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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 230

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Arbeitslage im Lande
Date
1928-05-01
Page
Seite 230 (sequence 3)
Language
German
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230 Palästina verlassen haben und demgegenüber 23.174 Personen ins Land kamen. Das heißt, daß auch in diesen bitteren zwei Jahren der schweren Probe die Zahl der Juden im Lande um 11.000 Seelen gewachsen ist, abgesehen von der natürlichen Vermehrung im Lande. Und wenn wir auch die Einwanderung der ersten zwei Monate der Krisis (November und Dezember 1925) nicht in Betracht ziehen, ergibt sich auch dann noch, daß im Laufe der Jahre 1926—1927 15.420 Juden ins Land kamen und 12,502 das Land verlassen haben, d. h., daß der Ueberschuß der Einwanderung über die Auswanderung 2918 Seelen betrug (die Einwanderungszahlen der Zionistischen Organisation sind noch um einige hundert Seelen höher als die offiziellen der Regierung). Es verlohnt sich ferner, einige weitere Zahlen über den Verlauf der Arbeitslosigkeit zu bringen. Vor 10 Monaten, im Februar 1927, betrug die Zahl der Arbeitslosen in den Städten des Landes, wie erwähnt, 7500—8000. Anfang 1928 gab es in den betreffenden Städten — Tel-Aviv, Jerusalem, Haifa, Tiberias, Afule — nur 4750 Arbeitslose und am 1. April 1928 waren es nur 2750, d. h., ihre Zahl hat sich gegenüber 1927 um 4750 Mann vermindert. Im Jahre 1927 war die Zahl der Auswanderer aus den Arbeiterkreisen ungefähr 1200 Mann und die Zahl der mit Arbeiterzertifikaten versehenen Einwanderer 700 Mann, d. h., daß die Zahl der Arbeiter im Lande sich im Laufe eines Jahres um 500 Mann verringert hat. Wenn wir auch diese Zahl von der der Arbeitslosen in den Städten abrechnen und in Betracht ziehen daß im Jahre 1927 keinerlei bemerkenswerte Abwanderung der Arbeiter aus den Städten aufs Land stattgefunden hat — oft war das Gegenteil zu verzeichnen — so kann doch die Tatsache nicht geleugnet werden, daß die Zahl der Arbeitslosen in den Städten um 4250 gefallen ist, die zur Arbeit übergehen konnten. In kurzen Worten: Hand in Hand mit den negativen wirtschaftlichen Prozessen, die sich in der Krisenzeit auswirkten, haben sich im Lande in steigendem Maße positive wirtschaftliche Prozesse von großer Bedeutung bemerkbar gemacht, die Aufnahmemöglichkeiten für Tausende jüdische Arbeiter schufen. Folgendes waren die Hauptreservoire, die Arbeitskräfte absorbierten: Industrie und Handwerk, Regierung und Araber. Die Industrie (die Ruthenberg-Werke, „Shemen", die Textilindustrie, „Raänan", die Kartonageindustrie u. a.) hat 1200 neue Arbeiter absorbiert. Das Handwerk hat ungefähr weitere 500 Arbeitskräfte aufgenommen. Die zweite wichtige Eroberung ist das Eindringen in den arabischen Arbeitsmarkt: in Jerusalem, Sichern, Jericho, Rabbat Amman und Jaffa sind mehrere hundert Arbeiter in die Bauarbeit bei arabischen Arbeitgebern eingedrungen. Der jüdische Arbeiter, der sich im Baufache und hauptsächlich in den neuen Baumethoden, die nach dem Kriege im Lande eingeführt wurden, ausgebildet hat, erobert gewisse Stellungen auch im nichtjüdischen Arbeitsmarkt, der auf ausgebildete und verantwortliche Arbeiter angewiesen ist. Alles in allem wurden also von Industrie und Handwerk 1700 Arbeiter angestellt und absorbiert. Einige hundert Arbeiter sind zu den in der Kolonie bereits vorhandenen hinzugekommen. Eine gewisse Anzahl von Arbeitern ging unter dem Drucke der Lage zur Beschäftigung in Dienststellen, Handelsunternehmungen und Privathäusern über.

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