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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 290

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Wirtschaft. Von Dr. Kurt Grundwald.
Date
1928-05-01
Page
Seite 290 (sequence 4)
Language
German
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290 reicht, in dem auf die Wichtigkeit Palästinas als „Trade Route", als Verkehrsweg für den nahen und mittleren Osten hingewiesen wird. Im Zusammenhang damit ist. es von Interesse, daß Haifa als .Station des Luftweges London—Indien in Aussicht genommen sein soll. Ein Erfog der letzten Wochen ist auch in der Erlaubnis der italienischen Regierung zu sehen, palästinensische Orangen durch Italien durchzuführen. Es war bisher eU Haupthindernis für die Eroberung des mitteleuropäischen Marktes, daß die Orangen nicht über Triest versandt werden durften. Nunmehr ist auch dieses Hindernis beseitigt. * Ein Erfolg, der wohl zum großen Teile dem Industriellenverband zuzuschreiben ist, ist die Schaffung eines Wirtschaftsrates der Regierung, Es war eine Forderung des genannten Verbandes an die Regierung, es solle ein ständiges beratendes Komitee für die Fragen des Zolles u. a. geschaffen werden, in dem die Wirtschaftskorporationen vertreten sein sollten. Nun hat die Regierung ein solches Komitee geschaffen, in dem der Schatzmeister und die Leiter der Departments für Handel, Landwirtschaft und Bahnen sitzen. Das Komitee hat das Recht cLer Kooptierung und der Abhaltung von Enqueten. Die Schaffung dieses Komitees, über dessen Arbeit einstweilen noch nichts gesagt werden kann, sowie die nachgiebige Haltung des Leiters des Zoll- und Handelsdepartments ist ein Beweis für die Richtigkeit der von den Industriellen und von der Zeitschrift „Palestine and Near East" verfolgten Politik, nämlich mit allem Nachdruck die als richtig und gerecht erkannten Forderungen zu erheben und sich auch durch einen ersten Mißerfolg nicht abschrecken zu lassen. Arbeiterbewegung. Von Dr. Arieh Tartakower, Lodz. 1. Die dritte Session der Moazat Hahistadruth. Die dritte Session des Rates der allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisation in Palästina (Moazat Hahistadruth), die am 18, März des Jahres in Tel-Aviv zusammentrat und in einigen Tagen schwerer Arbeit den ganzen Komplex der laufenden Fragen in der Bewegung zu erledigen hatte, stand einer ganz anderen Situation gegenüber, als ihre zwei Vorgängerinnen. War die erste Session, die fast sofort nach der dritten allgemeinen Konferenz der Histadruth und knapp vor dem 15. Kongreß zusammentrat, in der Hauptsache den Kongreßfragen gewidmet, die ja für die palästinensische Arbeiterschaft Fragen ihres tagtäglichen Lebens und ihrer Entwicklungsmögliobkeiten bedeuten und war die zweite, die vor 6 Monaten in der Periode der schwersten Arbeitslosigkeit und einer allgemeinen Depression tagte, ganz von der Sorge für die Tausende von Hungernden und Verzweifelnden erfüllt, so konnte jetzt, nachdem die schwersten Zeiten schon vorbei waren, die Arbeitslosigkeit sich von Tag zu Tag verminderte und der definitive Abbau des ,,Siua" (Arbeitslosenimt er Stützung), der lange Monate wie ein Fluch auf der Bewegung lastete, bereits Sache der allernächsten Zukunft zu sein schien, an ein neues Programm der weiteren Aufbauarbeit gedacht werden. Die Periode zwischen der zweiten und der dritten Session, die kaum vier Monate dauerte, aber zu den schwersten und doch zugleich imposantesten in der Geschichte der jüdischen Arbeiterbewegung im Lande gehört, weil in ihr die einzigartige Disziplin und Organisationskraft der Histadruth am deutlichsten zum Vorschein gekommen war, ist in dem umfangreichen Bericht geschildert, der durch die Exekutive der Histadruth der Session vorgelegt wurde und ein bedeutsames Dokument zur Geschichte der jüdischen Arbeiterbewegung im Lande darstellt. Genau und ausführlich werden die einzelnen Phasen im Kampf um Arbeit in Stadt und Dorf dargestellt, wo es nur allzuoft gegen den Unglauben und sogar gegen den Defaitismus der Zionistischem Exekutive oder gegen den ausgesprochenen schlechten Willen der Kolonisten (die Ereignisse in Petach-Tikvah!) aufzutreten galt, es werden hierauf die Fortschritte des Arbeiterkolonisationswerkes, sowie der Gang der Unterhandlungen mit den Arbeitsgebern bei Schlichtung einzelner Arbeitskonfliikte und der (leider nicht gelungenen) Ausarbeitung eines;illgemeinen Arbeitsreglements, wie auch die Konstituierung der neuen durch die letzte Konferenz der Histadruth geschaffenen obersten Kontrollinstanzen geschildert. Es schließt sich daran die Darstellung der Ergebnisse der letzten in den drei Städten Tel-Aviv, Jerusalem und Haifa durchgeführten Arbeiterzählung, die unter anderem auch auf den infolge der langen Periode der Arbeitslosigkeit (hauptsächlich in Tel-Aviv) gesunkenen Lebensstandard; der Arbeiterschaft ein ziemlich klares Licht wirft, sowie der Verbindungen mit dem Ausland, in der Hauptsache mit der Hechaiuz-Bewegung. An diesen allgemeinen UeberMick sind die Berichte der

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