Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die Arbeitslage im Lande
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 229 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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229 lürig der ^Unterstützung" an Arbeitslose notwendig War, hatte5 sehr schwere wirtschaftliche und politische Folgen* Die Tage, in denen in der zionistischen Bewegung selbst Aeüßerufigen höfbaf w^reri, daß man, urii die Arbeitstage radikal zu ändern, die Auswanderung äus dem Lande organisier*en ittüssej liegen noch nicht lange zurück. Hohe Regierungsbeäfnte begännen, offen und geheim, über den Bänkrott des zionistischen Werkes zu sprechen, Iii der zionistischen Bewegung herrschten Gefühle der Verzweiflung und Niedergeschlagenheit darüber, daß kein Ausweg Vorhänden sei, vor. Vielen schien es, daß die zionistische Bewegung in einen Zaubefkreis eingetreten sei, aus dem sie nicht so bald herauskommen würde, daß die Aufnähmemöglichkeiten des Landes erschöpft seien und daß viele Jahre vorbeigehen müßten^ ehe wir aus dieser Not befreit würden. Die Arbeiterorganisation war die einzige, die in dieser schweren Lage den Mut nicht verlor; gerade sie, die die ganze Last der Krisis täglich auf ihren Schultern zu tragen gezwungen war, sah die Lage viel zuversichtlicher und optimistischer an, als alle anderen Teile der zionistischen Bewegung. Wir behaupteten stets, daß eine objektive Möglichkeit vorhanden sei, die Arbeitsfrage zu iösen, da die drei wirtschaftlichen Hauptfaktoren: die zionistische Bewegung, die Regierung und der jischuw imstande seien, der Arbeitslosigkeit im Lande ein Ende zu setzen. Es sei nur notwendig, daß diese drei Faktoren die besondere« auf ihnen lastende Verantwortung fühlten und ihre Aufgabe erfüllten. Deshalb sahen wir den Schwerpunkt unserer Arbeit darin, diesen Kräften einen Antrieb zur Tätigkeit zu geben, konkrete Pläne auszuarbeiten und ihre Verwirklichung zu fordern. Diese unsere Arbeit wurde mit Erfolg gekrönt. IL Nachdem die Periode der Arbeitslosenunterstützung vorbei ist, ist es wichtig, rückblickend die Ereignisse der letzten zwei Jahre zu betrachten. Das Jahr 1928 ist das dritte der wirtschaftlichen Krisis im Lande, die Ende 1925 einsetzte. Die Arbeitslosigkeit — diese Hauptbegleiterscheinung der Krisis — begann im November 1925 einen Massencharakter anzunehmen: die Zahl der x^rbeitslosen im Lande betrug damals 2600. Seit diesem Zeitpunkt stieg ihre Zahl jeden Monat, bis sie im Februar 1927 den Höhepunkt mit 7500—8000 Arbeitslosen erreichte. Die zweite Begleiterscheinung der Krisis — das Nachlassen der Einwanderung und das Ansteigen der Auswanderung — machte sich erst später bemerkbar. Noch in den letzten Monaten des Jahres 1925 — den ersten der Krisis, betrug die Zahl der Einwanderer ins Land beinahe 3000 monatlich, auch in der ersten Hälfte des Jahres 1926 stellte sich die durchschnittliche Zahl der Einwanderer noch auf ungefähr 1500 Mann monatlich, und erst im Juli 1926 begann die Verminderung der Einwanderung, die schließlich Ende 1927 auf weniger als 100 Personen monatlich fiel. Wenn wir diese Zahlen resümieren und uns damit befassen, welchen Einfluß diese zwei Jahre der Krisis auf die Einwanderung hatten und wenn wir die ersten zwei Monate der Krisis, bevor sie sich auch in der Einwanderung bemerkbar machte, in unsere Rechnung einbeziehen, so ergibt sich, daß von November 1925 bis November 1927 12.234 Personen 15