Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Geistiges Leben. Von Dr. Hugo Bergmann.
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 296 (sequence 3)
- Language
- German
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296 Steuerrecht ausgestattet, wird in den Stand gesetzt sein, einen erheblichen Teil des Schulbudgets zu tragen« — Die Zionistische Exekutive hat den amerikanischen Pädagogen Dr. Berkson zum Inspektor des gesamten Schulwesens bestellt. — In Tel-Aviv ist unter Initiative von Bialik ein Verein gegründet worden, welcher das Interesse der öffentlichen Meinung für Erziehuinigjsfraigen rege erhalten soll. — In Tel-Aviv ist im Sterbehause Achad Haaras eine wissenschaftliche Achad-Haam-Bibliothek eröffnet worden, deren Grundlage die Privatbibliothek Achad Haams ist. Universität: Der Rat des judaistischen Instituts, welcher sich Ende 1927 in Mainz versammelte, hat beschlossen, neue Lehrkanzelin für jüdische Geschichte und jüdische Philosophie einzurichten. Der Rat hat das Angebot eines amerikanischen Freundes der jiddischen Sprache, eine Lehrkanzel für Jiddisch zu finanzieren, angenommen. Der Beschluß err regte in Palästina eine sehr heftige Diskussion, da sich ein großer Teil der Lehrer des judalistischen Instituts gegen die Einrichtung eines solchen Lehrstuhls einsetzte. Am 6. Jänner wurde in Jerusalem ein Kompromißvorschlag einstimmig angenommen, wonach die Beschlußfassung über die Lehrkanzel aufgeschoben wird, bis die Lehrkanzeln für hebräische Sprache, Bibelkunde, jüdische Geschichte und jüdische Philosophie eingerichtet sein werden. — In London tritt Anfang Juni der akademische Rat und der Governing Board der Universität zusammen, um über einige grundlegende Fragen der Universitätspolitik Beschlüsse zu fassen. Insbesondere wird die Frage zu entscheiden sein, ob und in welchem Maße die Universität als Unterrichtsuniversität mit in sich abgeschlossenen Lehrkursen einzurichten sein wird. Ferner wird diesen Körperschaften der Antrag auf Errichtung einer Fakultät für Geisteswissenschaften vorliegen. Diese Fakultät soll zunächst folgende Fächer umfassen: Philosophie, klassische Sprachen, alte Geschichte, mittelalterliche Geschichte, mittelalterliche Literatur. Das Budget der Universität beträgt derzeit nach einer Mitteilung des Kanzlers an die Presse 46.000 Pfund, die Zahl der Lehrer und wissenschaftlichen Arbeiter 43. Das orientalistische Institut der Universität hat im Sommersemester 1928 neben den bereits bestehenden höheren Kursen Vorbereitungsklassen für Islamkunde eingerichtet (arabische Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene und Vorlesungen über Geschichte des Islam). Die Kurse werden sehr stark besucht. — Die jüdische National- und Universitätsbibliothek veröffentlichte am 1. Mai einen Bericht, aus dem hervorgeht, daß die Bibliothek 146.172 Bücher in 184.967 Bänden besitzt. Die Vierteljahrsschrift der Bibliothek »Kirjath Sepher« hat ihren vierten Band abgeschlossen. Volksbildung: Nach einem Bericht der Bibliothek der Arbeiter-Organisation besitzt diese 64.000 Bände, in 84 Zweigstellen verteilt. — Der Verein für wissenschaftliche Fortbildung in Haifa veranstaltete während des vergangenen Jahres Kurse mit insgesamt 600 Lehrstunden und 7000 Besuchern. Seine Bibliothek umfaßt 5400 Bände. — Die Arbeiter- Organisation plant nach einem Vorschlage von Dr. Jehuda Kaufmann die Einrichtung einer »Universität in Schriften« in der Weise durchzuführen, daß sie wöchentlich eine wissenschaftliche Beilage ihrer Tageszeitung herausgibt, welche in Fortsetzungen über 10 verschiedene Unterrichtsgegenstände belehren soll. Auf diese Weise sollen in 50 Fortsetzungen vollständige Kurse geliefert werden, die dann in Buchform erscheinen. — Der Bau des von Rockefeiler gestifteten palästinensischen Landesmuseums wird im Laufe der nächsten Wochen begonnen werden. Kon g r e s s e : Die moslemische Jugend des Landes hat in Jaffa eine Landeskonferenz abgehalten. Ein Antrag christlicher Jugendvereine, auch sie zur Konferenz zuzulassen, wurde abgelehnt. Eine organisatorische Vereinigung mit den christlichen Jugendiv er einen wuH •* als unmöglich angesehen, weil in den christlichen Vereinen auch Mädchen organisiert sind. Die Konferenz beschloß, Jugendvereine in allen Städten ins Leben zu rufen, welche insbesondere auch ein soziales Programm (Freitagruhe) propagieren sollen. In Jerusalem fand auf Veranlassung der Hadassah eine zweitägige Konferenz der Schulärzte Palästinas statt, — Die jüdischen Advokaten Palästinas hielten im April eine Konferenz ab, die sich mit der Frage d!er Fortbildung des Rechts und mit professionellen Fragen beschäftigte. — In Jerusalem fand ein allweltlicher Missionskongreß statt, welcher insbesondere dadurch sein Gepränge erhielt, daß die östlichen Völker in starker Zahl vertreten waren und auf die Beschlüsse einen erheblichen Einfluß nahmen. (Siehe Rubrik »Verschiedene Nachrichten«.) Theater: Die »Habimah«-Aufführungen gestalteten sich zu einer großen Ovation Palästinas für die Künstlertruppe. — In Jerusalem fand eine arabische Aufführung von »Othello« statt.