Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die natürlichen Bedingungen Palästinas und die Zukunft unserer Kolonisation
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 247 (sequence 7)
- Language
- German
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247 Wir müssen daher leichte und bewässerbare Böden in den nächsten Jahren zu erwerben suchen. Zu unserem großen Schaden vollzog sich der Bodenkauf meist in mehr oder minder anarchischen Formen. Gerade die Klärung der entscheidenden Frage, der Bewässerungsmöglichkeit vor Erwerb des Bodens, wurde meist versäumt, wie man überhaupt stets erst dann die Experten herangezogen hat, wenn es zu spät war. Ich könnte mehrere solcher Fälle nennen, wo durch r e c h t z e i t i g e Befragung von Fachleuten gewaltiger Schaden hätte vermieden werden können. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, daß die Befragung der Experten in Zukunft rechtzeitig erfolge. Die Citruskultur in Palästina. Von A. Goldwater, Jerusalem. Wir haben wiederholt außer in kleineren Notizen auch in größeren Aufsätzen — wie 1927 in Nr. 1/2 und 8/9 (Dr. Brünn) sehr ausführlich über Orangenbau berichtet. Soeben ist wieder eine größere Arbeit „Citrus Fruit in Palestine" von A. Goldwater, Veröffentlichung der „Palestine Cooperation Ltd.", erschienen. Angesichts der Wichtigkeit dieses Produktionszweiges und des weit verbreiteten Interesses, das für ihn vorhanden ist, geben wir nachstehend einen kurzen Auszug aus dieser, alle Seiten des Gegenstandes gründlich behandelnden Arbeit, wobei wir hauptsächlich nur jene Punkte hervorheben, über welche bisher noch wenig publiziert worden ist. — Die Redaktion. Die Varietäten der bisher angepflanzten Citrusfrüchte in Palästina sind: 1. Die Orange. Die Hauptsorte ist Citrus Aurantium, Unterart sinensis, im Arabischen »Schamuti« genannt, sonst als »Jaffa-Orange« bekannt. Wird hauptsächlich im Distrikt Jaffa gezogen, auch bei Chedera und Gaza in der Küstenebene und im Jordantal bei Tiberias und Jericho. Sie hat ovale Form, ist saftig und praktisch ohne Kern. Ihre dicke Schale gibt ihr Widerstandskraft und macht sie für lange Transporte geeignet. Die Orangen reifen von Ende September an und werden von November bis Ende Februar auf den Markt gebracht. Andere Varietäten sind; a) B a 1 a d i (einheimisch), gezogen hauptsächlich in Akko, Sie ist kugelrund, sehr saftig, hat viele Kerne, eine dünne Schale und ist daher auf weite Strecken nicht transportabel. Diese Sorte wird fast gänzlich im Lande konsumiert, ein kleiner Teil geht nach Aegypten, b) Valencia, wird erst versuchsweise gezogen. Reift viel später als Schamuti und wird vielleicht in Zukunft eine Sommerfrucht werden. 2. Die bittere Orange, Citrus Bigaradia, wird bloß als Setzling gezogen, auf dessen Stock dann die süße Orange gepfropft wird. Sie hat einen widerstandsfähigen Stamm, für den der schwerere Boden am besten geeignet ist, 3. Die C i t r o n e, Citrus Medica, wird in zwei Arten gezüchtet: a) als dickschalige große Frucht, welche in die Mittelmeerländer zu Fabrikationszwecken verkauft wird, b) als kleine Frucht (Ethrog), welche die Juden für rituelle Zwecke brauchen und die in größeren Mengen exportiert wird. 4. Die Grapefrucht (Pomeios) wird in zwei Varietäten gezogen: die kernlose Sumpf-California und die Florida, in sehr kleinen Mengen. Die ganze Produktion in Palästina wird bloß auf 5000 Kisten geschätzt. Die palästinensische Frucht wird als besser angesehen, als die amerikanische. Die Nachfrage wächst, namentlich in Aegypten zu hohen Preisen, weshalb die Pflanzungen ausgedehnt werden. In manchen der 16*