Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Die Einwanderungsmöglichkeiten im laufenden Halbjahr
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 376 (sequence 6)
- Language
- German
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376 gegenüber der Industrie. Obzwar die Regierung in letzter Zeit gewisse Anzeichen eines Interesses für die Lage der Industrie zeigte, waren doch die konkreten Maßnahmen zur Förderung ihrer Entwicklung sehr spärlich und es "wurden nur wenige von den Hindernissen, die ihresgleichen fast in keinem anderen Lande haben, beseitigt. Die wichtigsten Hindernisse, ohne deren Wegräumung an keine größere Entwicklung der Industrie zu denken ist — sind die Folge der Zoll- und Tarifpolitik der Regierung, Die Weiterentwicklung der Industrie und die Möglichkeit, neue Arbeitsmöglichkeiten in der Industrie zu finden, hängt unserer Meinung nach in hohem Maße von der Stellungnahme der Regierung und der Tätigkeit der Zionistischen Exekutive auf diesem Gebiete ab. Fassen wir die Situation in den Städten zusammen, so ergibt sich folgendes Bild; L Von den 4200 Arbeitern, die bei zeitweiligen Arbeiten beschäftigt sind, müssen 300, die aus den Arbeiten der Zionistischen Exekutive entlassen werden, erneut mit Arbeit versorgt werden, IL Falls die Regierung ihre Pflicht der jüdischen Bevölkerung gegenüber erfüllen wird, wird die Zahl der bei ihren Arbeiten beschäftigten Arbeitern um 1100 steigen. III. Die Arbeiten der Elektrizitätsgesellschaft am Jordan und Jarkonflusse werden mehrere hundert Arbeiter neu beschäftigen. Auf Grund dieser Zahlen schlagen wir vor: 1. An die Regierung mit der energischen Forderung heranzutreten, die Zahl der jüdischen Arbeiter bei ihren Arbeiten zu verdoppeln und 1000 Zertifikate für die Arbeiter anzufordern, die dann für die Arbeit in den Städten und bei den Regierungsarbeiten erforderlich sein werden. (Bereits geschehen, Siehe" „Nachrichten und Daten". — Die Red.) 2, Die Zionistische Exekutive muß von der Regierung die Aenderung ihrer passiven und vielfach negativen Stellung gegenüber den Bedürfnissen der jüdischen Industrie fordern. Zusammenfassung: 1. Auf Grund der Untersuchung der Arbeitslage und der Arbeitsaussichten im Lande können wir feststellen, daß eine Notwendigkeit für Einwanderung von Arbeitern vorhanden ist, und zwar: 1. Kolonien 1500 Mann; 2. Arbeiterinnen 500 Mann; 3. Städte- und Regierungsarbeiten 1000 Mann; zusammen 3000 Mann. 2. Unumgängliche Vorbedingung der Beschäftigung weiterer 1000 Arbeite! in den Städten und den staatlichen Arbeiten ist die Erlangung der Einwilligung der Regierung, die Zahl der jüdischen Arbeiter bei ihren Arbeiten auf 2000 zu vergrößern. 3. Weiter ist energische Tätigkeit der Zionistischen Exekutive erforderlich, um eine Aenderung der Stellungnahme der Regierung zur jüdischen Industrie und die Einleitung einer der Industrie günstigen Zoll- und Frachtpolitik in die 1 Wege zu leiten. 4. Es ist notwendig, daß die neuen Arbeiter, die für die Kolonien erforderlich sind, sowie die Arbeiterinnen nicht später als Oktober oder Anfang November ins Land kommen, um den Beginn der Arbeitssaison in den Kolonien nicht zu verspäten. ANLAGE I. Die Orangen-Neuanpflanzung im Jahre 1929. Ort Fläche der neuen Pflanzungen L Rischon le Zion 800 Dunam 2. Neß Zionah 1300 3. Rehoboth 1500 4. Kfar Saba, Gan Chaim und Gan Mautner 1800 „ * 5. Herzliah 800 „ 6. Raananiah 600 „ 7. Magdiel und Ramataim 600 „ 8. Petach-Tikvah und Kfar Ganim 1800 „ Fürtrag 9200 Dunam