Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die Arbeitslage im Lande
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 232 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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232 nur 5000 jüdische Arbeiter, die bei nicht ständigen Arbeiten beschäftigt oder arbeitslos sind, vorhanden. Welche Arbeitsmöglichkeiten sind für diese Arbeiter vorhanden? Betrachten wir vorderhand die Aussichten der Beschäftigung der Arbeitslosen, Der Plan der Arbeiterorganisation zur Lösung der Frage der Arbeitslosigkeit und Einstellung der Arbeitslosenunterstützung umfaßte folgende Arbeiten: Regierüngsarbeiten................. 980 Arbeiter Bau- und Bewässerungsarbeiten in den Wirtschaften mit den Mitteln der Zionistischen Exekutive..... 500 „ Institutionen, Gesellschäften und private Arbeitgeber .1145 „ Mit den Mitteln der Regierungsanleihe an die Stadtverwaltung von Tel-Aviv........... . . 250 „ 2875 Arbeiter (Anmerkung: Die Anleihe an die Stadtverwaltung von Tel-Aviv wird, wie es scheint, nicht verwirklicht werden. Demgegenüber wird die Regierung ihre öffentlichen Arbeiten dermaßen erweitern, daß sie weitere 250 Arbeiter beschäftigen wird,) Ein großer Teil der obenerwähnten Arbeiten wird im Monat April beginnen, der Rest in den Monaten Mai—Juni. Wenn der Plan der Arbeiterorganisation voll verwirklicht werden wird, und daran glauben wir, wird der Massenarbeitslosigkeit im Lande ein Ende gesetzt werden, und es werden nur wenige hundert Arbeitslose in gewissen Berufen verbleiben. Allein es taucht die Frage auf: was wird nach einem halben Jahre geschehen? Werden wir nicht wieder vor derselben Lage stehen, in der wir uns noch vor kurzer Zeit befanden. Freilich, es ist klar, daß schon im Monat September eine beträchtliche Anzahl von Arbeitern durch Beendigung der Arbeiten, die wir in den ersten Monaten des Jahres 1928 organisierten und die jetzt laut dem Plane der Einstellung der Arbeitslosenunterstützung organisiert werden, arbeitslos werden wird. Es ist vorauszusehen, daß sich im Monat September ihre Zahl auf 1500—2000 Mann belaufen wird. Jedoch besteht die Aussicht, daß im Jahre 1928 im Lande eine Reihe von großen Arbeiten ausgeführt werden, die, wenn sie verwirklicht werden, imstande sind, nicht nur die gesamte Anzahl von Arbeitslosen aufzunehmen, sondern uns auch vor das Problem des Mangels an Arbeitskräften stellen werden. Diese Arbeiten sind: Der Bau der Eisenbahn- Werkstätten in Haifa, eine Arbeit, die zusammen mit der Drainagearbert die in diesem Gebiete ausgeführt werden soll, einen Kapitalsaufwand von 75.000—100.000 Pfd. erfordern wird; Teilarbeiten beim Hafenbau in Haifa: Gebäude für den Nationalfonds und die Zionistische Exekutive in Jerusalem; der Bau des judaistischen Institutes der Universität aus den Mitteln des Rosenbloom-Fonds; es wird ferner wahrscheinlich mit der Vorbereitung des Steinmaterials für das Universitätsgebäude in Jerusa^ lern begonnen werden. Es ist anzunehmen, daß auch der Nationalfonds und die Haifa-Bay-Gesellschaft zu Anfang des nächsten (jüdischen) Jahres mit Okkupations- und Drainagearbeiten auf ihrem Boden beginnen werden, ferner ist auf Bauarbeiten in den landwirtschaftlichen Siedlungen zu rechnen. Weiterhin sind jetzt Verhandlungen betreffend eine sehr große Regierungsarbeit, die hunderte Arbeiter beschäftigen könnte — die Ver> legung des Eisenbahnknotenpunktes von Ludd nach Tel-Aviv — im