lebende jüdische Bevölkerung 30.500 Seelen, also 19 bis 20 Prozent der gesamten jüdischen Bevölkerung zählt, x) Im Oktober 1922 zählte die jüdische landwirtschaftliche Bevölkerung 15.172 Seelen und betrug also ungefähr 16.8 Prozent der jüdischen Gesamtbevölkerung, (89.794 Seelen).2) Es wäre aber trotzdem verfehlt, anzunehmen, daß dieser durch allerlei Umstände und nicht zuletzt durch die letzte scharfe Krise begünstigte Abfluß in die Landwirtschaft nunmehr sein Ende erreicht hätte. Im Gegenteil: Die oben angeführte absolute und relative Besserung des Kräfteverhältnisses von Stadt und Land ist ja noch immer nicht groß genug. (Belgien hat 19 Prozent, England 28 Prozent, Deutschland 35 Prozent ländliche Bevölkerung.) Dieses Kräfteverhältnis wird aber noch ungünstiger, wenn wir eine genauere Analyse der in den landwirtschaftlichen Siedlungspunkten befindlichen Bevölkerung nach ihrer Berufsschichtung vornehmen. Der oben erwähnte Bericht der Exekutive führt folgende Tabelle über die Berufszugehörigkeit an: Erwachsene: Seelen Prozent In der Landwirtschaft beschäftigt...... 11.078 36.3 Außerhalb der Landwirtschaft beschäftigt . . 4.663 15.3 Hausarbeit ......4.971 16.3 Schüler (Erwachsene) . ........... 473 1.4 Ohne Beschäftigung ............. 426 1.4 Beruf nicht angegeben ........... 758 2.5 Kinder: Schulkinder................4.188 13.8 Kinder im nichtschulpflichtigen Alter .... 3.979 13.0 30.500 ioo- Die in der Landwirtschaft beschäftigten 11.078 Erwachsenen machen daher kaum 50 Prozent der in den landwirtschaftlichen und halblandwirtschaftlichen Siedlungen befindlichen Erwachsenen und 36 Prozent der allgemeinen dort befindlichen Bevölkerung aus. Dabei fällt noch ein anderer Umstand besonders schwer in die Wage. Von den 11.078 in der Landwirtschaft arbeitenden Erwachsenen sind nur 4297 Arbeitgeber, beziehungsweise in eigener Wirtschaft selbständig Arbeitende. Der Rest, 6781 sind zum größten Teil besitzlose Taglöhner und zum Teil Leute, die wohl eine kleine Bodenfläche ihr Eigen nennen, die jedoch nicht groß genug ist, um ihren Besitzer zu ernähren. Dieses Element, und hauptsächlich die ersteren, die Koloniearbeiter, die in ihrer größten Zahl in den letzten vier Jahren in die Kolonien eingedrungen sind,3) 1) Siehe: Report of the census of Jewish Agriculture April 1927. (Vgl. unseren Auszug daraus in Nr. 5/7, S. 274.) 2) Amtlicher Regierungsbericht über die Volkszählung im Oktober 1922. 3) Die Zahl der jüdischen Arbeiter in den alten Kolonien war: im August 1923............ 764 im Juli 1924............ 2100 (Tabakarbeit) im Juni 1925 ............ 2402 1926 .........zirka 4500 1927 ......... zirka 5000 Heute wird ihre Zahl auf zirka 6000 geschätzt,