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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 289

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Wirtschaft. Von Dr. Kurt Grundwald.
Date
1928-05-01
Page
Seite 289 (sequence 3)
Language
German
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289 Zusammenarbeit der beiden Nationen auf wirtschaftlichem Gebiet wird auch bei einer anderen Fabrik zustande kommen. Die Seidenfabrik von Delfiner, soll nach jüngsten Nachrichten von dem syrischen Juden Mograbi, zusammen mit zwei syrischen Arabern gekauft werden. Letztere sind Fachleute. (Diese besitzen in Damaskus Seidenfabriken, Firma Kassien & Kahani, es bestünde daher die Gefahr, daß die Maschinen einmal nach Syrien kommen. Nach der neuesten Version sollen aber Zionisten aus Kanada die Fabrik erwerben wollen. — Die Red.} Wie bereits berichtet, ist die Zündholzfabrik „Nur" in Akko vom internationalen Zündholztrust angekauft worden. Wenn auch heute die Aufreohterhaltung des Betriebes auf zwei Jahre sichergestellt ist und trotz der Tatsache, dlaß 94 Prozent der Anteile in der Hand der nunmehr auch als Direktoren angestellten einstigen Besitzer verblieben sind und für wichtige Aenderungen Zweidrittelmajorität erforderlich ist, sieht mati dennoch der Entwicklung mit Besorgnis entgegen. Aehnlich verhält es sich in der Strumprwarenindustrie, Die heimischen Fabriken, voran die „Lodzia", haben ausländische Ware nicht nur stark vom Inlandsmarkt verdrängt, sondern arbeiten auch in steigendem Umfang für den Export, Nun heißt es, daß eine der verdrängten Firmen, die britische „Hosiery Hoiiproof", hier eine Fabrik gründen will. Es ist klar, daß sie dann mit billiger arabischer Arbeit die hiesige jüdische Industrie unterbieten und ruinieren kann, um später ihre hiesige Fabrik entweder aufzulassen oder nur im kleinsten Umfange aufrecht zu erhalten. Man muß untersuchen, wieweit man einer solchen Entwicklung Einhalt tun kann. Und in dieser Beziehung wird man sich über die Arbeit fremden Kapitales hier überhaupt klar werden müssen. Hand in Hand mit der erfreulichen Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie hat der Handel sich befriedigend gestaltet. Die eben veröffentlichten Ziffern zeigen, daß der Import weiter gefallen und der Export außerordentlich gestiegen ist. Es wurden für 6,184.454 Pfund Verbrauchsgüter eingeführt, d. s. um 409.644 Pfund, über 6 Prozent weniger als 1926, (Siehe auch „Nachrichten und Daten" Rubrik Außenhandel.) Ausgeführt wurden palästinensische Produkte um 1,899.759, i. e. um 591.423 Pfund, über 31 Prozent mehr als 1926. Wir haben bereits auf manche Posten hingewiesen, die für das Zustandekommen dieses Bildes maßgebend sind. Ausführlich werden wir nach Erscheinen des großen Reportes darauf zurückkommen. Wie aus den im folgenden abgedruckten Tabellen zu ersehen ist, ist der Import von Rohmaterialien etwas gestiegen, während der von Fertigwaren am stärksten gefallen ist. Ein starker Abfall ist auch bei den Lebensmitteln zu verzeichnen. Umgekehrt ist der Export gerade in diesen beiden Gruppen gestiegen: Dies illustrieren die folgenden Tabellen (alles in Pfund): Import Klasse 1926 1927 Nahrungsmittel, Getränke, Tabak .... 1,804,482 1,631.982 Rohmaterialien und Halbfabrikate..... 506.281 568.424 Fertigwaren .............. 3,814.426 3,439.875 Diverse................. 468.909 544.173 6,594.098 6,184.454 Export Klasse 1926 1927 Nahrungsmittel, Getränke, Tabak ..... 1,017,356 1,494.093 Rohmaterialien und Halbfabrikate..... 47.697 63.629 Fertigwaren.............. 235.551 337.108 Diverse................ 7.729_4.929 1,308.333 1,899.759 Die Steigerung der Münzeneinftilir (um rund 250.000 Pfund), glaube ich auf die Einfuhr des palästinensischen Geldes zurückführen zu können, doch fehlt dann in der Ausfuhr das ägyptische Geld. Möglich, daß dieses erst dieses. Jahr ausgeführt wird oder wurde, da es bis 1. April gültig war. Wie wir das letzte Mal berichtet haben, wurde hier eine Aktion zur Verlegung des Eisenbahnknotenpunktes von Ludd nach Tel-Aviv unternommen. Nun hat sich auch der Leiter des palästinensischen Bahnwesens, Holmes, für die Verlegung ausgesprochen und es steht zu erwarten, daß die Aktion Erfolg haben wird', zumal sie auch von Sir Alfred Mond in London kräftig unterstützt wird. Wie es heißt, hat Sir Alfred der Regierung in London ein Memorandum über-

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