Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Bananenkultur in Palästina
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 287 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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287 mehr in Betracht als die Sandböden. Gegenwärtig verwendet man sie für Ackerbau, •der nicht einträglich ist." Als Absatzgebiet verweist der Verfasser des Artikels auf den Inlandsmarkt, der noch erweiterungsfähig ist, in zweiter Linie auf Osteuropa, zu dem sich Palästina in der günstigsten geographischen Lage befinde. Zwar sei Konkurrenz, aber „die Zweige der Landwirtschaft, die dem Ansiedler in Palästina seinen Lebensunterhalt sichern können, sind so wenige, daß es sich lohnt, der Bananenkultur die Aufmerksamkeit zuzuwenden, auch wenn die Gewinne nur mittlere bleiben und trotzdem keine Hoffnung besteht, die Erträge während des ganzen Jahres und die Qualität der Gewinne der kanadischen Inseln zu erreichen.." Als Anbaugebiete kommen in Betracht der ganze Küstenstrich, die Gegend um Jericho, die Gegend am Tiberiassee und die Umgebung von Beth-Schan, wo der Emek Jesreel ins Jordantal einmündet. In diesen Bezirken stehen unbedingt 5O0O—10.000 acres (20.000—40.000 Dunam) für den Bananenanbau zur Verfügung, ohne daß andere Kulturen verkürzt werden müssen. Besonderes Gewicht legt der amerikanische Experte auf den Vertrieb der Früchte durch eine leistungsfähige Verkaufsgenossenschaft, und er schlägt sogar die Bildia einer solchen für die gesamte Fruchtproduktion des Landes vor. Tatsächlich braucht man dem palästinensischen Landwirt die Vorteile des genossenschaftlichen Absatzes und die Nachtedle des individualistischen nicht erst auseinandersetzen. „Bulk shipments", d, h. Massenversendungen von Bananen, so wie sie aus dem tropischen Amerika geschehen, werden wohl aus Palästina niemals erfolgen. Doch ist es möglich, Verpackungsmethoden anzuwenden, wie sie die kanarischen Exporteure entwickelt haben und die uuch ohne spezielle Einrichtungen auf Schiff und Eisenbahn eine hohe Haltbarkeit der Früchte gewährleisten. Der Artikel, der überdies noch wichtige Hinweise über die Pflege der Kulturen gab, hat beträchtliches Aufsehen erregt und bedeutet sicher einen starken Impufls zur Vergrößerung der Bananenkulturen in Palästina. Die Diskussion über einige von X. angeschnittene Probleme hat bereits eingesetzt; aus den Erfahrungen, die man im Lande und in Aegypten machen konnte, weiß man, welche Schwierigkeiten zu überwinden sind und welche Gefahren drohen. Trotzdem steht es außer Zweifel, daß die Bananenkultur eine aussichtsreiche Möglichkeit für die Entwicklung des Landes h. Es wäre falsch, ihre Bedeutung zu überschätzen, und wie schon oft, das Heil und die Zukunft für unsere Landwirtschaft in diesem «inen neuen Zweig zu suchen. Wehn jedoch die günstige Proigjnose des amerikanischen Fachmannes nicht trügt, dann besteht die Chance, die Grundlage unserer Produktion um ein wertvolles Stück zu erweitern. Wirtschaft.. Von Dr. Kurt Grunwali Die palästinensische Wirtschaft befindet sich wieder in der aufsteigenden Kurve der Konjunktur. Die Optimisten haben Recht (behalten. Und wer heute durch das Land reist, kann konstatieren, daß trotz der Stagnation das Wort vom „Stillstand in Palästina" nicht richtig war. Wenn man nach Jahresfrist wieder nach Haifa kommt und das moderne Geschäftsviertel, den „Merkaz Mis'chari" sieht, wenn man die Aufforstungsarbeiten der Regierung-auf den Hügeln über den heißen Quellen von Tiberias und an der Straße nach Jerusalem beobachtet, wenn man in Syrien von Kaufleuten hört, wie stark bereits der Palästina-Import ist und wenn man dann als Stichprobe in dem kleinen arabischen Nest neben der Ruinenstadt Baalbeck nur palästinensische Schokolade findet, dann merkt man erst, daß es keinen Stillstand in der Wirtschaft gegeben hat. Unten im Jordantal, tief unter Seehöhe, geht es zu, wie in einem Militärlager. Dort ist einer der Industriekapitäne des Landes, Pinchas Ruthemberg, am Werke. Wenn man, heimkommend von Syrien, von der Nordgrenze aus den Rauch der eine, Autostunde weiten „Nesher" Zementfaibrik sieht, so begrüßt man ihn als ein Symbol des neuen Erez Israel. Und kommt man so von einer ökonomischen Frühjahrsreise durch das Land, von neuer Zuversicht erfüllt, heim und sucht die zahlenmäßigen Unterlagen für den Aufschwung, so zeigt ein Blick in die Statistik, daß wir heute nur noch 2500 Arbeitslose zählen (vou denen ein-Teil Kurzarbeiter ist), gegen 8000 vor einemhalben Jahre. Und wenn von der Arbeiterschaft eine neue Immigration verlangt wird unter Hinweis darauf, daß bald Mangel an Arbeitskräften zu verspüren sein wird, so liegt ein richtiger Kern in dieser Behauptung. Es soll schon Schwierigkeiten bereiten, für die neuen großen Pflanzuagsarbeiten die notwendige -Zahl von Arbeitern zugewiesen zu erhalten. Die Bodenpreise ziehen leicht an und auch in den Städten ist eine gewisse Belebung *ter Bautätigkeit zu konstatieren. Es ist dies mit eine Folge einer ständigen Immigration