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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 421

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. Arich Tartakower, Lodz.
Date
1928-08-01
Page
Seite 421 (sequence 5)
Language
German
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42! läßt, dessen Ausführung wohl noch eine gewisse Zeit auf sich wird warten lassen, so sichern die in den nächsten Monaten projektierten verschiedenen Regierungs-, sowie sonstige öffentliche Bauten und auch die in den Städten neu auflebende Bautätigkeit einer beträchtlichen Zahl von Arbeitern die Arbeitsmöglichkeit für die nächste Zeit. Anderseits hat sich ziemlich unerwartet ein breites Arbeitsfeld in den Kolonien geöffnet. Diese sehr erfreuliche Erscheinung steht im Zusammenhang sowohl mit dem ununterbrochenen Kampf um -Eroberung der Arbeit in den Kolonien (so wird auch für die nächste Pflücksaison mit einer viel größeren Beschäftigung von jüdischen Arbeitern gerechnet), wie auch mit den letztens getätigten ziemlich großen privaten Bodenkäufen, die zumeist zwecks Anlegung von Orangenpflanzungen vorgenommen worden sind und somit einer großen Zahl von Arbeitern Beschäftigung geben werden. So dürften nach Ag>n sehr vorsichtigen Schätzungen der zionistischen Exekutive (die Schätzungen der Arbeiterschaft gehen viel höher) in den allernächsten Monaten mindestens 1000 neue Arbeiter bei Anlage von neuen Pflanzungen Beschäftigung finden. Die Zahl von Arbeitslosen in den Kolonien ist somit nicht nur auf ein Minimum zusammengeschrumpft, sondern es läßt sich bereits jetzt in manchen Kolonien Mangel an jüdischen Arbeitshänden spüren, dem schleunigst abgeholfen werden muß, sollen nicht die neuen Arbeitspositionen an Araber verloren gehen. Doch ist der im ersten Augenblick als der natürlichste scheinende Ausweg, Hinüberführung von Arbeitslosen von den Städten in die Kolonien, nur mehr in wenigen Fällen möglich. Es muß in Betracht gezogen werden, daß unter den städtischen Arbeitslosen ein großer Teil (Handwerker, qualifizierte Arbeiter, Leute mit größeren Familien, die in der Stadt bereits verwurzelt sind), von vornherein für eine Uebersiedlung aufs Land als Landarbeiter nicht in Betracht kommen und auch von dem Rest dürften viele wegfallen, die durch die jahrelange Arbeitslosigkeit körperlich und physisch geschwächt sind und keine Möglichkeit haben, sich bei der schweren Arbeit in den Kolonien ein Existenzminimum zu erkämpfen. Dies hat sich letztens bereits in vielen Fällen gezeigt. So ist denn der Standpunkt der Histadruth verständlich, der auch zum Teil von der zionistischen Exekutive gebilligt wird, daß man die Hauptzahl der neuen Arbeitspositionen in den Kolonien mit neuen Einwanderern besetzen muß. Die Arbeitslosen in den Städten könnten dann nur durch die private Bautätigkeit, wie auch durch die trotz vieler Schwierigkeiten sich doch weiter entwickelnde Industrie absorbiert werden. Das Problem von Beschäftigung von Arbeitslosen wird also wohl noch ziemlich lange die Arbeitsbureaus der Histadruth vollauf in Anspruch nehmen. Nachrichten und Daten. (Abgeschlossen am 15. September.) Politik. Lord Baliour 80 Jahre alt. Am 15. Juli feierte Lord Balfour den 80. Geburtstag. In allen zionistischen Zentren fanden Festversammlungen statt. An einem Festbankett in London nahmen u. a. teil: Minister Lord Birkenhead, Lord Melchett (Sir Alfred Mond), Lord Reading, James de Rothschild, Ms. Ethel Snowden von der Arbeiterpartei. Es wurden 160.000 Pfund für den Balfour-Wald gezeichnet. Neuer High Commissioner. Lord Plumer schied im Herbst aus seinem Amt. An seiner Stelle wurde Oberstleutnant Sir John Robert Chancellor zum High Commissioner und Oberbefehlshaber von Palästina, sowie High Commissioner für Transjordanien ernannt. — Oberstleutnant Chancellor steht im 58. Lebensjahre. Er wurde 1870 in Edinburgh (Schottland) geboren und trat 1890 den Royal Engeneers bei, machte 1896 die Dongola-Expedition, 1897-98 die Tirah-Expedition mit. Er wurde dann Stabskapitän des Nachrichtenamtes des Kriegsministeriums, Assistent Secretary beim Komitee für Reichsverteidigung, Sekretär beim Colonial Defence Committee, 1911 Gouverneur und Oberbefehlshaber von Mauritius, 1916 von Trinidad und ist seit 1923 erster Gouverneur und Oberbefehlshaber von Süd-Rhodesien. Er gilt als äußerst tüchtiger Administrator, dessen Abgang laut der »Times« in Rhodesien sehr bedauert wird. Auch soll er sich dort in der Neukolonisation, die mit starker Unterstützung der Regierung vor sich geht, betätigt haben, was für seine Wirksamkeit in Palästina von großem Wert ist. Cheisekretär Luke, Der neue Chefsekretär der Palästinaregierung H. C, Luke, der Lord Plumer bis zum Eintreffen des neuen Oberkommissärs, Sir John Chancellor, vertreten wird, ist am 19. Juli in Jerusalem eingetroffen und hat sein Amt bereits angetreten. Er äußerte sich in einem Interview, daß der neue O.berkommissär für fünf Jahre ernannt sei und im November sein Amt antreten werde. Es seien keine über-

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