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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 284

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
Date
1928-05-01
Page
Seite 284 (sequence 3)
Language
German
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284 Hadassa vorherrscht. Ein zweites Motiv bildet die alte Gegnerschaft der Brandeis- Gruppe gegen die gegenwärtige Leitung; der ehemalige Brandeis-Sekretär de Haas organisiert seit langer Zeit systematisch eine Oppositionsgruppe unter der Devise »Zurück zu Herzl«. Ein dritter Gesichtspunkt ist die Gegnerschaft gegen das Beamtentum — die gegenwärtige amerikanische Leitung besteht fast durchaus aus bezahlten Funktionären. Weiters spielt eine große Rolle die Antipathie gewisser zionistischer Kreise gegen die Marshall-Gruppe, die zur erweiterten Jewish Agency herangezogen werden soll. Zwischen Dr. Wise und Marshall besteht eine alte Feindschaft, und Weizmanns Annäherung an Marshall hat daher Wise ins Lager der Opposition getrieben. Endlich soll noch die politische Opposition von Wise und Genossen erwähnt werden, die aber psychologisch wohl ein sekundäres Element ist. In Atlantic City wurde, nachdem zuerst ein scharfer Vorstoß der Opposition erfolgt war, ein Kompromiß geschlossen, indem vor allem die Hadassa in die Leitung) eintrat und ein Mitglied des früheren Administrativkomitees, Ab. Goldberg, geopfert wurde. Aber schon einige Monate später, nachdem inzwischen Dr. Wise die Opposition auf den Basler Kongreß übertragen hatte, fühlte sich die Mehrheitsgruppe des Administrativkomitees enttäuscht, insbesondere durch das Verhalten der Hadassa, der man vorwarf, eine Prioritätsstellung für sich zu beanspruchen. So kam es, daß bei einer Sitzung der Lamdes-Exekutave wieder Ab. Goldberg in die Administration hinzugewählt wurde. Von nun .an verschärfte sich der innere Kampf. Die schlechte zionistische Atmosphäre, die durch das Versagen der Bodenkaufsgesellschaft Zion Commonwealth entstanden war, begünstigte noch die Mißstimmung. Schließlich wurde durch Austritt mehrerer führender Oppositionsmänner aus der Administration (Wise, Rosenson, Berenson, Mrs. Lindheim) der offene Bruch vollzogen. Die Opposition berief eine Konferenz nach Washington zum 29. April und erließ dort ein Manifest mit schweren Anklagen gegen die Leitung. Es wurde jedoch betont, daß sich der Kampf nicht gegen die Welt-Exekutive, sondern nur gegen die amerikanische Administration richtet. Die Hadassa ging offiziell zur Opposition über. Der Kampf wird mit allen Mitteln geführt, ja sogar in die allgemeine Presse getragen. Die Konvention ist für den 29. Juni nach Pittsburg einberufen, dort wird die Entscheidung fallen. Während so das wichtigste Land zionistisch fast lahmgelegt ist, hiat sich in Europa, Südafrika und anderen Uebersee-Ländern die zionistische Situation eher verbessert. Die Reisen von Weizmann und Sokolow haben dazu wesentlich beigetragen. Nur in dem zweiten Land jüdischer Massensiedlung, in Polen, ist die Lage nach wie vor schlecht. Es herrscht auch dort Uneinigkeit im zionistischen Lager, hervorgerufen hauptsächlich durch die Landespolitik und die Rivalität der Führer. Auch sind dort noch Nachwirkungen der verunglückten Bodenspekulation des Jahres 1925 zu spüren. Die Erweiterung der Jewish Agency hat in der Berichtsperiode keine wesentlichen Fortschritte gemacht. Die Experten haben ihre Berichte an das aus Mond, Warburg, Frankel und Wassermann bestehende Komitee erstattet. Mitte Juli wird dieses Komitee in London zusammentreten und sich über die Resultate sowie über die Anträge für die Zukunft schlüssig werden. Louis Marshall hat erklärt, es bestehe die Absicht, den Bericht der Kommission mit dem Arbeitsplan der künftigen Kolonisation einer panamerikanischen jüdischen Konferenz vorzulegen, die über den Anteil des amerikanischen Judentums definitiv beschließen soll. Die Zionistische Organisation arbeitet an einem Projekt einer internationalen Anleihe, die von den wichtigsten Völkerbundsmiächten garantiert und von einer Völkerbundskommission administriert werden soll, nach Analogie der griechischen und bulgarischen Repatriierungsanleihen. Die zur Vorbereitung eingeleiteten politischen Schritte waren erfolgreich, entscheidende Staatsmänner haben ihre Unterstützung zugesagt, doch ist die finanztechnische Seite des Projektes noch nicht spruchreif. Inzwischen wurde mit amerikanischen Bankiers wegen einer Drei-Millionen-Dollar-Anleihe zugunsten des Jüdischen Nationalfonds gegen zwanzigjährige Zurückzahlung verhandelt, die Verhandlungen nehmen einen guten Verlauf und stehen vor dem Abschluß. Das Aktionskomitee der Zionistischen Organisation soll Mitte Juli zusammentreten, wahrscheinlich in Berlin, Landwirtschaft. Bananenkultur in Palästina. Von Dr. Karl Schwager, Beth Alfa. In dem Bestreben, neue Zweige der palästinensischen Bodenproduktion zu entwickeln, beschäftigt man sich in landwirtschaftlichen Kreisen in letzter Zeit sehr star1mit der Frage, ob und in welchem Umfang die Kultur der Eßbananen in Palästina Aussicht auf Gelingen und Rentabilität hat.

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