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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 250

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Citruskultur in Palästina
Date
1928-05-01
Page
Seite 250 (sequence 4)
Language
German
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250 Jahren durchschnittlich bloß 15% aller Verschiffungen durchgeführt. Dies deshalb, weil die privaten Händler sie im Einkauf überbieten. Eine zweite Gesellschaft, die Agricultural Cooperative Society, Petach-Tikwah, führt keine Verschiffungen, sondern nur den Verkauf der Ernten ihrer Mitglieder durch. Der heimische Konsum wird auf 20% der Ernte geschätzt. Jedoch werden in Palästina nur 20 Piaster per Kiste bezahlt. Die Ausdehnung der Gärten. Die Pflanzungen tragen bekanntlich in sechs Jahren, das heißt fünf Jahre nach dem Pfropfen, das im zweiten Jahr erfolgt. Erst im achten Jahr beginnen sie vollen Ertrag zu geben. Die Kosten der Pflanzungen können durch Verbesserungen noch herabgedrückt werden, insbesondere bei Ermöglichen des Pflügens durch weitere Abstände der Bäume. Die neuangelegten Gärten haben nur mehr 45 Bäume per Dunam, allerdings haben die Pflanzungen in Südafrika nur 26, Spanien 24—30, Kalifornien 20. Die für Citrusbau in Betracht kommenden Flächen in Palästina haben zirka 330.000 Dunam, das ist zwei Drittel der in Spanien und die Hälfte der in Kalifornien angebauten Flächen. Davon ist erst ein Achtel bepflanzt. (Dr. Brünn veranschlagt die Fläche, falls man hohe Ansprüche stellt, viel niedriger; siehe Nr. 8/9 1927, S.^ 401. — Die Redaktion.) Volltragende Gärten werden mit 150 bis 180 Pfund per Dunam verkauft, Boden längs der Pflanzungen mit 20 bis 30 Pfund per Dunam und in der Nähe davon mit 9 bis 15 Pfund. Isolierte Stellen sind mit 6 bis 10 Pfund reichlich zu haben. Bewässerung. Der Regenfall von November bis März ist in der Küstenebene 16 bis 24 Zoll englisch. Das Regenwasser fließt zum größten Teil ins Meer ab. Vorratsreservoire sind unprofitabel. Während April bis November müssen die Gärten künstlich bewässert werden. In der .Küstenebene findet sich Wasser in 5 bis 30 Meter Tiefe, was, wie erwähnt, Brunnen und Motorpumpen nötig macht, die für Einzelpflanzer sehr hoch kommen. Für Betriebskosten seien folgende Beispiele aus der Praxis gegeben: 1. 33 Dunam, Brunnen 9.75 m tief, Kosten 603 Pfundr 2. 48 „ „ 21.50 m „ „ 1005 3. 55 „ „ 37 m „ „ 1120 das sind per Dunam 18.21 bezw. 22 Pfund. Es sei bemerkt, daß alle diese Anlagen, wie es meist der Fall ist, überdimensioniert sind und eine viel größere Fläche durch sie bewässert werden könnte. Es ist in der ganzen Zone unnötig viel Kapital in Pumpenanlagen gesteckt worden. Pflanzer, die nur 20 Dunam und weniger besitzen, kaufen daher besser Wasser bei benachbarten Gärten, oder machen zusammen mit diesen gemeinsame Anlagen. Der Wasserkauf geschieht entweder zu einem fixen Jahrespreis, zirka zwei Pfund per Dunam und mehr, oder gewöhnlich zu einem Stundenpreis, meistens 15 Piaster, doch steigen dann die Kosten bis 4 Pfund per Dunam. Siedler. In Palästina herrschen die kleineren Garten von 20 Dunam vor, die von dem Siedler und seiner Familie bearbeitet werden und auch den relativ höchsten Ertrag geben. Leider haben die neuen kleinen Siedler sich nicht beraten und schwere Fehler gemacht, indem sie die alten Anlagen nachahmten, die unnötig große und kostspielige Pümpanlagen gebaut und auch die Bäume zu dicht gepflanzt hatten, so daß zur Erzielung einer besseren Gesamternte ein Teil der Räume wieder ausgerissen werden mußte. Kapitalserfordernis und Ertragsmöglichkeit. Infolge der Verschiedenheit der Produktionsfaktoren in den verschiedenen Gegenden kann man hierüber keine ganz bestimmten Angaben machen. Nach ausgewählten Beispielen (der Autor gibt eine instruktive Tabelle. — Die Red.) wurden die Kosten in bestimmten Fällen wie folgt in Pfund berechnet;

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