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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 432

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Ein offizieller Bericht über 1927 [Nachricht]
Date
1928-08-01
Page
Seite 432 (sequence 2)
Language
German
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432 Pfund weniger als im Vorjahre. Diese Verminderung läßt sich aber durch Zollherabsetzung für gewisse für den Bedarf der örtlichen Industrie importierte Rohstoffe erklären. Die Einnahmen aus der Banderolenabgabe, für Tabak und Zigaretten und aus Bewilligungsscheinen für ihren Verkauf betrugen 136.629 Pfund, aus der S'alzabgabe 23.404 Pfund, die Steuer auf Wein und Alkohol brachte 15.172 Pfund (eine Steigerung, da dieselbe Steuer im Jahre 1926 nur 11.392 Pfund einbrachte). Im November sind neue Zolltarife, die als Schutzzoll für folgende wichtige Industrien, die sich im Lande entwickeln, dienen sollen, in Kraft getreten: für Zement-, Oel-, Seifen-, Wein-, Alkohol-, Konfekt-, Schokoladen-, Bisquit-, Salz-, Leder-, Möbel- und Zündholzindustrien. Der Import belief sich im vorigen Jahre auf 6,184.554 Pfund, im Jahre 1926 auf 6,594.098 Pfund und im Jahre 1925 auf 7,526.657 Pfund. Diese Zahlen bekunden eine Verminderung von 6% im letzten Jahre. Hingegen ist der Export im letzten Jahre auf 1,899.759 Pfund gegenüber 1,308.333 Pfund im Jahre 1926 gestiegen, d. h. um 45%. Das Passivum der Handelsbilanz ist somit von 80.5% im Jahre 1925 auf 77.5% im Jahre 1926 und auf 65.5% im Jahre 1927 gefallen. Die hauptsächlichsten Exportwaren waren: Orangen (813.000 Pfund), Wassermelonen (116.000 Pfund), Getreide (227 Pfund), Seife (233.000 Pfund), Oel und Sesam (146.700 Pf.), Zement 24.600 Pf.) usw. Im ganzen wurden aus Palästina Lebensmittel und Tabak in der Höhe von 1,494.093 Pfund, Industrieprodukte für 337.108 Pfund, Rohprodukte für 63.629 Pfund und verschiedene Waren für 4929 Pfund ausgeführt. Beim Import nimmt die Regierung den ersten Platz ein. Sie hat für ihren Bedarf Waren für 317.540 Pfund eingeführt. Weizenmehl wurde für 306.000 Pfund, Bauholz und Bretter für Orangenkisten für 213.996 Pfund, Erdäpfel für 48.765 Pfund, Schuhe für 85.835 Pfund eingeführt. Der Regierungsbericht betont, daß die Entwicklung der Handelsbeziehungen mit Aegypten und Syrien besonders befriedigend seien. Die Nachfrage nach palästinensischen Textilwaren und Zement ist in diesen Ländern besonders groß. Die Zahlungseinstellungen waren im vorigen Jahre weniger zahlreich als im Jahre 1926. Die Zahl der Industriearbeiter ist gestiegen. Viele Industrieunternehmungen arbeiten in Tag- und Nachtschichten, um die vermehrten Bestellungen des örtlichen und ausländischen Marktes zu decken. Durch die Abschaffung des Grenzzolles für eine Reihe von Rohstoffen wurde der palästinensischen Industrie die Möglichkeit geboten, in neue Märkte einzudringen. Ungefähr 7500 Arbeiter sind heute in der palästinensischen Industrie beschäftigt. Im Jahre 1927 wurden ungefähr 2,658.500 Kisten Orangen für 813.600 Pfund ausgeführt, gegenüber 1,887.591 Kisten für 58Q.712 Pfund im Jahre 1926. Die Orangenplantagen haben eine Fläche von 11.000 Acres gegenüber 6000 im Jahre 1923 erreicht. Neue Märkte wurden für den Orangenexport in Deutschland, Dänemark, Holland und Rumänien erobert. Die Zementfabrik »Nescher« in Haifa ist die größte Fabrik in Palästina und beschäftigt 300 Arbeiter. Im Jahre 1927 hat die Fabrik 9015 Tonnen Zement für 22.959 Pfund (hauptsächlich nach Syrien) exportiert — das vierfache Quantum des Jahres 1926. Die Fabrik exportiert den Zement nach Aegypten, Syrien und Cypern mit einem eigenen Motorschiff. Im Baugewerbe ist auch im Jahre 1927 ein Niedergang zu verzeichnen; eine Ausnahme davon bildet Jerusalem, wo größere Gebäude für Schulen, Hotels, Geschäftshäuser usw. errichtet werden. Der Export von Speiseöl .belief sich auf das achtfache des vorigen Jahres. Speiseöl wurde in der Höhe von 75.673 Pfund ins Ausland exportiert. Die Fabrik »Schemen« (130 Arbeiter) in Haifa spezialisiert sich in dieser Produktion, für die Absatz im Lande, ebenso wie in Aegypten, Syrien vorhanden ist. Der Export von Waschseife belief sich auf 232.948 Pfund; die ausgezeichnete Qualität der Seife berechtigt zur Hoffnung, daß sich diese Industrie weiter entwickeln wird. Die Mühlen entwickeln sich gut. Die »Großen Mühlen« in Haifa beschäftigen 150 Arbeiter und verarbeiten täglich 30 Tonnen guten Mehls (hauptsächlich palästinensischen Weizen). Der Mazzothexport betrug im Jahre 1927 5632 Pfund. Die Bisquitfabrik »Fraumine« in Jerusalem erobert langsam den palästinensischen Markt. Die mit Tabak bepflanzte Fläche betrug 10.197 Dunam und die Ernte 624 Tonnen. Es existieren im Lande 11 Zigarettenfabriken, die 600 Arbeiter beschäftigen. Die Zigarettenproduktion hat dieses Jahr das Quantum von 402 Tonnen erreicht. Der Export der palästinensischen Zigaretten, der sich im Jahre 1925 auf weniger als eine Tonne belief, erreichte im Jahre 1927 ein Quantum von 16 Tonnen. Auch der ausländische Wein wird nach und nach durch den örtlichen vom Markte verdrängt. Die Konfekt- und Schokoladenfabriken beschäftigen einige hundert Arbeiter, die wichtigsten Fabriken in Tel-Aviv beginnen in ihrer Konkurrenz mit ausländischen Produkten Erfolge zu erringen. Die Strumpffabrik »Lodzia« in Tel-Aviv, die 120 Arbeiter beschäftigt, führte im vorigen Jahre nach Aegypten und Syrien für mehr als 10.000 Pfund Waren aus. Auch die Lederfabriken beginnen ihre Stellung zu befestigen. Ihre Ausfuhr betrug im vorigen Jahre 12.726 Pfund. Es wurden neue industrielle Unternehmungen für ver-

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