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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 265

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die neuen Zölle
Date
1928-05-01
Page
Seite 265 (sequence 5)
Language
German
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265 tikel des Massenkonsums, die schon im Inlande' fabriziert -werden .und ^ie fetzt nicht oder ungenügend verteidigt werden, keine größere Belastung des Massenbedarfs in seiner Gesamtheit zu erfolgen brauchte,: alssie der neue Tarif mit sich bringt. Von diesen Artikeln sind nämlich durch den neuen Tarif einige jetzt ohnehin mehr belastet als früher, obwohl sie nicht im Inlande hergestellt werden, weil es die Staatsfinanzen erfordern. So manche Baumaterialien und baumwollene Stückwaren- . Hätte man die Zollerhöhung auf diese ganz oder teilweise fallen gelassen und diafür einen finanziellen Ausgleich durch Festsetzung höherer Sätze auf die entweder gar ..nicht stärker belasteten oder immerhin noch stärker belastbaren Luxusgegenstände gesucht, so hätte sich beispielsweise ohne weiteres ein höherer Schuhzoll ohne Verteuerung der lebensnotwendigen Waren in ihrer Gesamtheit durchsetzen lassen. Nehmen wir -ein konkretes Beispiel an Hand der Einfuhr im Jahre 1926, da für 1927 die spezifizierte Statistik noch nicht vorliegt: Unter der Rubrik „Baumaterialien" wurde der Satz für Eisen in Barren, Winkel- und Stabeisen von 0,7 auf 0.8 Mils per Kilogramm, also, nach Berücksichtigung der Währungsdifferenz von VA Prozent, um etwa UM Prozent erhöht. Die Einruhr dieser Artikel erreichte im Jahre 1926 nahezu 50.0QO äg. Pfund. Dieselbe Ziffer, sogar noch etwas darüber, erreichte zusammengenommen die Einfuhr folgender Luxusartikel:. Pärfümerien (Pfund 7tf46), Galanteriewaren (Fancy Goods) aus Zelluloid und Elfenbein (Pfund 7318), PickLes und Saucen (Pfund 7349) und Zigaretten (Pfund 27,870). Hiervon wurden nicht verändert die Zölle für Galanteriewaren, Pickles und Saucen (da nicht besonders aufgeführt 12 Prozent vom Werte) und für die Zigaretten (Pfund 1.— pro Kilogramm). Die Zölle auf Parfütaerien betragen jetzt 20 Prozent pro Kilogramm. Hätte man diese Sätze um etwa \\XA Prozent erhöht, so hätte sich finanziell dasselbe ergeben, wie bei der Erhöhung, des Satzeauf die erwähnten Baumaterialien. Und eine solche Erhöhung wäre sehr gut möglich gewesen, selbst bei Zigaretten, für deren Einfuhr weder eine volkswirtschaftliche, noch eine soziale Notwendigkeit besteht, besonders da wegen der Höhe des bestehenden Zolles darauf, die importierten Marken ohnehin nur von den begüterten Klassen geraucht werden. Statt der Baumaterialien hätte man dann zum Beispiel die Schub zölle erhöhen können. Freilich wäre ein Plus von 11^> Prozent für diese nicht sehr viel, aber es gibt ja noch andere Massenbedarfsartikel, bei denen man ohne Schaden für die Industrie sparen und die Differenz bei den Schuhen oder anderen Waren zuschlagen kann. Beispielsweise Baumwollstückwaren. Der dadurch für die Staatskasse entstehende Ausfall läßt sich auch weiter noch durch stärkere Belastung der Luxusgegenstände ersetzen. Dürfen beispielsweise Pärfümerien wirklich nur mit 20 Prozent ihres Wertes verzollt werden, kann man da nicht auch bis zu 50 Prozent heraufgehen? Oder sind 12 Prozent tatsächlich die äußerste Grenze für Pickles und Saucen wie für Galanteriewaren aus, Elfenbein? Und außerdem, gibt es noch manche andere, nicht gerade lebensnotwendige Gegenstände, die eine Tariferhöhung vertragen können, beispielsweise Grammophone (jetzt 15 Prozent vom Werte), Juwelierwaren (Einfuhr 1926 Pfund 9778.—, Zoll 15 Prozent vom Werte), bestimmte Toilettengegenstände.. Alles das zeigt, daß trotz allen guten Willens auch das zweite Kompromiß, das die Regierung in diesem Entwurf zustande bringen wollte, das zwischen den Bedürfnissen des Fiskus und denen der Industrie, npch nicht besonders gelungen ist. Es scheint, als ob eine von vornherein zu skeptische und theoretische Beurteilung des Problems die in Wirklichkeit bei den konkreten Verhältnissen Palästinas noch einfache Aufgabe, des Ausgleichs zwischen den drei Interessen — des Konsums, der Industrie und des Fiskus — Schwierigkeiten sah, wo noch keine bestehen und nicht die genügende Elastizität und Frische für die Lösung der Aufgabe aufgebracht hat. Das verdunkelt den Fortschritt etwas, den der neue Tarif trotzdem darstellt. Bleibt die Hoffnung, daß. auch der neue . Zoll, noch einem neueren - und vollkommeneren weichen wird. Eine Hoffnung, die vielleicht kein „ungesunder Optimismus" ist.

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