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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 294

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. Arieh Tartakower, Lodz.
Date
1928-05-01
Page
Seite 294 (sequence 5)
Language
German
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294 Bamaschbir zu den bedeutendsten Institutionen der Histadruth gehört und große Möglichkeiten einer weiteren Entwicklung vor sich hat. 4, Die Oberste Kontrollkommission der Histadruth. Von den zwei durch die letzte allgemeine Konferenz der Histadruth ins Leben gerufenen zentralen Wirtschaftsorganen, dem Obersten Wirtschaftsrat und der Obersten Kontrollkommission der Histadruth, ist vorläufig nur die letztere seit Jänner dieses Jahres aktiviert worden, nachdem die zweite Session der Moazat Hahistadruth ihren Aufgabenkreis genau bestimmt und die Mitglieder der Kommission gewählt hatte« Zum Aufgabenkreis der Kommission gehört die ständige Kontrolle über die Anstalten der Histadruth vom organisatorischen, sozialen und finanziellen Standpunkt. Sie bat somit die Ausgaben und die igianze Finanzgebarung der Anstalten zu überprüfen, zur strengsten Sparsamkeit zu streben und auch die Zweckmäßigkeit der Tätigkeit überall zu untersuchen. Sie ist auch als die zentrale Appellationsinstanz gegenüber den verschiedensten lokalen KontroUkon^niissionen gedacht. Das wichtigste Ergebnis der bisherigen Tätigkeit der Kommission ist die Ausarbeitung einer Lohnskala für die Beamten der Histadruth, die bereits in fast allen Anstalten eingeführt und durch die letzte Session der Moazat Hahistadruth bestätigt worden ist. Die Skala setzt ein einheitliches (Gehaltsminimum für alle Beamten fest (1% Pfund in der Stadt, in den Dörfern 15 Prozent weniger), wozu eventuell noch Zuschläge für die Familienmitglieder des Beamten und für Dienstjahre hinzukommen. Das Maximum ist 17^ Pfund monatlich. Diese Gehalftsskaia, die bloß die tatsächlichen Bedürfnisse des Beamten in Betracht zieht und keinen Unterschied bezüglich der besonderen Qualifikationen macht, ist somit ganz dem Pioniergeist der Organisation angepaßt, die in der Mitarbeit von Beamten bloß eine Erfüllung nationaler und sozialer Pflichten, keineswegs aber den Weg einer persönlichen Karriere steht. Außer dieser Tätigkeit ist die Oberste Kontrollkommission bereits an die Schaffimg der lokalen Kommissionen, wie auch an die Kontrolle der zentralen Institute der Histadruth getreten. Sie ist vorläufig ganz durch die Heranschaffung des naturgemäß sehr ausführlichen Materials in Anspruch genommen. Zum Aufgabenkreis der Kommission gehört auch die Ueberprüfung der zahlreichen Anklagen gegen die verschiedensten Instanzen der Histadruth. Seit der Organisierung der lokalen Kommissionen überweist ihnen die Oberste Kontrollkommission alle rein lokalen Anklagen und entscheidet nur in Fällen, die einen allgemeinen Charakter tragen oder wo es sich um Anklagen gegen zentrale Organisationsinstanzen handelt. Die Organisierung der Obersten Kontrollkommission bedeutet somit einen weiteren, überaus bedeutsamen Schritt in der inneren Entwicklung der Histadruth. Sie wird zweifellos das ihrige dazu beitragen, die Geschmeidigkeit und Zweckmäßigkeit die;: Organisationsapparates zu steigern und die große Massie der Mitglieder fest um die Histadruth zu gruppieren. GeiSÜgeS Leben. Von Dr. Hugo Bergmann. Die Regierung hat soeben einen Bericht des Erziehungsdepartements für das Schuljahr 1926/27 herausgegeben. Der sehr interessante Bericht gibt in vieler Hinsicht zu denken. Zunächst eröffnet er einen Einblick in die Arbeit, die die Regierung zur Hebung des kulturellen Niveaus bei den Arabern geleistet hat. Die Zahl der Schüler in den Regierungsschulen hat sich seit dem Jahre 1920, wo sie ihre Tätigkeit aufnahmen, verdoppelt. Sie beträgt jetzt 20.000 Schüler. Besonders zwei Aufgaben hatte die Regierung sich von vornherein gesetzt. Die Einbeziehung des flachen Landes in das Schulwesen und die Einbeziehung der Mädchen. Man hatte sich einen festen Plan gemacht, nach dem jedes Jahr 75 Schulen eröffnet werden sollten und man dachte danach im Laufe von sieben Jahren etwa das Schulnetz Palästinas ausbauen zu können. Diese Pläne kamen freilich aus Geldmangel nicht ganz zur Ausführung. Die einzelnen Dorfgemeinden bauen selbst nach Plänen der Regierungsingenieure die Schulhäuser, die den strengsten sanitären Forderungen entsprechen müssen. Dafür zahlt die Regierung den Lehrer, der ein Gehalt von 5 bis 11 Pfund monatlich bekommt, ein Lohn, der für palästinensisch-arabische Verhältnisse hoch genug ist, um für die höheren Mittelklassen den Lehrerberuf anziehend zu machen. Der Unterricht umfaßt freilich nur die elementarsten Gegenstände. Ein besonderer Wert wird auf die Gesundheitslehre gelegt und viele sanitäre Maßnahmen, wie die Trachombehandlung, sind Amtspflicht der

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