Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Der Bericht der Untersuchungskommission (Joint Palestine Survey Commission) für die Jewish Agency
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 401 (sequence 12)
- Language
- German
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401 Gegenden, insbesondere in den judäischen Bergen, ist selbst für Hauszwecke Wasser sehr schwer erhältlich. In der Praxis ist also in diesem Teile Palästinas auf Bewässerung für landwirtschaftliche Zwecke nicht zu rechnen. Der Negeb. Hier gibt es bedeutende Strecken Landes, für die Wasser in einer ökonomisch noch rentablen Tiefe gefunden werden kann, besonders bei El Audscha und Aslug. Ueber den Küstenstrich sind keine Daten bezüglich Wasserhältigkeit bekannt.__ Der Bericht spricht dann über die landwirtschaftliche Erziehung, die Versuchsstationen, das Steuersystem, durch das die Lasten fast vollkommen auf dem Landwirt ruhen, die Mängel des Systems, die nötigen Reformen etc. Kosten der Ansiedlung und Größe der Farmen. Die Kosten der Ansiedlung einer Familie sind 1000 bis 1400 Pfund. Dies bezieht sich auf die lOO-Dunam-Siedlung im Emek, doch es stellt sich heraus, daß 100 Dunam hier nicht genug sind. Die Erfahrung in Palästina zeigt, daß eine unbewässerte Farm 160 bis 320 Dunam haben sollte,' in der Küstenebene oder im Emek wahrscheinlich besser 240 bis 320 Dunam. ' Bei bewässertem Lana ist eine viel kleinere Fläche genügend. Der Bericht bringt dann die Daten über die Industrie, die Handelsbilanzen usw., die Kooperativen. Bezüglich Solei.Bon eh heißt es, daß die Verwaltung an dessen Zusammenbruch mit Schuld war. Gegenwärtig yerfolgt die Histadruth die Politik, daß kleine örtliche, kooperative Baugruppen die Kontrakte abschließen. Dadurch, sagt der Bericht, wird die Verantwortung für die erfolgreiche Durchführung eines Geschäftes mehr direkt auf denen ruhen, die die Arbeit selbst ausführen. Ueber Hamschbir äußert sich der Bericht im ganzen günstig, ebenso über den Misrad H a k a b 1 a n i. Die Frage der Arbeiterkooperativen. Die kleinen Arbeitergenossenschaften sind für Kredit- und Industriezwecke gebildet worden. Sie entbehren noch der Erfahrung und Geschicklichkeit in der Verwaltung, obzwar es damit bedeutend besser steht als vor 5 Jahren. Sie leiden darunter, daß sie Parteitreue höher schätzen als Geschicklichkeit. Sie wurden oft durch die Tendenz der Histadruth geschwächt, die Geschäfte der verschiedenen Kooperativen miteinander zu vermengen. Daher werden alle davon berührt, wenn eine in Schwierigkeiten gerät. Die Histadruth müßte ihre Institutionen auseinanderhalten. Durch den Fall Solei Boneh hat die Histadruth gelernt und die Kritik in den Reihen der Genossen ist jetzt eine schärfere als früher. Pardeß, Bei Besprechung des Pardeß (Orangenverkaufsgenossenschaft der Pflanzer) sagt der Bericht: Die Entwicklung solcher großer Pflanzergenossenschaften ist besonders unter den Bedingungen Palästinas schwierig. Gegenwärtig sind zirka 60 Prozent der Pflanzungen in arabischen, 40 Prozent in jüdischen Händen. Solange die Erträge derselben befriedigend sind, wird der Fortschritt in der Kcc perierung langsam sein. Die Geschichte dieser Bestrebungen in anderen Ländern zeigt, daß der Fortschritt darin nur auf Katastrophen folgt. Die gegenwärtig hohen Erträge haben einen Boom für Pflanzungen im Gefolge, wie einst in Florida und Kalifornien. Eine solche Periode rascher Ausdehnung und verschwenderischen Vorgehens (wasteful practices) wird sich von selbst wieder regulieren, dann wird die vitale Wichtigkeit korporativer Anstrengungen alle Bedenken überwinden und Fortschritte in dieser Richtung stattfinden. Im Abschnitt Bank- und Kreditwesen wird eine Uebersicht der bestehenden Institute gegeben. In einem Ausblick wird gesagt: Das in Palästina und Transjordanien am 31. März 1928 vorhandene