Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die Frage der Kwuzoth und der Selbstarbeit
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 274 (sequence 6)
- Language
- German
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274 und der Selbstarbeit in ihren Mittelpunkt gestellt hat. Die kleine Fläche, die jeder Bauer besitzt (100 Dunam), gibt noch gar nicht die Gewähr dafür, daß der Kolonist arbeiten wird. Wege, um nicht zu arbeiten, lassen sich leicht finden, speziell für einen Juden. Und so lange wir auf dieses Prinzip nicht verzichten werden, wird unser Bau ein mächtiger werden, zu unserem Heile und zu unserem Segen; in dem Momente aber, wo wir an ihn nicht festhalten werden, werden wir im Laufe weniger oder mehrerer Jahre so werden, wie jene ersten, gegen die wir so stark ankämpfen. Gesetze sind für uns notwendig, eiserne Gesetze, die uns verpflichten; wie die Gesetze der Thora, die zum Beispiel verhindern, daß in den Kellereien von Rischon Nichtjuden arbeiten; denn wäre nicht dies Gesetz von Jaijan Nessech, das ist Wein der Heiden, so würde kein Fuß eines jüdischen Arbeiters jene Kellereien betreten. Und dieses Problem ist ein sehr tiefgehendes. Wir sind in den Ländern des Golus verdorben worden. Wir haben uns Begriffe und Lebenswerte angeeignet, die gar nicht zu der Beständigkeit der Arbeit passen, zu der Schaffung einer Grundlage für einen nationalen Bau und jede Elastizität in der Auffassung des Lebens und der Pflichten brächte eine Abweichung vom geraden Weg. Laßt uns nicht verächtlich denken über Gesetze und suchen wir nicht eine Lösung zu finden auf Gebieten, die für uns zum Unglück werden können. »Nicht alles, was vom wirtschaftlichen Standpunkte gut ist, ist es auch vom nationalen«, so ähnlich hat es Ruppin auf einem Kongresse gesagt. Sklaven des Bodens werden wir immer sein, im Reichtum werden wir niemals leben, aber dies fordert die Erde, sie fordert den ganzen Menschen, und für immer, und wenn Kritiker kommen, um zu kritisieren, müssen sie von der jüdischen Wirklichkeit ausgehen, von der Psychologie unseres Volkes, sie müssen wissen, was von uns unsere Renaissance verlangt. Es möge nur unseren Kolonisten das gegeben werden, was Siedlern in anderen Ländern gegeben wird, und unser Kolonisationswerk wird an erster Stelle stehen. Für alle Fälle wird uns aus einem System der Administration, das bereits seine »fruchtbare Kraft« im Lande geoffenbart hat, und aus dem Aufgeben der Selbstarbeit nicht das Heil erwachsen. Die Zählung der jüdischen Siedlungen. Die Zionistische Exekutive hat im April 1927 eine vollständige Aufnahme der gesamten Siedlungen durchgeführt. Von den Resultaten sind bisher nur einige Tabellen und Ziffern (wie z. B, im Bericht der Exekutive an den 15. Kongreß) bekanntgegeben worden. Dieser Tage erschien das von David Gurevich, Direktor des statistischen Amts der Exekutive, bearbeitete Heft mit dem gesamten Bericht in englischer und hebräischer Sprache. Es ist eine mustergültige Arbeit, die wieder einmal zeigt, daß die Zionistische Organisation die Funktionen ausüben muß, die überall von der staatlichen Verwaltung geleistet und aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Das zutagle geförderte Material ist außerordentlich reichhaltig und wird auf Jahre hinaus für wissenschaftliche Arbeiten aller Art seinen Dienst tun. Wir haben bisher von den wenigen auszugsweise bekanntgegebenen Ziffern Gebrauch gemacht. Leider können wir aus Platzmangel den Inhalt des Heftes nicht ausführlich wiedergeben. (Nr. 5/6 von »Palestine and Near East«, Tel-Aviv, enthält den ganzen Text in englischer Sprache, worauf wir Interessenten aufmerksam machen. Die Red.) Wir bringen nachstehend einige der wichtigsten Ziffern sowie das Verzeichnis der jüdischen Siedlungen. Zahl der Siedlungen und der Einwohner. Es wurden Erhebungen in 130 Orten angestellt. Hievon waren drei halbagrikulturelile Plätze (Afule Schchunath