Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Randbemerkungen zum Blaubuch
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 482 (sequence 10)
- Language
- German
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482 es keinen anderen Weg und die Geschichte der »Administration« in Argentinien und Palästina erhärtet dies. Das Herz der Experten gehört der Pica. Ich gönne ihr das Lob. Sie ist nicht nur von sozialen Theorien frei, Ihre Ackerbausiedlungen in beiden Galiläen sind nach 30 und 40 Jahren den Beweis der Rentabilität noch schuldig. Das technische Problem der jüdischen Palästina-Kolonisation ist ihr ebenso fremd geblieben, wie die jüdische Landarbeiterfrage. Man vergleiche die nationalpolitische Bedeutung der Pica-Zone in Untergaliläa oder in Nord-Scharon mit dem neuen Jüdischen Kanton im Emek. Dafür hat sie eine jedem gesellschaftlichen Einfluß und Kontrolle — die Experten nennen es »politischen Druck« — entrückte Obrigkeits- Verwaltung. Die Kommission sollte bei der Aufstellung des vom jüdischen Volke aufzubringenden Budgets sich die Frage vorlegen: Welche Volksbewegung, welche Strömungen in der jüdischen Jugend, in der jüdischen Arbeiterschaft hat diese Pica erzeugt? Könnte sie heute von den jüdischen Massen auch nur eine halbe Millionen Pfund jährlich verlangen? Die Vorschläge der Experten sind geeignet, die zionistische Organisation in eine größere Pica zu verwandeln. Damit wäre aber der Ast abgesägt, auf den diese Pica sich stützen soll — die zionistische Bewegung. Die Ansiedlung der Koloniearbeiter. Von Dr. Zwi Luft, Tel-Aviv. I. Einer der verbreitetsten Irrtümer über die letzte Entwicklung in Palästina ist die allgemein herrschende Meinung, daß die vierte Alijah nur städtische Werte im Lande geschaffen hatte, Die Wurzel dieser Anschauung mag darin gelegen sein, daß die vierte Alijah tatsächlich — wenigstens in ihren Anfängen — eine Alijah städtischer Elemente, die in der Stadt Zuflucht suchten, war, ein Umstand, der selbstverständlich das ökonomische Gleichgewicht der ohnehin unzulänglich in der Landwirtschaft verankerten palästinensischen Volkswirtschaft besonders gefährden mußte. Die heute bereits überwundene Krise hatte zur weiteren Verbreitung und Festigung dieser Anschauung geführt. Wobei jedoch außer acht gelassen wird und wurde, daß seit den ersten Tagen der vierten Alijah und in einem noch stärkeren Grade während der Krise selbst ein unaufhörlicher Zug in die Landwirtschaft zu verzeichnen war. Es darf nicht vergessen werden, daß mit der vierten Alijah zeitlich und kausal verbunden die neuerliche „Eroberung der alten Kolonien" zusammenfällt und daß während dieser Zeitspanne nicht nur entsprechend zu würdigende Anstrengungen der Zionistischen Exekutive eine Anzahl neuer landwirtschaftlicher Siedlungen ins Leben gerufen haben, sondern auch, daß eine der vielleicht wichtigsten volkswirtschaftlichen Positionen, durch eine ungeahnte Erweiterung unseres Besitzstandes an Orangenplantationen, erobert wird. Besonders interessante Aufschlüsse über den heutigen Stand unserer Landwirtschaft und ihre steigenden Tendenzen in den letzten vier Jahren gibt die landwirtschaftliche Zählung vom April 1927, die von dem landwirtschaftlichen Departement der Zionistischen Exekutive durchgeführt