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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 460

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Die Arbeiterkrankenkassa [Nachricht]
Date
1928-08-01
Page
Seite 460 (sequence 2)
Language
German
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460 sind, d) Reisespesen für die Fahrt vom Wohnort ins Spital oder ins Erholungsheim, e) Geburtshilfe. Den schwangeren Frauen wird bei der Geburt die notwendige Hilfe geleistet und ihnen für die Dauer von zwei Wochen Krankengeld gewährt, f) Andere Hilfe: Die Krankenkassa leistet Beiträge für Zahnbehandlung, Badekuren u. dgl. Anstalten und Personal, a) Personal: Die medizinische Hilfe wird in mehr als 50 Stationen erteilt, in denen beschäftigt sind: 66 Aerzte, 25 Krankenschwestern, 14 Apotheker und etwa 180 Sanitätsgehilfen und Arbeiter, b) Medizinische Anstalten: Ein Spital in Ejn-Charod, das das zentrale Spital für alle Arbeitersiedlungen im Emek bildet. Dieses Spital hat drei Abteilungen, und zwar für innere Krankheiten, Kinderkrankheiten und Geburtshilfe. Weiters ein Spital in Tiberias für die Siedlungen in Unter-Galiläa. Hier finden auch die Kranken Aufnahme, die in den Thermen des Tiberiassees Heilung suchen. Außerdem zwei Saisonspitäler in Petach- Tikwah und Chederah, die in den Sommermonaten geöffnet sind. Von besonderer Bedeutung ist das Sanatorium in Moza bei Jerusalem. Es ist das erste Sanatorium in Palästina, in einer klimatisch ausgezeichneten Lage. Hier halten sich allmonatlich 60 bis 80 Rekonvaleszente und Erholungsbedürftige auf. Ein zweites Sanatorium in Haifa, das den Namen des jüdischen Arbeiterführers Borochow trägt, ist unlängst eröffnet worden. Hier befindet sich eine besondere Abteilung für stillende Mütter und kleine Kinder. In Jerusalem, Haifa und Tel-Aviv werden Kreisambulatorien unterhalten, in welchen außer praktischen Aerzten auch Spezialisten aller Fächer beschäftigt sind. Die tägliche Besucherzahl dieser Ambulatorien beträgt über 1500. An die Ambulatorien sind Apotheken angeschlossen, die täglich über 700 Rezepte ausgeben. Außerdem gibt es eine große Anzahl von medizinischen Stationen, welche fast alle Orte umfassen, wo sich jüdische Arbeiter befinden. In jeder Station arbeitet ein Arzt mit Hilfe von geschultem Sanitätspersonal. Auch ist in jeder Station eine Apotheke vorhanden. Die zentrale Heilmittelstelle in Tel-Aviv versorgt alle Apotheken mit den notwendigen Heilmitteln. Deren Einkauf geschieht direkt an erster Quelle. Abgesehen von ihren eigenen Anstalten bedient sich die Krankenkassa auch der Spitäler der medizinischen Gesellschaft »Hadassah«, mit der besondere Vereinbarungen bestehen. Einnahmen und Ausgaben, finanzielle Lage. Die Einnahmen, die im letzten Berichtsjahr 4 9.7 19 Pfund betrugen, setzen sich aus folgenden Posten zusammen: Beiträge der Mitglieder , . . .'........... 57.3% Beiträge der Arbeitgeber.............. 6.9% Beiträge der Zionistischen Exekutive ........ 34.3% Diverse Einnahmen ....... 1.5% 100 % Der geringe Prozentsatz der Beiträge der Arbeitgeber erklärt sich einerseits aus dem bereits erwähnten Fehlen eines Krankenversicherungsgesetzes und andererseits aus dem Rückgang der Baubewegung. Es sei aber bemerkt, daß es durch freie Vereinbarung gelungen ist, in allen größeren Betrieben die Krankenversicherung einzuführen. Die Ausgaben, die im letzten Berichtsjahre 5 0.0 7 0 Pfund betrugen, verteilen sich folgendermaßen: Direkte medizinische Hilfe ............. 59.4% Erholungsfürsorge................. 6.8% Krankengelder .................. 12.0%/ Leitung und Administration............. 13.5% Verschiedene Ausgaben.............. 8.3% 100 % Infolge des Umstandes, daß während der Arbeitslosigkeit den Genossen, die keine Beiträge leisten konnten, volle medizinische Hilfe gewährt wurde, ergab sich ein Defizit von 351 Pfund. Für das laufende Budgetjahr ist durch verschiedene Ersparungsmaßnahmen ein Ueberschuß von 1079 Pfund vorgesehen. Das allgemeine Budget der Krankenkassa steigt von Jahr zu Jahr. Mit der Vergrößerung ihres Arbeitsfeldes aber wird ihre finanzielle Lage immer schwieriger. Die Gründe hiefür sind: 1. Ein Defizit von etwa 8000 Pfund aus den früheren Jahren. Es rührt größtenteils davon her, daß die Zionistische Exekutive im Jahre 1924/25 trotz der verstärkten Einwanderung ihre Beiträge nicht erhöhte. 2. Infolge der Vergrößerung der Mitgliederzahl mußten für Bauten, Inventaranschaffungen und Heilmittelankäufe größere Summen investiert werden. 3. Trotz des Vermögens der Krankenkassa, das etwa 30.000 Pfund beträgt, ist es ihr nicht möglich, langfristige Kredite zu erlangen. Dies alles erschwert den normalen Gang der Arbeit in beträchtlichem Maße.

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