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Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 209

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
[Rezension]
Date
1928-03-01
Page
Seite 209 (sequence 3)
Language
German
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20£ Länder neu revidierten Geschichtsbetrachung auch der europäischen Länder nachzuweisen, daß das Diasporajudentum der orientalischen Diaspora bis in das XL und! XII, Jahrhundert ein sehr starkes war, das hin und wieder sogar staatenbildend wirkte, während das Diasporajudentum Europas gleichfalls bis in diese Zeitin manchen Ländern noch ganz unangefochten sich stark ausbreiten konnte. Die ersten Jahrhunderte des beginnenden Christentums sind auch durchaus als eine jüdische Expansionsbewegung zu werten, die von Galiläa (Uebereinstimmung mit den Forschungen Ben Zwis) und aus Alexandrien großenteils ausgegangen ist. Auch in dem von- Ben Zwi bezogenen Vertrage zwischen Mohammed und dem hebräischen Anführer des: jüdischen Elath, Jochanen Ben Reuwen, ist durchaus eine zugunsten einer damals noch nicht vorhandenen Macht Mohammeds gefärbte Darstellung zu bemerken. Man vergegenwärtige sich demgegenüber die realen Vorgänge bei der Konstituierung der mohammedanischen Macht in Südarabien, die Bedeutung der hebräischen Beduinenstämme in altmohammedanischer und mohammedanischer Zeit, die Tatsache der Erhaltung hebräischer Beduinenstämme bis in die heutige Zeit, sowie die Bedeutung hebräischer Stämme in Nordafrika für die Entwicklung von Handel und Verkehr, so wird man einsehen müssen, daß die bisherige, durch die Judenverfolgungen in Europa außerordentlich gedrückte jüdische Geschichtsbetrachtung vollständig revolutioniert werden muß. Es wäre ganz unmöglich gewesen, daß jüdische Stämme in dem entfernten Abessynien oder im Lande der Chazaren jüdische Staatengründungen verursacht hätten, wenn nicht: der zentrale Kern des jüdischen Volkes in Palästina, Babylonien und dem näheren Orient bis weit in die Zeit der islamischen und der christlichen Invasionen, die nach Palästina tendierten, erhalten geblieben wäre. Somit bahnt das Buch Ben Zwis außer seiner sonstigen Bedeutung die Wiederbelebung einer uns eigenen Geschichtsauffassung; und eine Aenderung derjenigen anderer Völker über uns an. Dr. H. Glanz - Sohar. The Palestine Citrograph, („Hehadar'*), Jaffa, Heft 1. — Das Erscheinen einer eigenen Zeitschrift über Citruskultur zeigt, welch Bedeutung dieser für die Wirtschaft, des Landes zukommt. Das vorliegende erste Heft (Februar 1928) enthält u. a. einen Artikel des Direktors der „Pardess", J. Rockach, über die steigende Anteilnahmeder Regierung an den einschlägigen Fragen, ferner einen solchen des bekannten Pflanzungsfachmannes M. Smilansky (Rechowoth) über den Markt, worin er den Pflanzern rät, über das momentane Interesse hinaus das dauernde nicht außer acht: zu lassen und nur die Standardsorte (Schamuni) zu pflanzen und sich auch um die Verpackung und den Verkauf selbst zu kümmern, wie dies die kalifornischen Pflanzertun, die deshalb den Markt beherrschen. A. Friedmann von JCA. schreibt über die Grapefruchtkultur. Eine Reihe anderer Artikel und Notizen handeln von den landwirtschaftlichen Fragen, der Marktlage u. a, m. Der österreichische Volkswirt, Wien. Herausgeber Walter Federn. Nr. 22 vom* 25. Februar dieses Jahres bringt einen Bericht unseres Mitarbeiters Dr. Kurt Grünvvald über „Palästinas Wirtschaftslage*'. Der Autor weist darauf hin, daß die Lage sehr günstig ist. Landwirtschaft und Industrie entwickeln sich sehr gut, die Deflationskrise mit ihrer Arbeitslosigkeit wird langsam überwunden. Die zu erwartenden großen öffentlichen Bauten geben günstige Prospekte für die Zukunft. Jüdisches Lexikon, Ein enzyklopädisches Handbuch in 4 Bänden, herausgegeben, von Dr. G. Herlitz und Dr. B. Kirschner, Jüdischer Verlag, Berlin, 1. Band. — Bis heute entbehrte man eines lexikalischen Werkes über Judaica in deutscher Sprache, indes es in englischer und russischer schon seit Jahrzehnten die bekannte Enzyklopädie gab. Ein ähnliches umfangreiches Werk in deutscher Sprache ist -eben in Vorbereitung. Aber da seine Vollendung acht Jahre dauern und sein Umfang 15 Bände sein wird, ist es zu begrüßen, daß dieses vierbändige lexikalische Handbuch erscheint, das bestimmt ist, allen, die nicht bloß zu streng fachwissenschaftlichen Arbeiten ein solches Nachschlagewerk brauchen, zur Orientierung und ausreichenden Information zu dienen. Trotz seines relativ geringen Umlanges sind die Artikel des eben erschienenen ersten Bandes soweit sie wichtige Themen betreffen, sehr umfangreich und inhaltsvoll. Die Redaktion der zionistischen Artikel hat Dr. Robert Weltsch, der bekannte zionistische Politiker und Autor übernommen. Von den Artikeln über palästinensische Themen seien erwähnt: „Agrargesetzgebung", gibt eine Uebersicht über die Verhältnisse im Altertum. Der Abschluß über die moderne Zeit ist zu kurz gehalten (eine halbe Spalte), umsomehr als ein solcher über Bodenpolitik fehlt. Sehr instruktiv ist der Aufsatz über die Araberfrage von Dr. Hugo Bergmann. Wir erwähnen ferner von längeren Artikeln im vorliegenden Bande Arbeiterfrage >. Archäologie, Assefath Niwchiarini, Ballour - Deklaration (von Prof. Dr. Weizmann) u, a..

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