Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Die Arbeiterkrankenkassa [Nachricht]
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 461 (sequence 3)
- Language
- German
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461 Organisation. Die Zentrale (Merkas) der Krankenkassa wird vom Zentralrat (Moazah) der Arbeiterorganisation gewählt. Die Zentrale bestimmt die Kreisleitungen, die in den Kreisen Jerusalem, Tel-Aviv, Haifa und Tiberias die Arbeit führen. Die Mitglieder sind in 75 Gruppen (Snifim) eingeteilt. In jeder größeren Gruppe wird eine Kommission gebildet, die die Vertretung der Gruppe gegenüber der Zentrale und ihren Instanzen darstellt. Die letzteren beraten in allen lokalen Fragen gemeinsam mit den lokalen Kommissionen. Bau des Krankenhauses in Ahileh. Der Bau des zentralen Krankenhauses der Kupath Cholim (Arbeiterkrankenkassa) für das Emek wurde vor kurzem begonnen. Es sollen zunächst zwei Stockwerke mit 46 Betten erbaut werden und ein Nebengebäude für Wirtschaftszwecke. Das Peter-Schweitzer-Krankenhaus in Tiberias ist bereits fertiggestellt worden. Es umfaßt 35 Betten. Die bisherigen Kosten betragen 9000 Pfund, von denen 5000 von der Witwe Schweitzers und 3500 vom Keren Hajessod beigesteuert worden sind. Eröffnung des Borochow-Sanatoriums. Dieser Tage ist auf dem Karmel das nach Borochow genannte Sanatorium der Kupath Cholim feierlich eröffnet worden. Das Haus umfaßt zurzeit 20 Betten, darunter acht für stillende Mütter mit ihren Kindern. Es besteht der Plan, das Sanatorium außerhalb des bestehenden Budgets der Arbeitexkrankenkassa zu erhalten. Zahl der Sanitätspersonen. Der soeben erschienene Bericht des Gesundheitsdepartements gibt für Ende 1927 folgende Ziffern: Aerzte 634 Zahntechniker 198 Apotheker 175 Hebammen 247 Kulturelles Leben. Der Regierungsbericht. Der soeben erschienene amtliche Bericht über das Erziehungswesen 1926/27 wird in diesem Hefte von Dr. Menasche ausführlich besprochen. Wir geben noch einige Details wieder. Unter den 266 Dorfschulen der Regierung sind nur neun Mädchenschulen. Die Regierung unterhält keine Mittelschulen, nur an zehn Volksschulen bestehen ein bis zwei Oberklassen. Der Mangel an arabischen Büchern und Lehrbehelfen wird beklagt. Die Zahl der in Palästina erschienenen Bücher war nach dem Bericht der Regierung 1926/27: 368, davon 307 hebräische, 23 englische, 17 arabische (davon 3 Schulbücher) und 21 in anderen Sprachen. Von den hebräischen Büchern waren 34 Kinderbücher, 18 Schulbücher, 76 belletristische Werke. An Zeitschriften erschienen 36 hebräische und 3 arabische. In den Scoutsgruppen (Pfadfinder) der Regierungsschulen zählte man 1458 Knaben und 355 Mädchen. In Palästina besteht auch ein »Board of Higher Studies«, vor dem man die Maturitätsprüfung ablegen kann. Betreffs der Missionsschulen rügt der Bericht, daß die Hauptunterrichtssprache eine europäische sei. Unter den 700 Lehrern und Beamten des Departements befinden sich nur 7 Engländer, alle anderen sind Palästinenser. Das neue Unterrichtsgesetz. Wie die »Ziko« meldet, hat die Palästinaregierung soeben eine neue Verordnung über den öffentlichen Unterricht herausgegeben, laut welcher jeder Magistrat und lokale Verwaltungsrat in Palästina die Funktionen der lokalen Schulbehörde ausübt, das Recht auf Einführung einer öffentlichen Schulsteuer erhält und für die Beistellung von Schulgebäuden, Anstellung von Lehrern usw. verantwortlich ist. Den lokalen Schulkomitees sollen außer den Mitgliedern der Stadtverwaltung auch Regierungsbeamte angehören. Die näheren Bestimmungen geben wir nach der Glossierung von Ben Baruch in »Doar Haiom« vom 20./VII. Dieser schreibt u. a.: Der neue Entwurf bringt zunächst eine bedeutsame Erweiterung der Kompetenz der Stadtverwaltungen, indem künftig das Schulwesen wenigstens teilweise der Stadtverwaltung unterstellt werden sollte. Die hauptsächlichsten Grundsätze der Verordnung sind folgende: Jede Stadtverwaltung und jede lokale Ortsverwaltung wird als eine lokale Behörde in Erziehungsangelegenheiten angesehen. Diese Behörde hat das Recht, eine Unterrichtsabgabe von den ortsansässigen Einwohnern zu erheben. Ihre Arbeit geschieht durch eine Kommission für Erziehungsangelegenheitenan der sich Vertreter der Stadtverwaltung, der Regierung, der Lehrer und der Einwohner beteiligen. In ihre Kompetenz fällt gleichzeitig die Fürsorge für Lehrer, Schulbauten und Schulmöbel, für sanitäre Bedingungen und anderes. Aber diese Bestimmungen gelten nur für die Schu-