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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 285

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Bananenkultur in Palästina
Date
1928-05-01
Page
Seite 285 (sequence 2)
Language
German
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285 Die Banane, bekanntlich noch vor etwa 20 Jahren eine seltene Frucht für die Länder der gemäßigten Zone, ist bereits zu einem Bedarfsartikel in den Vereinigten Staaten und in Europa geworden, vornehmlich dank der großartigen Reklame- und Vermarktungsorganisation der amerikanischen Fruit Company, die ungeheure Pfanzungen in den mittelamerikanischen Staaten und auf den westlichen Inseln verwaltet. Sie hat es nicht nur verstanden, den Gehirnen der Yankees und den Europäern einzuhämmern: „Eßt Bananen, gebt euren Kindern Bananen", sondern sie hat auch vor allem für die U. S. A, einen wunderbaren Versandapparat geschaffen. Die riesigen Büscheln der heiklen Frucht wandern auf Kleinbahnen, die der Gesellschaft gehören, aus der Pflanzung zur Vollbahn, die ebenfalls Eigentum der Gesellschaft ist, in einen Hafen, der mit dem Geld der Gesellschaft errichtet worden ist, wie überhaupt manche der mittelamerikanischen Republiken nur Vasallenstaaten der Fruit Company sein sollen. Auf eigenen Kühlschiffen bringt man die Früchte in kürzester Zeit zum Entladehafen, wo eigens konsitruiierte Kühlwaggons warten, die dann die Bananen in alAie Gegenden der U. S. A. verteilen, Auf dem europäischen Markt spielt auch ein anderer Bananenproduzent eines wichtige Rolle, die Kanarischen Inseln. Dieses Gebiet, nur etwa ein Drittel so groß wie Palästina, mit einem wundervollen Klima gesegnet, ist überhaupt ein Land intensivster Baumkultur, Dort ist auch die Heimat derjenigen Bananensorte, welche für den Anbau in Palästina in Betracht kommt. In unmittelbarer Nachbarschaft unseres Landes liegt ebenfalls ein Bananenproduzent, wenn auch kein ausschlaggebender: Aegypten, Dort ist die Banane ein wesentlicher Bestandteil der Landeskultur und die palästinensische Landwirtschaft wird hauptsächlich dort ziu lernen haben, auch wenn man sich darüber klar ist, daß die Bedingungen in beiden Gebieten sehr verschieden sind. In Palästina selbst gibt es schon seit einer Reihe von Jahren Bananenpflanzungen in kleinem Ausmaße, in der Küstenebene und in der Jordansenke ani Tiberiasee und bei Jericho. Die Produkte derselben fanden im Inland einen guten Absatz zu relativ sehr günstigen Preisen. In den letzten Jahren machte sich die Tendenz geltend, den Anbau zu steigern und vn verschiedenen Orten unternahm man den Versuch, neue Pflanzungen anzulegen. Im Vorjahre entwickelte eine von Prof. Warburg beratene Gesellschaft den Plan, Bananenkulturen in größerem Stil bei Migdal am Tiberiasee zu schaffen. Der gewählte Ort verspricht Erfolg, da gerade dort bereits Pflanzungen seit Jahren sich gedeihlich entwickeln, (Siehe unsere Mitteilung darüber in Nr. 8/9 1927, Seite 450. — Die Red.) Nicht alle Versuche ergeben günstige Resultate, Die Einführung einer neuen Kultur in größerem Maßstabe verlangt eine Prüfung nach zwei Richtungen: Die Eignung des Landes für die neue Pflanze in allen agrikultureilen Belangen und die Rentabilität im Hinblick auf Produktionskosten und Vermarktungsmöglichkeiten, Die Banane verlangt außer einem geeigneten Boden und viel Dünger, sehr viel Bewässerung, ein warmes, frostfreies Klima. Sie leidet sehr unter starken Winden, die ihre Blätter, den natürlichen Schutz der Fruchtbündel, zerstören, und sie hat eine Anzahl von Feinden unter den Mikroorganismen. Das ist in den knappsten Umrissen dasjenige, was der Bananenpflanzer ins Auge fassen muß, wenn er ein neues Gebiet erschließt. Die Frage der Rentabilität wiederum hängt zusammen mit der Anlage der Pflanzung, den Kosten der Arbeit und der Möglichkeit des Absatzes. Eine für die Zukunft des Landes recht verheißungsvolle Beantwortung erhielten nun all diese Fragen durch einen Artikel, der kürzlich in der landwirtschaftlichen Monatsschrift „Hassadah" erschienen ist. Als Verfasser zeichnet anonym X, doch ist es bekannt, daß sich dahinter ein Mitglied der amerikanischen Expertenkommission birgt, die vor kurzem das Land bereiste und auf seine Möglichkeiten für die Kolonisation untersucht hat. Dadurch erlangt der Artikel besondere Bedeutung. Im folgenden sollen wesentliche Stellen daraus wiedergegeben werden. Auf Grund seiner Beobachtungen übt der Verfasser vorerst Kritik an den bisherigen Methoden des Bananenbaus in Raiästina. Nicht überall erhält die Pflanze die entsprechend reichliche Bewässerung. Auch der Windschutz fehlt häufig, wa3 zu Minderungen im Wachstum und zur Mißbildung der Fruchttrauben führt. Dies^ werden in denverschiedensten Reifegraden gepflückt, je nachdem ob der Pflanzer in Geldnot ist oder nicht, schlecht -behandelt und dann noch vor. irgend einem kleinen Händler im offenen Laden ohne jeden Schutz aufgehängt. So kann die Frucht nie ausreifen und. ihre richtige Farbe und Geschmack erhalten. „Die Zahlen, die ich über die Erträge erhalten habe, schwanken an den verschiedenen Orten von 12.000 bis 30,000 'Gewichtpfund auf ein acre (zirka 4 Dunam), das sind etwa -1500- bis 3570 Kiogramm auf 1-Dunam. Die letztere Zahl entspricht einer drei- bis vierjährigen, entsprechend geschützten Pflanzung. 30.000 Gewichts-

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