Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die Verbilligung der landwirtschaftlichen Kolonisation
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 214 (sequence 1)
- Language
- German
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114 Die Verbilligung der landwirtschaftlichen Kolonisation. Von Dipl. Ing. Salomen Kaplansky, Tel-Aviv. Der Verfasser war bekanntlich durch einige Jahre der Leiter des Kolonisationsdepartements der Zionistischen Exekutive. L Die Herabsetzung der Kosten der ländlichen Ansiedlung von Juden in Palästina steht seit Jahren im Vordergrund der zionistischen Kolonisationsdebatten. Die Beschränktheit der Mittel, die vom Keren Hajessod für Siedlungszwecke beigestellt wurden, die Notwendigkeit, besitzlose Landarbeiter anzusiedeln und ihnen den vollen Anlagebedarf der Wirtschaft als Siedlungskredit zu geben, die geringe Zahl von tauglichen Ansiedlern mit nennenswertem Eigenkapital, das langsame Tempo der Kolonisationsarbeit — all das zwang zum Nachdenken, wie man,mit den vorhandenen spärlichen Mitteln die größte Anzahl von Familien seßhaft machen könnte. War es in den ersten Jahren der Erneuerung des Siedlungswerkes neben der Finanznot der Bewegung die unerträgliche Teuerung nach dem Kriege, die das Problem immer brennender machten, so kam in der letzten Zeit der Vergleich mit der billigeren Kolonisation der Juden in der Sowjet-Union sowie derjenigen der Flüchtlinge in Griechenland. Wir beabsichtigen nicht, den Unterschied der Anlagekosten in Rußland und Palästina zu rechtfertigen, oder auf Grund theoretischer Erwägungen den Abstand und die Wesensverschiedenheit zwischen der Verpflanzung anatolischer Bauern nach Mazedonien und der Schaffung eines jüdischen Farmers in Palästina nachzuweisen. Es sollen lediglich auf Grund des vorhandenen Materials nachstehende Fragen geprüft werden: a) Welche Ergebnisse hatten unsere eigenen Bemühungen einer Verbilligung der Kolonisation in den letzten drei Jahren der Leitung des zionistischen Siedlungswerkes? b) In welchen Grenzen ist eine Herabsetzung des Erfordernisses der wichtigsten bestehenden Wirtschaftstypen möglich? c) Inwiefern kann die Verbilligung durch Inangriffnahme neuer Betriebstypen herbeigeführt werden? Denn es ist wohl ein Gemeinplatz zu sagen, daß die Verbilligung landwirtschaftlicher Ansiedlung in zwei Richtungen verfolgt werden kann — durch möglichste Reduktion des Anlagebedarfes der Wirtschaften, deren Lebensfähigkeit und Notwendigkeit für die nationale Kolonisation erwiesen ist und durch Einführung neuer Wirtschaftstypen, die ein wesentlich geringeres Anlagekapital erfordern. IL Betrachten wir die vier Typen, die gegenwärtig in Palästina in den von der zionistischen Organisation errichteten Kolonien vorwiegen und den verschiedenen Irrigationsmöglichkeiten bezw. den hauptsächlichen Landeszonen entsprechen.