Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Aufbauarbeit in Palästina in den nächsten zehn Jahren
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 347 (sequence 7)
- Language
- German
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347 9. Gemäß dem Obigen schlage ich vor, in Zukunft die landwirtschaftliche Kolonisation zu einem Drittel auf der Basis der Milchwirtschaft, zu einem Drittel auf der Basis des Orangenbaus für bemittelte Elemente, und zu einem Drittel auf der Basis einer billigen Kolonisation für landwirtschaftliche Arbeiter in den Pflanzungskolonien vorzunehmen, 10. Bei der Durchführung der Kolonisation werden wir auf Grund der bisherigen Erfahrungen wesentliche Aenderungen in dem Modus der Ansiedlung einzuführen haben. Ohne in Einzelheiten einzugehen, möchte ich nur erwähnen, daß die Ansiedlung auf der Basis der Milchwirtschaft bisher darunter gelitten hat, daß die Siedler auf einem nicht genügend vorbereiteten und ertragsarmen Boden angesiedelt wurden. Dadurch konnte ihre Wirtschaft in den ersten Jahren keine genügenden Einnahmen bringen und die daraus resultierenden sogenannten Defizite waren geeignet, sowohl das Selbstvertrauen der Siedler als auch das Vertrauen in die Siedler zu zerstören. Es wird in Zukunft notwendig sein, der definitiven Ansiedlung ein zwei- bis dreijähriges Vorbereitungsstadium vorangehen zu lassen, in welchem der Boden extensiv bewirtschaftet und für die spätere Ansiedlung reif gemacht wird. Bei der Kolonisation bemittelter Elemente auf der Basis des Orangenbaues ist es, wie oben schon erwähnt, notwendig, daß die ersten schwierigen Arbeiten bereits ausgeführt sind, bevor der Boden den Siedlern zur weiteren Bearbeitung übergeben wird. Bei der Ansiedlung von Landarbeitern soll das leitende Prinzip sein, daß der Arbeiter nicht von heute auf morgen aus einem Arbeiter ein selbständiger Landwirt wird, sondern daß er Boden, Häuschen und einen kleinen Kredit erhält, mit dessen Hilfe er im Laufe von etwa 10 Jahren eine eigene kleine Wirtschaft mit 5 bis 10 Dunam Orangen aufbauen kann. Bis diese Wirtschaft zu vollem Ertrag kommt, muß er seinen Lebensunterhalt ganz oder teilweise aus Lohnarbeit ziehen. Erst in dem Maße, in dem ihm die Wirtschaft Erträge gibt, kann er auf Lohnarbeit verzichten. 11. Die Kosten der Ansiedlung auf der Basis der Milchwirtschaft beliefen sich bisher auf Pfund 1100, davon entfielen: in runden Ziffern auf Ankauf von 100 Dunam Boden . . . Pfund 300 auf Boden-Ameliorationen (Entsumpfung, Wegebau, Bewässerung) .....................Pfund 100 auf Gebäude......................Pfund 350 auf lebendes und totes Inventar und Lebensunterhalt in der ersten Zeit.....................Pfund 350 Pfund 1100 In Zukunft werden sich die Kosten auf etwa Pf. 900 reduzieren lassen, weil es möglich sein wird, bei den Gebäuden und bei der Anschaffung von lebendem und totem Inventar etwa Pf. 200 zu sparen. Wenn wir die oben erwähnten drei Typen von Ansiedlern nebeneinander stellen, so ergibt sich als Betrag der Ansiedlungskosten: Typus L 100 Dunam unbewässerter Boden..........Pfund 300 Ameliorationen .................Pfund 100 Gebäude.....................Pfund 200 Lebendes und totes Inventar, Saatgut, Lebensunterhalt Pfund 300 Gesamt .......... Pfund 900