Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Zur Frage der Bodengesetzgebung in Palästina
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 364 (sequence 4)
- Language
- German
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364 müßte vor allem an die Abschaffung der Verschiedenheiten der Böden in legalem Sinne herangegangen werden. Wir haben im Auge die bekannte Teilung der Böden nach dem muselmanischen Recht in „Mulk"- und „Miri"-Böden, die weitgehende Folgen in bezug auf die Erbiragen usw. nach sich zieht. Noch kurz vor dem Kriege wurden von der ottomanischen Regierung durch das Gesetz vom Jahre 1911 diese Verschiedenheiten der Böden in weitgehendem Maße aufgehoben. Man sollte auf diesem Wege weitergehen, denn was der türkischen Administration möglich war, sollte auch die Palästina - Regierung tun können. Unter den palästinensischen Verhältnissen kann man eine geradezu absurde Situation vorfinden, daß zum Beispiel von zwei Grundstücken, die nebeneinander liegen und wovon eines „Min" und das zweite ,,Mulk" ist, über das erste nicht testamentarisch verfügt werden darf, nur weil diese Bestimmung ein Ueberbleibsel einer Institution des muselmanischen Rechtes ist, die eine Erklärung in der historischen Entwicklung dieses Rechtes ist, unter den gegenwärtigen Verhältnissen aber einen juristischen Nonsens darstellt. Ebenso gelten jetzt, um nur noch ein Beispiel herauszugreifen, für die Feststellung der Grenze der Mevat (toten) Ländereien Bestimmungen, die zu einer Zeit einer primitiven Landwirtschaft vielleicht Gültigkeit haben könnten. Diese Grenze wird, laut Art. 6 des Ottoman Land Code", durch die Entfernung bestimmt, von der eine menschliche Stimme zu vernehmen ist. Aehnliche Archaismen gibt es nicht wenig in der palästinensischen Bodengesetzgebung. * Daß eine solche Gesetzgebung eine wirtschaftliche Entwicklung nur hemmen kann, liegt auf der Hand, umsomehr in einem Lande wie Palästina, welches, dank der Unternehmungslust der neuen jüdischen Elemente, auf allen Gebieten der Wirtschaft so rasche Fortschritte aufweist. Eine auf intensiveren Methoden beruhende Landwirtschaft, Ansätze einer erfolgreichen industriellen Entwicklung sind die ersten Zeichen der in der ganzen wirtschaftlichen Gestaltung des Landes vor sich gehenden Umwandlung. Palästina ist nicht mehr ein wirtschaftlich primitives und isoliertes Land, es wird bereits in den weltwirtschaftlichen Verkehr hineingezogen. Dem hat auch die Gesetzgebung Rechnung zu tragen und mit ihren Verordnungen, insbesondere hinsichtlich der bodengesetzgeberischen, entsprechenden Schritt zu halten. Neben einer in raschem Tempo vor sich gehenden Vermessung des Landes und Regelung der Besitzverhältnisse muß eine tiefgreifende Revidierung des bis jetzt geltenden Bodenrechtes sowie dessen schleunigste Reformierung durch den palästinensischen Gesetzgeber erfolgen. Die Thermen von Tiberias und Tiberias als Winterkur ort. Von Dr. med. Max Buchmann, Tiberias. Der Reichtum an Mineralquellen, der Palästina auszeichnet, entspricht den geologischen Bedingungen, die durch die tiefe Jordansenka und den vulkanischen Charakter des Landes (ich erinnere nur an das Erdbeben im vorigen Jahre) gegeben sind. Wir finden Mineralquellen vom Oberlauf des Jordans fMischmar Hajarden) bis zum Toten Meer, ihr Hauptgebiet ist aber die Gegend um den See Kinereth herum. Die