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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 403

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Der Bericht der Untersuchungskommission (Joint Palestine Survey Commission) für die Jewish Agency
Date
1928-08-01
Page
Seite 403 (sequence 14)
Language
German
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403 Einkäufen für den Kleinhandel. Auch wenn darin rasch Wandel geschaffen werden würde, so würden doch noch durch einige Zeit die hohen Preise bleiben, wegen der großen Kosten, welche das Anlernen unerfahrener Arbeiter, das Errichten neuer Industrien etc. verursachen, und das kann nur im Laufe der Zeil gebessert werden* Die Arbeiterorganisation hat eine hervorragende Rolle in der landwirtschaftlichen Kolonisation gespielt. Sie hat in den alten Kolonien Erhebliches gegen die ausschließliche Beschäftigung arabischer Arbeiter getan. Die Tageszeitung der Histadruth („Dawar") hat eine Auflage von 4000. Einige kritische Bemerkungen treffen die zu große Zahl der Beamten der Histadruth und den dadurch schleppenden Geschäftsgang, ferner den Ton mancher Artikel des „Dawar". Lobend wird die Aufrechterhaltung der Ruhe unter den Arbeitslosen erwähnt. An Handwerkern scheint ein Ueberfluß zu bestehen. (Einige weitere Punkte des Berichtes über „Arbeit" werden in der Rundschau „Arbeiterbewegung" in dieser Nummer besprochen.) Finanzen. Nach einer Analyse der zionistischen Ausgaben schätzt die Kommission, daß an öffentlichem und privatem jüdischem Kapital in den letzten 10 Jahren 10 Millionen Pfund ins Land geflossen sind. Weitere kurze Abschnitte sind der Erziehung und der Organisation der jüdischen Gemeinde gewidmet, IL Die Pflichten der Mandatarmacht Unter dem Titel „Function of the Government under the Mandate" ist ein besonderer Abschnitt den Pflichten der Mandatarmacht gewidmet. Wir geben den wesentlichen- Inhalt wieder: Die Juden machen nicht mehr als 18 Prozent der Bevölkerung von Palästina aus, Sie besitzen einen verhältnismäßig kleinen Teil des Territoriums. Moslems und Christen, die die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung bilden, haben auch den größeren Teil des Landes in ihrem Besitz. Ein beträchtlicher Landteil ist noch nicht in dem Ausmaße entwickelt, wie es das die wirtschaftliche Wohlfahrt und die Gesundheit der Einwohner erfordern. Große Landgebiete bestehen aus Sümpfen und Morästen, die zwecks Schaffung guter sanitärer Bedingungen entwässert werden sollten. Das für einen wirksamen Verkehr notwendige Straßennetz befindet sich noch in einem Anfangsstadium. Wenig erforscht sind die unterirdischen Wasseradern. Das Land ist praktisch ohne Wälder. Es ist einleuchtend, daß in vielfacher anderer Beziehung das Fehlen notwendiger öffentlicher Einrichtungen ein Hindernis für den für die Entwicklung des Landes netwendigen Kulturgrad ist. Die Zionistische Palästina-Exekutive hat in einem wesentlichen Ausmaß ihre Fonds zur Schaffung von Einrichtungen verwendet, für die sie nach Recht und Billigkeit nicht heranzuziehen ist. Sie bringen dem ganzen Lande Nutzen und haben in einem gewissen Sinne Funktionen ausgeübt, die eigentlich dem Staate obliegen. In den meisten Ländern werden das öffentliche Gesundheitswesen, der Unterricht, der Bau von Landstraßen und die Trockenlegung von Sumpfland als Regierungsfunktionen angesehen, deren Lasten nicht nur von einem Teile der Bevölkerung, sondern von der Gesamtheit zu tragen sind. Die Errichtung und Erhaltung sanitärer Einrichtungen ist nicht Sache eines verhältnismäßig kleinen Teiles der Bevölkerung. Vorbeugungsmaßnahmen gegen Krankheit und Epidemien gereichen allen zum Nutzen. Die Ausrottung der Malaria z. B. trägt zur Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Individuums bei. Obligatorische Impfung, Schutz gegen Trachom, Tuberkulose usw. kommen jedem Einwohner zugute. Die Erkundung der über- und unterirdischen Wasserquellen durch geeignete hydrographische Prüfung, ihre Bewahrung vor Verunreinigung und Vergeudung, die Anpflanzung und der Schutz von Wäldern tragen zum öffentlichen Wohle bei und sollten aus den Staatseinkünften bestritten werden. Zu der Erhaltung

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