Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Landwirtschaft. Von Dr. Karl Schwager, Tel-Aviv.
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 417 (sequence 3)
- Language
- German
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417 wurde bereits bekanntgegeben, daß sie in gutem Zustand angelangt und günstige Preise erzieh haben soll Die Gutachten der englischen Agenten werden Hinweise ergeben über die Exportfähigkeit der einzelnen Sorten, Verpackungsart, Versendungszeit usw. Desgleichen hat man in diesem Jahre eine kleine Menge von palästinensischen Aprikosen, Mischmisch genannt, nach Aegypten gesandt. Der dortige Importeur gab seine Bereitwilligkeit kund, diese Einfuhr fortzusetzen. Nun ist auch im Orangenexport eine wichtige Neuerung von der Regierung durchgedrückt worden: Auf Veranlassung des Empire Marketing Board wurde nämlich eine behördliche Ueberprüfung der Orangensendungen nach England verfügt, um minderwertige und dem Verderb ausgesetzte Früchte von der Verschiffung auszuschließen. Die jüdische Kooperative »Pardes« und die jüdischen Händler haben diese Maßnahme gutgeheißen, sichert sie doch der palästinensischen Frucht auf dem englischen Markt ein erhöhtes Vertrauen, das sich im Preise ausdrücken muß. Ohnedies hat im letzten Jahre eine spekulative Versendung den Standard der Jaffa-Orange gedrückt und eine Senkung des Preises verursacht. Merkwürdigerweise traten die arabischen Exporteure, vermutlich nur aus politischen Motiven, früher gegen diese Regierungsverordnung auf; sie haben sich aber jetzt nach Verhandlungen gefügt, so daß die Verschiffungen der kommenden Saison bereits unter dieser Kontrolle erfolgen werden, (Siehe darüber auch »Nachrichten und Daten« Außenhandel. — Die Red.) Einen interessanten Vorschlag bringt die neue, der palästinensischen Zitruskultur gewidmete Monatsschrift »Hadar« (engl. Titel »Palestine Citrograph«) in ihrer letzten Nummer. Die Zitrone wurde in Vorkriegszeiten in den Pardessim Palästinas viel gezogen, ist aber in den letzten Jahren immer mehr von der Bildfläche verschwunden. Ihr Hauptabsatzgebiet, Rußland, ist seit 1914. verschlossen und sonst konnte sich die Zitrone nirgends gegenüber der italienischen Konkurrenz durchsetzen. So ließ man die Bäume verkommen oder veredelte sie auf Orangen um und die heimische Produktion sank bis zu einem Grade, daß kaum der inländische Bedarf gedeckt erscheint. Aber in letzter Zeit machen sich auf dem Zitronenmarkte neue Tendenzen bemerkbar. Die Nachfrage nach der saftreichen Frucht ist dank der allgemeinen Agitation für Obstkonsum und dem vermehrten Verbrauch von Fruchtgetränken allerorten gewaltig gestiegen. In Nordamerika sind nur wenige Flächen, die klimatisch für die Zitrone geeignet sind, noch verfügbar. In Italien wies die letzte Ernte ein starkes Minus auf und außerdem ist Italien seit seiner Währungsstabilisierung als Konkurrent weniger gefährlich geworden. Die Möglichkeit für eine Wiederaufnahme der Zitronenkultur scheint also zu bestehen und nach dem Vorschlag des genannten Blattes sollten die Pflanzer von neuen Pardessim einen Teil ihres Bodens auch der Zitrone widmen; das hätte auch den Vorteil, daß sich die Pflanzungswirtschaft in Palästina nicht einseitig auf eine einzige Frucht konzentrieren würde, sondern einem betriebswissenschaftlichen Gesetz entsprechend, sich auf einen anderen Zweig stützen könnte, wenn in dem einen irgend weiche Rückschläge oder Stockungen eintreten. Unzweifelhaft ist Palästina auch für die Kultur der Zitrone geeignet wie wenige Länder; ob die günstige Prognose für die Rentabilität einer solchen erneuerten Anpflanzung von Zitronen gerechtfertigt ist, kann noch geprüft werden. Jedenfalls ist die Beobachtung bemerkenswert, wie die Urteile über Produktionsmöglichkeiten in Palästina wechseln. Es sollte mich nicht wundern, wenn eines schönen Tages eine Hausse in Mandelpflanzungen begänne, die jetzt zugunsten von Orangerien ausgerodet werden und der niedrigen Preise halber als vollkommener Mißerfolg gelten. Arbeiterbewegung. Von Dr. ArichTartakower, Lodz. 1. Die Arbeiterschaft und die A C.-Tagung, Es gibt wohl wenige Ereignisse in der Geschichte der zionistischen Bewegung der letzten Jahre, die in einem solch gewaltigen Maße das Interesse der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina auf sich konzentriert haben, wie die letzte Sitzung des zionistischen Aktionskomitees, Allerdings hat diese Sitzung auch in den anderen Teilen der Bewegung und auch außerhalb ihrer einen viel stärkeren Widerklang als sonst gefunden. Doch läßt sich dies in keinem Maße .mit dem gewaltigen Auflodern des Interesses und der Leidenschaften unter der Arbeiterschaft vergleichen, das sich sowohl in deren Presse, wie auch in den verschiedensten Versammlungen und Sitzungen, wie auch auf Schritt und Tritt im tagtäglichen Leben kundgab. Man kann ruhig behaupten, daß in den letzten Wochen vor und während der A. C.-Tagung fast alle aktuellen Fragen und Sorgen der Arbeiterschaft gegenüber den Fragen dieser Tagung an Bedeutung zurückgetreten sind. Lassen wir das überaus starke zionistische Bewußtsein der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina außer acht, das sie auf fast alle Vorgänge innerhalb der