Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Die Tote-Meer-Konzession [Nachricht]
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 174 (sequence 2)
- Language
- German
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- Haifa 2× ep/1047930
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174 B) 1, Es kann gegenwärtig keine verläßliche Schätzung der Kasten der Errichtung der Verdunstungs - Bassins oder der Produktionskosten im allgemeinen gemacht werden. 2. Außer den Produktionskosten und den Zinsen des Kapitals würden die Kosten des Transportes einen beträchtlichen Teil des Marktpreises ides Chlorkaliums absorbieren und würden bei größerer Ausdehnung die großen Quantitäten von gewöhnlichem Salz und Magnesium-Chlorid unverkäuflich machen. 3. In ^Anbetracht nicht nur des fluktuierenden Kalimarktes, sondern auch der völlig unbekannten Bedingungen der künftigen Kaliproduktion in Europa und der Nachfrage nach Kali auf den Weltmärkten, ist es der Kommission unmöglich, die geschäftlichen Aussichten dler Kaligewinnung aus dem Toten Meere vorauszusagen. 4. Solange der Markt für Brom relativ klein und unveränderlich bleibt, kann es wahrscheinlich in angemessener Weise von anderen Quellen beschafft werden. C. 1. Versuche in großem Maßstabe mit auf mehrere Hektar sich erstreckenden Verdunstungsbassins mit Verdampfungs&nlagen auf verschiedenen Plätzen des zur Verfügung stehenden Areals würden die notwendige Voraussetzung für ein Unternehmen bilden, das auf alle Fälle doch ein spekulatives sein würde. Mit diesem etwas frostigen Bericht schrieb die Britische Regierung im Mai 1925 die Erlangung einer Konzession für die Ausbeutung der Tote Meer - Schätze aus. Von den vier Bewerbern betrachtete die Regierung als diejenigen mit der größten praktischen Vertrautheit mit dem Problem die Herren Novomejski und Maior Tulloch, die sich schon im Jahre 1924 vereinigt hatten. Bevor jedoch die Konzession gewährt wurde, verlangten die Britische und die Palästina-Regierung eine Reihe von Sicherungen, die den Gegenstand langer Verhandlungen zwischen den Bewerbern und den Kron-Agenten bildeten. Trotzdem seit 1924 eine starke amerikanische Interessentengruppe sich für die Gewinnung einer Konizession sehr interessiert zeigte, beschloß die Regierung, die Ausbeutung dieser Schätze in britischen, beziehungsweise in palästinensischen Händen zu lassen, da beide Bewerber gleicherweise die britischen Interessen in dieser Angelegenheit wahren werden. Die Imperial Chemical Company wurde viel in Verbindung mit dem Projekt genannt und sie scheint auch für den großen Kapitalbedarf eines solchen Unternehmens die geeignete Gruppe zu1 sein. Doch da das Hauptprodukt des Toten Meeres Kali sein soll und in Anbetracht von Deutschlands absoluter Monopolstellung darin, war es notwendig, die Tatsache zu betonen, daß ein solches Unternehmen keine Verbindung mit deutschen Interessen haben solle. (Inzwischen hat Sir Alfred Mond erklärt, daß die I. Ch. C. keine Verbindung mit den Konzessionären habe. Die Red.) Die Vorzüge der Tote Meer - Produktion würden in den billigen Betriebskosten liegen, da der größte Teil der Arbeit durch Sonnenverdunstung getan werden soll. Zur Erleichterung der Entwicklung dieser Industrie sind jedoch zwei wesentliche Bedingungen unerläßlich: 1. Eine Verbindung des Toten Meeres mit einem der palästinensischen Häfen — Jaffa oder Haifa — und 2. billiges Brennmaterial am Orte. Da die Palästina-Regierung wahrscheinlich kaum, bereit sein wird, diese Verbindungserleichterungen aus staatlichen Fonds zu schaffen, wird ieder yoranscihliag für das Projekt einer Kali gewinnung die Kosten für solche Transportverbindung einschließen müssen. Es gibt für das Problem zwei Losungen: Eine Verbindung mit Jerusalem, von wo es eine Eisenbahnverbindung mit Jaffa gibt oder eine Linie nach Beisan, einer Station der Schmalspurbahn von Haifa nach Deraa. Für eine Verbindung mit Jerusalem wäre wahrscheinlich eine Luftseilbahn das praktischeste, deren Kosten auf etwa Pfund 100.000.— sich belaufen würden. Eine Verbindung des Toten Meeres mit Beisan durch eine Schmalspurbahn von «etwa 60 Meilen zu schaffen, würde ungefähr 1% Millionen Pfund kosten. Für eine Lösung der Brennmaterialienfrage könnte man sich vielleicht eines sehr billigen Materials aus der Umgebung des Toten Meeres bedienen, des teerhaltigen Kalksteines oder der Mineralien von Nebi Mussa. Die Konzessionsinhaber beabsichtigen das Unternehmen in den ersten zwei bis drei Jahren in kleinem Maßstabe zu leiten, für den. auch der Straßentransport noch ausreichend sein dürfte. (Wir bemerken zu der Sache der Konzessionserteilung, daß trotz aller gegenteiligen Meldungen unsere Mitteilung in Nr. 12, 1927, Seite 606, daß die An<*ele>g^ heit noch immer nicht endgültig geklärt ist. vollkommen zutreffend war. Erst am 27. Februar teilte KoloniaTmiinister Amery im Unterhaus mit. daß die Konzession nicht an die Herren Novomejsky und Tulloch vergeben wurde, sondern daß Ver-