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Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 203

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
[Rezension]
Date
1928-03-01
Page
Seite 203 (sequence 3)
Language
German
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203 perschaft — ein Antwortschreiben an die Petitionäre, und leitet auch gegebenenfalls die für den Mandatar bestiiminite Meinungsäußerumg «der iKommiissioinj weiter. Durch die. Gewährung des Petitionsredhtes sowohl an idie 'Bewohner der Mandatsländer als .auch an interessierte Verbände und 'Private außerhalb dieser Territorien wurde eine bedeutsame Sicherung für die sinngemäße Anwendung und Entwicklung des Mandatssystems geschaffen. Ue'berdies wurde der Mandatskommission eine wichtige Informationsquelle erschlossen: Nun erst hatte sie die rechtliche Möglichkeit, mit den Bewohnern der Mandatsländer in eine — allerdings nur schriftliche — Beziehung zu treten, (Die angedeutete Beschränkung dieser Beziehung 'haben nicht nur die Petitionäre sondern auch (die Mitglieder (der Mandatskommission als hemmend und nicht wünschenswert empfunden: Es gab — z. B., anläßlich der Unruhen in Syrien — komplizierte Probleme, in die, nach Ansicht der Kommission, nur eine persönliche Fühlungnahme mit den Petitionären den Komimissionsmitgliedern absolute Klarheit hätte bringen könmen. Eine schriftliche Anfrage der Kommission an den Rat, welche Stellung er zur Frage des Empfanges von Petitionären durch die Mandatskommission einnehme, wurde unter ungeheurer Erregung der Ratsmitglieder — idie zum Teil Vertreter von Staaten sind, denen ein Mandat anvertraut ist — einstimimig ablehnend erledigt. (Nur in ganz besonderen Fällen umld nach vorher eingeholter Zustimmung des Rates wunde der Kommission das Recht dies Empfanges von Petitionären zugestanden.) Ungewöhnlich scharfe Kritiken wurden an der, nach Ansicht des Rates ihre Kompetenzen überschreit enden beratenden Körperschaft geübt, jener Körperschaft, von der van Rees ganz richtig sagt: „Wenn eimie solche Kommission nicht geschaffen wäre, würde das Mandat nur auf dem Papier stehen." Es beweist die große moralische Macht der Permanenten Mandatskommission, daß sie ohne Zwangsmittel gegenüber dem Rat und1 den Mandataren die vor/mundscbaftliche Erziehungs- und Verwaltungstätigkeit der letzteren in sehr weitgehendem Maße beeinflussen konnte. Zweifellos ist eine möglichst ausgedehnte und wirksame Kontrolle der Mandatsverwaltuffig durch sie ein Essentiale der Mandats Vormundschaft, aber es ist klar, daß diese Kontrolltätigkeit, um fruchtbar zu sein, in freundschaft- Licbem Geiste geführt werden muß. Das Verhältnis der Permanenten Mandatskommission zu iden Mandataren hat sich im Laufe des letzten Jahres nicht unbedenklich zugespitzt. Das ist nicht allzu verwunderlich, wenn man bedenkt, daß es für große, souveräne Staaten ein Novum ist, in so weitgehendem Maße einer internationalen Instainiz bei der Verwaltung eines Ucberseeterritorruims Recihenschaft ablegen zu 'müssen. Komr fl&kte zwischen der Mandatskommission und den Mandataren über 'Kompetenzabgrenzungen dürfen aber zu keinem Politikum ausarten — dadurch wäre diie Institution des völkerrechtlichen Mandates aufs höchste gefährdet — sie müssen sachlich, d. h. auf Grund der bestehenden recüitlicheini Vorschriften, gelöst werden. Das Buch von van Rees erschien daher überaus zeitgemäß: Durch seine ausführliche und unparteiische Darstellung der rechtlichen Grundlagen der internationalen Kontrolle des M.andatars kann und soll es in dieser kritischen Situation eine Brücke für die Verständigung sahllagenl, die zur (Neubelebung und Vertiefung der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen den Mandataren und der Mandatskommission führt. Die Aufgabe idieser Kommission ist eine überaus schwierige: Wie sie in ihrem achten Bericht am den Völkerbumldrat hervorhebt, hat sie einerseits die Verwaltungstätigkeit des Mandatars gewissenhaft und gründllich zu kontrollieren, .andererseits aber an Seinern Werk mitzuwirken, d. h. sie hat 'die Verpflichtung, den MandiaUar bei der Erfüllung der ihm 'gestellten Aufgabe zu unterstützeint Kontrolle und Mitarbeit — dias sind schwer yereiribarliche Funktionen; sie können, wie van Rees ganz richtig sagt, nur in einer Sphäre, absoluten Vertrauens gelöst werden. Dr. Mänka Spiegel, Graz. Kritische Reise durch Palästina. Von Dr. Alfred Wiener, Phiio-Verlag, Berlin. — Dieses Buch hat in Deutschland viel Aufsehen gemacht und ist bereits in dritter Auflage erschienen, denn der Autor ist ein Führer des antizionistisch eingestellten „Zentralvereines deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens". Der Fernerstehende begreift nicht, warum dieses Büchlein so heftig umstritten wurde. Soweit es Kritik enthält, stützt diese sich fast ausschließlich auf zionistische Literatur, bringt also sachlich gar nichts Neues, ja der Autor verwahrt sich immer selbst dagegen, ein Fachmann zu sein. Dort aber, wo die Tendenz durchschlägt, ist die Argumentation so außerhalb jeder Linie einer möglichen Diskussion, daß es schwer hält, sie ernst zu nehmen. Diese starke Behauptung soll in folgendem illustriert werden: Der Autor beklagt sich z. B. bitter darüber, daß mit der hebräischen Universität soviel Propaganda gemacht wurde, daß. „das von anderen auf gleichem Gebiete geleistete in Palästina vollkommen in den Schatten gestellt wurde" (S. 94). Man horcht gespannt darauf, was „auf gleichem Gebiete" geleistet und von den Zionisten verdunkelt wurde. Man höre die Fortsetzung: „Dabei hat das D) e ui t s c' h - b V a n g! e 1 i s c h e Institut für Alter-

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