Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die natürliche Bevölkerungsbewegung Palästinas
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 269 (sequence 4)
- Language
- German
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- Manoah 1× ep/1005864
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269 Kinderzahl in den Galuthländern bewirkenden sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse, ferner mit dem Steigen des nach Palästina einwandernden weiblichen Elementes zweifellos die Gebürtigkeit bei den Juden eine höhere Werden wird. Fast kein einziges Gebiet der Welt erfährt eine wesentliche Vergrößerung seiner Einwohnerzahl bloß auf dem' Wege des natürlichen Zuwachses. Ueberall spielt die Zuwanderung eine wichtigere und bedeutendere Rolle. Palästina hat während der vierten Alijah den Beweis erbracht, daß es trotz des nicht entsprechenden Zustromes an Kapitalien eine Menschenanzahl aufzunehmen und zu verwurzeln in der Lage war, die größer ist, als der heute noch vorhandene natürliche Zuwachs der nichtjüdischen Bevölkerung, wobei speziell bei der letzteren nicht unbeachtet bleiben darf, daß alle jene Völker, die unter den Kriegsfolgen am meisten leiden, bei Beendigung des Krieges die stärkste Vermehrung aufweisen. Daher wohl die so verwunderlich hohe Gebürtigkeit der Mohammedaner! Die fast vollständig liquidierte Krise, die Prof. Hersch in seiner Objektivität als den »Ruin Palästinas« bezeichnet, wird über kurz oder lang neuerdings zu einer Oeffnung der Tore Palästinas führen und da die Erfahrungen der vierten Alijah bereits vorhanden sind, unterliegt * es keinem Zweifel, daß die fünfte Alijah weit besser organisiert sein und somit zu einem besseren Resultat führen wird, als die vorhergegangene. Die Frage der Kwuzoth und der Selbstarbeit. Von Jehoschua Manoach, DaganiahA. Wir bringen gerne diese Erwiderung eines Genossen aus der ältesten, vorbildlich gewordenen Kwuzah Daganiah A auf die Ausführungen von Agr. Hirsch in Nr. 1/2 d. BL, weil sie die seelische Grundeinstellung der Vorkämpfer des Kwuzahgedankens widerspiegelt. Die Red. Die Ansicht, die von Agr. Hermann Hirsch in seinem Aufsatz über »Die jüdischen Siedlungsformen in Palästina« (Heft 1/2 d. Ztschr.) über die Kwuzoth ausgesprochen wurde, daß der Großbetrieb elastischer ist als der Kleinbetrieb und noch auch andere Vorzüge ihm gegenüber besitzt, ist durchaus nicht neu und wurde zuletzt im Zusammenhange mit dem Besuche von Prof. Oppenheimer und Agronomen Dyck durch den Leiter der Instruktionsabteilung der Versuchsstation, Agr. Sch. Zemach, ausgesprochen. Es ist jedoch schwer, der Prämisse des Verfassers zuzustimmen: »Da in die Kwuzah nationale Kapitalien investiert sind, muß man sie kritisieren, wären es aber Privatmittel, hätte man zur Kritik kein Recht.« Diese Ansicht ist von Grund aus irrig und steht im Widerspruch zu der in der ganzen Welt, und speziell in Palästina, herrschenden Ethik in bezug auf Kritik. Uns im Lande liegt nichts daran, wessen Mittel in die eine oder andere Institution angelegt sind; nicht das ist der Grund, aus welchem wir an die Beurteilung einer öffentlichen Erscheinung herantreten, an eine nationale Schöpfung, wie die, die wir jetzt behandeln. Wenn auch in vielen Kreisen die Auffassung herrscht, wer das Geld hat, hat auch das Recht der Meinungsäußerung, so denken wir anders: Mögen die Kapitalien von einzelnen oder von der Gesamtheit stammen, diesbezüglich gibt es für uns keinen Unterschied. Würden wir dieser Anschauung zustimmen, so wäre das der Anfang für eine Anarchie, die alles Gute bei uns zerstören würde; denn man würde jede fruchtbare Kritik unmöglich machen. Bei der Kwuzah darf man auch nicht vergessen, daß die Träger derselben nicht weniger verantwortlich für ihre Gelder sind und nicht weniger für deren Erhaltung sorgen, als diejenigen, die sich zur Gruppe der Geldgeber zählen. Es ist nicht hier der Platz, um über die Frage der Spender und der Empfänger der Mittel viel zu. sagen. Ich möchte