Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 205 (sequence 3)
- Language
- German
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205 bescheidenes und sicheres Plätzchen zurückziehen und findet es, Er wird sich der — Pica anschließen, um dem Zionismus und seiner Dynamik zu entgehen. Er weiß scheinbar nicht, daß auch der Herr der Pica, Baron Edmond Rathschild, heute politischer Zionist mit allen Fasern seines Herzens ist und der Organisation seine hochbedeutende Mithilfe leiht. — Wir haben zum Schluß noch einige Worte in eigener Sache zu sagen. Der Autor zitiert sehr reichlich unsere Zeitschrift, doch übt er an zwei Stellen Kritik an unserer Berichterstattung. Die Statistik der Arbeitslosigkeit in Nr. 6/7 1927, S. 342 ist nach ihm nicht ffganz durchsichtig". Wir verstehen diese Bemerkung nicht. Wir haben an jener Stelle die amtliche Mitteilung, in der alle Arbeitslosen in Stadt und Land aufgezählt waren, wörtlich abgedruckt. Ferner rügt er, daß unsere Berichterstattung über „Manor** viel zu winzig und zu nichtssagend" war. Wir -bemerken hiezu, daß wir eigentlich gar keinen Anlaß hatten, im Jahre 1927, in dem wir die Zeitschrift neu herausgegeben haben, einen der Fehlschläge vom Jahre 1925 überhaupt und noch d*azu ausführlich darzustellen. Da aber der Bericht der von der Exekutive darüber eingesetzten Komimission erst Ende 1926 erschienen war und anfangs 1927 in den palästinensischen Zeitungen veröffentlicht wurde, so haben wir in Heft 3/1927, S. 143 darüber berichtet und sowohl das Projekt mit allen Ziffern skizziert, sowie alle von der Kommission gerügten Fehler angegeben. Wir möchten aber bei diesem Anlaß bemerken, daß unsere Zeitschrift der Untersuchung der Aufbaufragen gewidmet ist. Wenn jemand in der Diaspora falsche Berechnungen aufstellt, zur Ausführung des schlechten Projekts nicht einmal das von ihm selbst als nötig berechnete [Kapital hat und daran zugrunde geht, so ist das kein Problem Palästinas. Adolf Böhm. „Palestine*', Revue internationale paraissant dix fois par an Nr. 1/6, Paris, .Editions Rieder. — Seit September/Oktober 1927 erscheint in Paris die bedeutsame Revue „Palestine", herausgegeben von der Gesellschaft der Freunde des Zionismus „Association France-Palestine" unter Leitung von Senator Justin Godard. Nunmehr liegen fünf Nummern der jährlich zehnmal erscheinenden Zeitschrift — also die Publikationen des ersten Halbjahres — vor uns, Waren die ersten Nummern vorwiegend proiklamatorischer Art, Manifestationen Pro-Palästina von christlicher und jüdischer, rein zionistischer und zionistenfreundlicher Seite, so zeigen die letzten Nummern dieser immer mehr unser Interesse erweckenden Zeitschrift zunehmende Vertiefung in die Probleme des Paläsitinaaufbaues wie der jüdischen Mentalität, die den Zionismus hervorgebracht hat. Eine leidenschaftliche Anteilnahme des christlichen Frankreich an diesem positivsten Ergebnisse des Weltkriegs — der völkerrechtlich gesicherten Heimstätte des jüdischen Volkes — offenbart sich uns in diesen gediegenen, ernsten, doch von allem Enthusiasmus der lateinischen Seele •erfüllten Blättern. Es ist kein Zweifel, daß eine starke geistige Affinität zwischen der politisch-weltanschaulichen Konzeption der großen, hier zu Wort kommenden französischen Politiker und Schriftsteller und derjenigen der führenden Geister des modernen Judentums vorhanden ist. Manifeste, Deklarationen ,,Pro-Palästina'' erfüllten, wie gesagt, die erste programmatische Nummer dieses international! wichtigen und eindrucksvollen Blatfies. Der Senator Justin Godard selbst betont, daß durch die Errichtung der jüdischen Heimstätte keinerlei französische Interessen verletzt, vielmehr die größten Hoffnungen, die Frankreich seit jeher vertreten und gefördert, die auf Freiheit und Gerechtigkeit zwischen den Nationen, erfüllt würden. Die praktische Anteilnahme Frankreichs am Mandat bestätigt Sir Herbert Samuel, der darauf verweist, daß die französische Regierung schon fünf Monate vor der Balfour-Deklaration ihre Sympathie für die Errichtung des National Home ausgesprochen habe. Vom internationalen Standpunkte der Demokratie und des Minoritätenschutzes äußert sich der tschechische Außenminister Benesch, namens der zionistischen Partner dieses französisch-palästinensischen Bundes spricht Weizmann Worte eines pathetischen und doch heilig-nüchternen Realismus. In der zweiten Nummer kommt das Interesse für den genossenschaftlichen Aufbau des Landes Israel zu Worte. Namentlich würdigt der berühmte Soziologe Charles Gide die genossenschaftliche Organisation des Arbeiter - (Konsumvereines „Hamaschbir", plädiert Albert Thomas für die Einführung einer Sozialgesetzgebung, die gerade für die besondere Zusammensetzung der palästinensischen Arbeiterschaft von höchster Bedeutung für Palästina ist und — worauf er nachdrücklich aufmerksam macht — durch Artikel 421 des Versaiiler Vertrages international zur Pflicht gemacht wurde. Der zionistische Partner dieser Nummer ist vor allem Dr. Ruppin, der über die ökonomische Kooperation der Palästina - Regierung und der „ Jewish Agency*' beziehungsweise ihrer Fonds einen genauen Ueberblick bietet. In beiden Nummern kommen auch hervorragende jüdische Schriftsteller, Nichtpolitiker, Hommes a lettre, geistige Repräsentanten, namentlich des französischen Judentums, zu Worte, wie u. a. /mdre Spire, Edmond Fleg, Armand Lunel, Josef Kessel. Einer der größten